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Kunst am Bahnhof: Alles dreht sich

Luckenwalde Kunst am Bahnhof: Alles dreht sich

Manfred Stenzels „Räderwerk“ vor dem Bahnhof Luckenwalde greift markante Details der nunmehr 800-jährigen Geschichte der Stadt auf. Das Objekt ist eines der jüngsten Beispiele für besondere Kunstwerke im öffentlichen Raum in der Region.

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Genau genommen ist in Manfred Stenzels „Räderwerk“ auch der Verweis auf den 800. Geburtstag Luckenwaldes in diesem Jahr zu sehen.

Quelle: Karen Grunow

Luckenwalde. Er hat ein Bild vor Augen, das sich ihm regelrecht eingebrannt hat: Als der Künstler Manfred Stenzel 1959 nach Luckenwalde kam, erlebte er zuverlässig alle zehn Tage, wenn die Arbeiter in den Fabriken ihre Lohntüten bekommen hatten, wie sich vor den vielen Kneipen im Ort die Fahrräder „stapelten“.

Auch deshalb hat er für sein neuestes großes Kunstwerk das Rad als Sinnbild gewählt. „Räderwerk“ heißt die riesige Skulptur, die im Juli vor dem Luckenwalder Bahnhof aufgestellt wurde. Das passierte mit einigem Pomp zur Eröffnung des Kunst- und Kreativtages anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt. Die Besucher konnten miterleben, wie die riesige Stahlskulptur ankam, ausgeladen und verankert wurde.

„Die Idee“, sagt Stenzel, „liegt nun schon etwas weiter zurück.“ Als sich vor gut zwei Jahren eine Arbeitsgruppe bildete, um die Aktivitäten zum Jubiläum der Stadt vorzubereiten, habe er den Vorschlag gemacht, eine Art Räderwerk zu entwickeln. Das Stetige, Wiederkehrende symbolisiert dieses Objekt, verweist aber durch das vielfach und in verschiedenen Formaten verwendete Motiv des Rads zugleich auf ganz markante Details der (industriellen) Stadtgeschichte.

Bau der Anhalter Bahn begünstigte die Entwicklung der Stadt

„Luckenwalde ist eine Stadt mit Maschinenbau“, sagt Stenzel. Ein stilisiertes Schwungrad einer alten Dampflokomotive findet sich auch in seinem „Räderwerk“. Denn mit der Anhalter Bahn, die bereits seit 1841 Berlin mit dem anhaltinischen Köthen verband, konnte auch Luckenwalde zusehends weiter wachsen und sich rasant zu einem Industriestandort entwickeln. Auf zwei großen Rollen, die wie Walzen wirken, sind einige Daten aus der langen Geschichte Luckenwaldes eingraviert.

Glücklich ist der Künstler mit dem Aufstellungsort. Gewünscht hatte er sich die Stelle auf dem Bahnhofsvorplatz von Beginn an, doch zeitweilig wurden in der Stadt andere Orte diskutiert. Sein Konzept für das Objekt wurde von den entscheidenden Gremien abgesegnet. Was er entworfen hat, wurde durch die Firma Märkische Oberflächenanlagen und Behälterbau in Luckenwalde realisiert.

Nun steht das „Räderwerk“ gewissermaßen am Schnittpunkt des alten zur Bibliothek umgenutzten Bmit metallenen Schindeln belegt und bietet im Wechselspiel mit Stenzels Skulptur einen reizvollen Kontrast. Sein Empfinden, dass Luckenwalde eine Fahrradstadt ist, manifestiert Stenzel mit dem Speichenrad im Objekt.

Ein Denkmal auch für die Arbeiter in den Betrieben

„Eigentlich wollte ich den Menschen, die in diesen Betrieben gearbeitet haben, ein kleines Denkmal setzen“, sagt Manfred Stenzel über seine Intention. Ohnehin ist er mit seinen Werken überall präsent in der Stadt, die es sich zugute halten kann, die Kunst im öffentlichen Raum mehr als viele andere Kommunen zu unterstützen und zu fördern. Manfred Stenzel schuf auch den Jongleur vor der Luckenwalder Therme und das Objekt „Kausal“ im Stadttheater. Zahlreiche seiner Zeittafeln mit Biografien von Schauspielern, die in Luckenwalde wirkten, oder Unternehmern finden sich ebenfalls an verschiedenen Orten der Stadt.

Demnächst werden Manfred Stenzel und seine Frau Armgard, die beide derzeit auch in der „Akzente 13“-Ausstellung in Wünsdorf vertreten sind, übrigens ein umfangreiches Verzeichnis ihrer Werke veröffentlichen.

Von Karen Grunow

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