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Künstlerische Positionen in Gedok-Galerie

Rangsdorf Künstlerische Positionen in Gedok-Galerie

Aufbruch als Abschied und Neuanfang thematisieren 20 Künstlerinnen in einer gemeinsamen Ausstellung in der Gedok-Galerie Kunstflügel in Rangsdorf. Die vielfältigen Themen und Herangehensweise funktionieren erstaunlich gut miteinander.

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Bettina Mundry gibt der Rothaarigen keinen Freiraum. Christine Düwels Wegweiser weist vielfach ins Nichts.

Quelle: Karen Grunow

Rangsdorf. Für Marianne Gielen ist der Frühling ein immer starkes Symbol für den Aufbruch, den Neuanfang. Sie hat deshalb zwei solcher Bilder einer Trilogie für die neue Ausstellung in der Rangsdorfer Galerie Kunstflügel der brandenburgischen Gedok – Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer – ausgesucht. „Aufbruch“ heißt denn auch diese Schau, in der bis zum 4. Dezember Werke von 20 Künstlerinnen zu sehen sind.

In Hellerau, erzählt die Potsdamer Künstlerin Marianne Gielen, seien ihre Bilder im April entstanden. „Ich nehme gern Motive aus der Natur.“ Eine Woche war sie bei Dresden, spürte und sah wie der Frühling von Tag zu Tag stärker hervorbrach. Diese Eindrücke hat sie in kräftigen Farben festgehalten. Sie ist für einen Nachmittag in der Galerie, hat sich – wie andere der teilnehmenden Künstlerinnen auch – einteilen lassen, um die Öffnungszeiten im Kunstflügel abzudecken.

Drinnen leuchtet es auf

Während draußen nasskalt der Herbst Einzug hält und stürmisch die Bäume freilegt, leuchtet es drinnen auf. Doch nicht nur, denn Aufbruch als Abschied ist genauso Thema einiger Arbeiten. Eng stehen Figuren auf Karin Gralkis Radierung beieinander, etwas ist geschehen. Bettina Mundry lässt ihrer Rothaarigen keinen Platz, zu eng sind die Räume, in denen sie trotzdem schwer Halt zu finden scheint. In mehreren scherenschnittartigen Papiercollagen hat Elli Graetz „Fremde“ porträtiert, diese Silhouetten sind großformatig und in ihrer Einfarbigkeit ein starker Kontrast zu Werken etwa Cornelia Schlemmers. Deren „Deutscher Tanz“ mit wilden Blüten- und Blattranken wie Sandsteinskulpturen, einem Kindchen, das sich aus seinem Bettchen reckt, darüber ein bedrohlicher Schädel mit Helm, erzählt wie Mundrys riesige Frauenbilder auch von diffuser Angst. So beruhigend wie schön wirkt da Corinna Dahmes „Aufkeimen“. Zerbrechlich und spannungsvoll zugleich wirkt diese keramische Arbeit, hoch aufgeschossen ist der Keimling, dessen erstes Aufplatzen der Betrachter just erleben darf.

Schlüssiger „Aufbruch“

Die meisten der für die neue Ausstellung ausgewählten Künstlerinnen leben und arbeiten in Berlin. Die Idee für diese Präsentation wurde unter den Mitgliedern der Gedok gestreut, die sich dann mit ihren Arbeiten dafür bewerben konnten. Trotz der Fülle, inhaltlich und quantitativ, ist „Aufbruch“ erstaunlich schlüssig. Das liegt an der klugen Konzeption, an Widersprüchen und Ergänzungen, die sich im Wechselspiel der Werke miteinander ergeben.

Zwar in der Ecke, aber dort umso markanter, weil er beidseitig auf Wände trifft, steht Christine Düwels Wegweiser. Die Pfeile zeigen hierhin, dorthin, aber irgendwie eben doch keinen genauen Weg. Denn sie sind nicht beschriftet. Der aus groben Holzlatten errichtete Turm wird so ein Dreh- und Angelpunkt der Ausstellung. Schon beim Eintritt in den Kunstflügel fällt Astrid Weichelts filigrane Stahlgitter-Konstruktion auf. Das strenge Raster des Baumaterials könnte Grundlage für ebenso genormte Bauwerke sein, aber nein, jede sich auf der Fläche emporreckende Architektur sieht anders aus, steht quer, durchbricht das Rechteckkaroeinerlei.

Schöner Auftakt

Ein schöner Auftakt für den Rundgang durch die Galerie, in der demnächst, am 12. November, im Rahmen des 5. Rangsdorfer Literaturtages Jenny Erpenbeck nicht nur ihr Buch „Gehen, ging, gegangen“ vorstellen wird, sondern zudem mit der Journalistin Gisela Zimmer und Autorin Yvonne Zitzmann über Heimat, Heimatlosigkeit, Fremdsein in der Fremde und Ankommen sprechen wird. Aspekte, die in vielen „Aufbruch“-Arbeiten auftauchen. Für einen Moment darf Gudrun Kühnes bronzene „Sternenguckerin“ aber alles um sich herum vergessen, sie träumt, ganz entrückt blickt sie nach oben und staunt. „Es wird ein schöner Tag“, prophezeit Karin Tiefensee mit einem ihrer mehrfarbigen Tiefdrucke. Mit einem Besuch in der Galerie auf jeden Fall.

Übrigens werden am 4. November um 19 Uhr einige der Künstlerinnen mit Kollegin Christine Düwel über ihre Ideen und Anregungen sprechen. Eine gute Gelegenheit, um noch mehr Gemeinsames entdecken zu können.

Info: Die Ausstellung bei der Gedok Brandenburg, Seebadallee 45 in Rangsdorf, ist bis zum 4. Dezember zu sehen. Geöffnet ist donnerstags bis sonntags in der Zeit von 14 bis 18 Uhr.

Von Karen Grunow

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