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Kürzere Fahrzeiten für Schüler nicht in Sicht

Dahme-Spreewald Kürzere Fahrzeiten für Schüler nicht in Sicht

Die Kreispolitiker können sich nicht dazu durchringen, eine Verkürzung von Fahrzeiten für Schüler zu beschließen, obwohl fast alle dafür sind. Die Linken scheiterten jetzt wiederholt mit einem Vorstoß. Seit fast zwei Jahren wird darüber diskutiert. Einige Jugendliche sind fast vier Stunden täglich unterwegs.

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In Dahme-Spreewald sind etliche Schüler unzumutbar lange zur Schule unterwegs.

Quelle: Christina Koormann

Königs Wusterhausen. Für Grund- und Sekundarschüler in Dahme-Spreewald wird sich in diesem Schuljahr nichts mehr an den teils sehr langen Fahrzeiten ändern. Obwohl sich Kreispolitiker fast aller Parteien für eine deutliche Verkürzung aussprechen und es dazu sogar einen Kreistagsbeschluss gibt, kommt eine Änderung nicht zustande. Die Linksfraktion im Kreistag scheiterte jetzt abermals in einem Ausschuss mit ihrem Vorschlag, die Fahrzeiten zu verringern. „Ich bin tief enttäuscht, dass es wieder zu keiner Lösung kommt“, sagte die Bildungsexpertin der Fraktion, Karin Weber, am Donnerstag der MAZ.

Zwei Jahre lange Diskussion

Die Diskussion wird schon fast zwei Jahre geführt. Vor gut einem Jahr brachten die Linken erstmals einen Antrag zur Verkürzung der Fahrzeiten durch den Einsatz zusätzlicher Busse ein. Er wurde aber abgelehnt, stattdessen wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Seither wandert das Thema

Bushaltestelle in Dolgenbrodt, Heidesee, Elternaktion gegen lange Fahr- und Wartezeiten ihrer Kinder

Bushaltestelle in Dolgenbrodt, Heidesee, Elternaktion gegen lange Fahr- und Wartezeiten ihrer Kinder.

Quelle: Privat

ohne nennenswertes Ergebnis durch die Gremien. Von den knapp 14 000 Schülern in Dahme-Spreewald sind täglich rund 7000 mit Bus und Bahn zur Schule unterwegs. Für Grundschüler sind 180 Minuten hin und zurück zumutbar, für Oberschüler und Gymnasiasten 230 Minuten, Wartezeiten inklusive. Nach Ansicht der Linken und vieler Kreispolitiker ist die derzeitige Zumutbarkeitsgrenze aber überhaupt nicht zumutbar. Schüler, die tatsächlich fast vier Stunden täglich fahren müssen, hätten keine Freizeit mehr.

Betroffen sind einige Hundert Schüler

Zwar betrifft das nur wenige hundert Schüler, nicht einmal jeder Zwölfte ist so lange unterwegs. Einzelfälle sind es aber nicht. Daher schlagen die Linken vor, für Grundschüler die zumutbare Fahrzeit auf 90 und für Sekundarschüler auf 120 Minuten insgesamt zu begrenzen. Nur wer nicht die nächst gelegene Schule nutzt, müsse längere Zeiten in Kauf nehmen. So fordert es auch eine Elterninitiative aus Heidesee.

Der neue RVS-Chef Siegfrid Richter

Der neue RVS-Chef Siegfrid Richter.

Quelle: Frank Pawlowski

Überraschend legte die Fraktion SPD/Grüne in dieser Woche einen eigenen Antrag mit denselben Zeiten vor. Vorsitzende Sylvia Lehmann (SPD) sagte der MAZ, die Kreisverwaltung werde den Vorschlag nun prüfen. Der Antrag soll im März im Kreistag zum Beschluss vorgelegt werden. Die Linken wollen ihren Antrag schon in den Februar-Kreistag einbringen. Karin Weber hofft, dass es bis dahin doch noch gelingt, sich mit der SPD auf eine gemeinsame Vorlage zu verständigen. „Alle geben mir Recht, sitzen es aber aus“, wundert sie sich. „Wir sind zu Änderungen bereit, wenn wir damit zu einem Beschluss kommen können“, sagte sie.

230 Minuten Schulweg sind in LDS zumutbar

Das Busnetz in Dahme-Spreewald umfasst 51 Linien in Trägerschaft des LDS sowie 20 weitere Linien anderer Aufgabenträger.

Laut Regionaler Verkehrsgesellschaft RVS gibt es pro Schultag 1239 Busfahrten auf ihren Linien, an Ferientagen sind es 913, samstags 311, an Sonn- und Feiertagen 226 Fahrten.

Der Einsatz zusätzlicher Busse für kürzere Fahrzeiten könnte jährliche Mehrkosten für den Kreis von bis zu 500 000 Euro verursachen.

Als zumutbare Fahrzeiten von und zur Schule gelten bisher 180 Minuten für Grundschüler und 230 Minuten für Sekundarschüler.

Die neuen zumutbaren Fahrzeiten sollen in die Satzung zur Schülerbeförderung aufgenommen werden und ab 1. August 2018 gelten. Für Heidesee kündigte die Regionale Verkehrsgesellschaft RVS schon eine kleine Verbesserung im neuen Schuljahr an. Laut Sprecher Lutz Strohschein könne morgens ein Linienbus nach Dolgenbrodt fahren. „Wir tun, was wir können, aber es geht nur Schritt für Schritt“, sagte er. Zusätzliche Angebote scheiterten oft am Personal. „Wir suchen dringend Busfahrer“, so Strohschein. Aktuell werde ein neuer Busplan für Mittenwalde erarbeitet, danach soll der Busverkehr in Heidesee neu konzipiert werden.

Von Frank Pawlowski

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