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Dahme-Spreewald Kunstwerke zum Selberziehen
Lokales Dahme-Spreewald Kunstwerke zum Selberziehen
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00:17 11.05.2017
Projektinitiatorin Barbara Winter und LDS-Kulturdezernent Carsten Saß am frisch montierten „Kunstomaten“. Quelle: Heidrun Voigt
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Eichwalde

Zu Ehren eines alten Zigaretten-Automaten gab es am Samstagvormittag eine Vernissage in Eichwalde. Die ungewöhnliche Aktion fand in der Bahnhofstraße innerhalb des brandenburgweiten Atelier-Tags statt.

Der aus der Zeit gefallene Kasten spuckt allerdings keine Glimmstängel aus, sondern Schachteln voller Kunst. Der Käufer füttert den Schlitz mit vier Euro, dann greift er unter eines der zehn Metallfächer. Mit einem schabenden, sympathischen „Klack“ öffnet es sich und gibt eine weiße Schachtel mit einer Überraschung.

Schwierigkeiten, den passenden Automaten zu finden

„Wir haben anderthalb Jahre für das Projekt gebraucht. Es war schwierig, einen Zigarettenautomaten mit Geldeingabe zu finden“, erzählte Barbara Winter, Vorsitzende des Eichwalder Vereins „Kind & Kegel“. Auf eine Kleinanzeige hin kauften sie drei Automaten. Einen gaben sie an einen Partnerverein weiter, aus den anderen bauten sie ihren „Kunstomaten“. Der Schulzendorfer Künstler Frank von Felitsch gestaltete ihn Gelb und Orange und malte ein Chamäleon drauf. Laut Barbara Winter gibt es deutschlandweit etwa 100 „Kunstomaten“. Für sein Projekt hat der Verein Geld von der Kulturstiftung des Bundes erhalten. Winter lobte außerdem die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Eichwalde.

Vier regionale Künstler bespielen den Kunstomaten zurzeit: Günter Böhme, Sabine Fiedler, Ingrun Junker und Ute Weckend. „In jeder Schachtel findet man ein Originalkunstwerk, einen Druck in limitierter Auflage oder ein Unikat. Wir werden für einen halb- oder vierteljährlichen Wechsel sorgen, je nachdem wie das Projekt angenommen wird“, versprach Barbara Winter. Auch Künstler aus der polnischen Partnergemeinde und Kunststudenten aus Berlin sollen den „Kunstomaten“ bestücken.

Zeuthen will nachziehen

Bei den Besuchern kam das Projekt „Kunst statt Kippe“ bestens an. „Die Idee ist super in mehrfacher Hinsicht: Alte Geräte werden wieder verwendet, es ist ein tolles Werbemittel für Künstler und sie nehmen ein bisschen Geld ein“, sagte Carsten Saß (CDU). Der Kulturdezernent des Kreises Dahme-Spreewald war das ganze Wochenende über auf Ateliertour.

Interessiert schauten auch Schüler der „Villa Elisabeth“ vorbei. Sie hatten schräg gegenüber in der „Alten Feuerwache“ selbst Kunst ausgestellt, Ergebnisse diverser Workshops.

Begeistert zeigte sich Zeuthens Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD). Zusammen mit Gabriele Figge vom Kulturverein Zeuthen fasste sie spontan den Entschluss, solch einen „Kunstomaten“ auch in ihre Gemeinde zu holen. „Ich geh’ mal kurz Kunst holen“, könnte sich also in Eichwalde und Umgebung zum geflügelten Wort entwickeln. Aber Vorsicht, Kunst kann auch süchtig machen!

Von Heidrun Voigt

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