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Kriminalität in Dahme-Spreewald gesunken

Polizeistatistik Kriminalität in Dahme-Spreewald gesunken

Die Zahl der Straftaten in Dahme-Spreewald ist deutlich zurückgegangen. Das zeigt die Kriminalstatistik der Polizei, die am Dienstag in Königs Wusterhausen vorgestellt wurde. Ursache dafür ist vor allem der starke Rückgang bei Fahrraddiebstählen. Autos dagegen bleiben für Diebe weiterhin interessant.

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Fahrräder werden immer noch häufig gestohlen, die Zahlen sind aber deutlich rückläufig.

Quelle: dpa

Königs Wusterhausen. Die Kriminalität im Landkreis Dahme-Spreewald hat merklich abgenommen. Das ist der Grundtenor der Kriminalstatistik, die die Polizeidirektion Süd am Dienstag für das Jahr 2015 vorgestellt hat. Demnach wurden im vergangenen Jahr zwischen Schönefeld und Luckau 13 692 Straftaten registriert. Das ist der geringste Stand seit mindestens zehn Jahren. Im Jahr 2014 verzeichneten die Beamten noch rund 1100 Straftaten mehr.

Aufgeklärt wurden 56,4 Prozent der Straftaten. Auch wenn einige Prozent davon aus Asyldelikten stammen, bei denen die Aufklärungsquote naturgemäß hoch ist, wertet Christian Hylla, Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald, die Quote als „im Vergleich zu anderen Landkreisen ordentlich“. Ursache dafür, dass weniger Straftaten registriert wurden, ist vor allem ein deutlicher Rückgang bei Diebstählen. 4962 Diebstähle wurden im vergangenen Jahr gemeldet, auch das ist ein Zehn-Jahres-Tiefstand. Im Jahr 2014 waren es immerhin noch mehr als 6000.

Hintergrund

8454 Straftaten werden im Landkreis auf 100 000 Einwohner begangen. Die Quote liegt über dem Landes- und Bundesschnitt, beinhaltet aber auch die Flughafenkriminalität. Ohne Schönefeld liegt der Kreis nur bei 6833 Straftaten auf 100 000 Einwohner und darf damit als unterdurchschnittlich gelten.

3576 Straftaten wurden in Schönefeld registriert, mehr als jeder anderen Kommune. Auch dort ist die Flughafenkriminalität ursächlich. In Königs Wusterhausen wurden 3042 Straftaten festgestellt, in Wildau 1065, in Mittenwalde 734.

722 Körperverletzungen wurden angezeigt, 244 davon in schweren Fällen.

6051 Strafverdächtige wurden ermittelt. Davon waren 63,6 Prozent Deutsche und 36,4 Prozent ausländischer Herkunft.

In Königs Wusterhausen, Wildau, Mittenwalde und vor allem in Lübben haben Fahrraddiebstähle, Kellereinbrüche und ähnliche Delikte massiv abgenommen. Als eine Erklärung liefert Christian Hylla unter anderem einen Fahndungserfolg der international agierenden Ermittlungsgruppe Pegasus. Die war 2014 gegründet worden, um dem grassierenden Fahrraddiebstahl Einhalt zu gebieten. Tatsächlich gelang den Ermittlern ein Coup. Laut Christian Hylla wurde in einem polnischen Dorf ein ganzer Diebesring ausgehoben. „Die haben zum Teil komplette Fahrradständer mit angeschlossenen Rädern mitgenommen, die später in Rotterdam gefunden wurden. Die sollten nach Afrika verschifft werden“, sagt Polizeisprecher Lutz Miersch. In diesem Fall ist bei der Staatsanwaltschaft Cottbus derzeit ein Großverfahren anhängig.

Nach diesem Schlag habe sich die Lage beruhigt, wobei Fahrräder grundsätzlich immer noch gestohlen werden. „Besonders im Süden lässt sich auch ein Zusammenhang zwischen Fahrraddiebstahl und Drogenkonsum aufzeigen“, so Miersch. Die Diebe seien häufig Drogenabhängige, die mit einem neuwertigen Fahrrad eine Tagesration Drogen bezahlen.

Zahl der Autodiebstähle konstant

Stark zurückgegangen sind auch Autoeinbrüche. In Königs Wusterhausen etwa hat sich die Zahl der Autoeinbrüche im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr halbiert. Konstant geblieben ist lediglich die Zahl der Autodiebstähle – also der Komplettentwendungen, wie es bei der Polizei heißt. Zu einem Schwerpunkt des Autodiebstahls in der Region scheint sich Königs Wusterhausen zu entwickeln. Dort hat sich die Zahl der Diebstähle von 45 auf 79 erhöht. Beliebt seien VW und Audi, sagt Christian Hylla.

Wohnungen und Einfamilienhäuser sind weiterhin Ziel von Einbrechern, auch wenn die Zahlen rückläufig sind. 320 Wohnungseinbrüche wurden im Jahr 2015 registriert, nur 57 davon konnten aufgeklärt werden. Die Polizei setze bei der Bekämpfung auf Sozialkontrolle und Prävention, so der Inspektionschef. „Gerade in Eichwalde und Zeuthen, wo es zuletzt mehr Einbrüche gab, werden wir die Bevölkerung aufrufen, unsere Beratungsangebote wahrzunehmen.“ Aufmerksame Nachbarn seien ein guter Schutz. Hunde weniger. „Die Einbrecher bringen Hundefutter mit und lenken den Hund ab“, so Christian Hylla.

177 Straftaten von Asylbewerbern

Der Inspektionsleiter äußerte sich auch zu Kriminalität bei Flüchtlingen. Die sei ausnehmend gering. Insgesamt wurden im vorigen Jahr 177 Straftaten von Asylbewerbern registriert. Darunter waren aber allein 72 Verstöße gegen das Asylgesetz. Die Statistik listet 17 Diebstähle und 54 Rohheitsdelikte, also Beleidigungen und Körperverletzungen auf. Fast alle seien aber innerhalb der Flüchtlingsgruppen aufgetreten. „Die Zahlen sagen etwas anderes aus als das, was in der Bevölkerung herumgeistert“, so Hylla. Asylbewerber hätten kein Interesse, straffällig zu werden. „Sie würden damit ihr eigenes Verfahren massiv gefährden.“

Von Oliver Fischer

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