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Dahme-Spreewald Kunstaktion zum 125-jährigen Bestehen
Lokales Dahme-Spreewald Kunstaktion zum 125-jährigen Bestehen
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00:25 18.03.2018
Else Gabriel (2. v. l.) mit Akteuren des „Wunderblock“ – Benjamin Althammer (l.), Sebastian Omatsch, Theseas Efstathopoulos und Veneta Androva (v. r.) – vor dem Bahnhäuschen, das neue Farbe für seinen großen Auftritt am Freitag erhält. Quelle: Heidrun Voigt
Eichwalde

Am Eichwalder Bahnhof bot sich diese Woche ein merkwürdiges Bild. Während ein Bagger Baufälliges abreißt, Platz für den Bahnhofsumbau schafft, bleibt das marode Häuschen an der Unterführung verschont. Eine Scheibe ist zersplittert, die Holzverkleidung klapprig und es regnet durchs Dach. Junge Leute kratzen die lose Farbe von seinen Außenwänden und streichen es weiß. „Kommt das denn nicht weg?“, fragt ein weißhaariger Herr erstaunt. Eine junge Frau erzählt ihm, dass der desolate Bau noch eine Galgenfrist bis Ende des Monats habe – wegen einer Kunstaktion.

Unter der Überschrift „Wunderblock“ gestalten Studenten und Absolventen der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Berliner Musikhochschule Barenboim-Said-Akademie Ausstellungen, Konzerte und Performances. Anlass ist das 125-jährige Bestehen der Gemeinde Eichwalde.

Christoph Rothmeier bei den Vorbereitungen für seine Soundperformance in der Kirche. Quelle: Heidrun Voigt

Konzert zum Auftakt der Aktion

„Initiator ist der Kulturbeirat Eichwalde in enger Absprache mit dem Kultur- und Sozialausschuss. Die Gemeinde hat grünes Licht gegeben und begleitet die Aktion finanziell“, sagt Barbara Winter vom Kulturbeirat. Sie ist auch Schnittstelle zwischen der Gemeinde und den Hochschul-Koordinatoren – den Professoren Stephan Winkler (Barenboim-Said) und Else Gabriel (Weißensee). Die jungen Künstler, die aus Deutschland, Korea, Bulgarien, Zypern, Israel, Spanien, Aserbaidschan und China kommen, bespielen die Alte Feuerwache, das Gashäuschen am Schillerplatz und auch die evangelische Kirche die Eichwalde.

Die Aktion startet am Freitag, 16. März, um 17 Uhr mit einem ungewöhnlichen Konzert in der Kirche. „Das wird eine aufregende Sache. Die Musiker sind ganz begeistert von der Parabrahm-Orgel“, sagt Stephan Winkler. Er verweist darauf, dass die beiden Studenten Udi Perlman und Guillem Palomar i Angeli, die das Konzert eröffnen werden, ein Stück für Eichwalde komponiert haben.

Fortsetzung in Bahnhäuschen und Alter Feuerwache

Christoph Rothmeier wird in einer Soundperformance die Kirchenschiffstruktur mit einem Entfernungsmesser erkunden und in akustische Signale umsetzen. Sebastian Omatsch präsentiert eine Raumresonanz-Loop-Performance und Stefan Lischewski, der übrigens in Eichwalde aufgewachsen ist, hat ein Stück für Orgel und Computer geschrieben.

Nach dem Konzert geht es 18.30 Uhr im Bahnhäuschen weiter und um 19 Uhr wird eine Ausstellung in der Alten Feuerwache eröffnet. „Wir werden an der Fassade des Bahnhauses Objekte von Benjamin Althammer und Fotoarbeiten von Josephin Hanke installieren. Im Innenraum stehen Installationen von Philipp Dachsel und mir“, erzählt Veneta Androva. Die junge Bulgarin, die Meisterschülerin bei Else Gabriel ist, will einen Garten aus Plastikblumen aufstellen.

Theseas Efstathopoulos widmet sich dem Gashäuschen. „Der 4,5 mal drei Meter große Raum soll für die nächsten zwei Monate mein Atelier sein. Ich möchte den Ort unter unterschiedlichen Bedingungen wahrnehmen und meine Erfahrungen malerisch umsetzen“, verrät der junge Zyprer.

Temporäre Kunst wird wie das Bahnhäuschen verschwinden

Else Gabriel zögerte nicht, als die Anfrage aus Eichwalde kam. „Solche Ränder wie hier zu bespielen, gibt mehr Freiraum als in normalen Kunstinstitutionen“, stellt die Professorin fest. Sie erzählt, dass sich die Akteure bei einem Rundgang und einer Begegnung mit dem Ortschronisten mit Eichwalde vertraut gemacht haben. Als die Professorin dabei die einzig erhaltene Parabrahm-Orgel sah, kam ihr die Idee, Stephan Winkler ins Boot zu holen. „Im Wunderblock werden die Ergebnisse der Beschäftigung mit Eichwalde gezeigt, aber auch assoziative, die mit Erinnerung, Kindheit, dem Verwischen von Spuren, die einmal prägend waren, zusammenhängen“, verrät Else Gabriel die Pläne der Künstler.

Die temporäre Kunst wird wie das Bahnhäuschen verschwinden, deshalb dokumentieren die Akteure ihre Aktionen in der Gemeinde Eichwalde per Foto und Video. Die Ergebnisse werden dann ebenfalls in der Alten Feuerwache zu sehen sein.

Am 24. März, um 11 Uhr werden die jungen Künstler den Kunstomaten in der Eichwalder Bahnhofstraße befüllen und zu den offenen Ateliers am 5. und 6. Mai wird es Konzerte und Führungen mit den Studenten und Absolventen geben.

Von Heidrun Voigt

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