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Kurpark ist für Menschen, Vögel, Insekten da

Wildau Kurpark ist für Menschen, Vögel, Insekten da

Nicht nur die Wildauer sollen sich in ihrem Kurpark wohlfühlen. Er soll auch eine Heimstatt für heimische Kleintiere sein. Die Stadtverwaltung will es mit der Pflege deshalb nicht übertreiben, unaufgeräumte Ecken sollen als Nistplätze erhalten bleiben. Die öffentlichen Wiesen werden nicht zu kurz geschnitten.

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Der Eingang zum Kurpark an der Ecke Pirschgang, Birkenallee in Wildau. Gleich rechts befindet sich ein Spielplatz.

Quelle: Frank Pawlowski

Wildau. Die Stadt Wildau ist bekannt als Wissenschafts- und Technologiestandort. Die Wasserlage an der Dahme macht sie auch touristisch attraktiv. Die grüne Seite Wildaus soll nun ebenfalls mehr betont werden. Im Kurpark wurde schon vor Monaten begonnen, Wildwuchs, Äste und alte Bäume zu beseitigen. Die dringendsten Arbeiten zur Herstellung der Verkehrssicherheit an den Hauptwegen stehen kurz vor dem Abschluss, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Kleinod an der Birkenallee

Wegen der bevorstehenden Vogel-Brutzeit werden die Arbeiten von März bis September ohnehin ausgesetzt. Doch das Kleinod an der Birkenallee soll nicht nur als Erholungsgebiet für die Menschen, sondern auch als Naturraum für Tiere entwickelt werden. „An manchen Stellen sieht es unaufgeräumt aus, aber das ist wohl überlegt“, sagte die Umweltbeauftragte

Der Kurpark wird nicht komplett vom Baumschnitt geräumt

Der Kurpark wird nicht komplett vom Baumschnitt geräumt. Vögel und Insekten sollen hier Platz finden.

Quelle: Frank Pawlowski

der Stadt, Silke Joksch. Das Schnittmaterial werde nicht komplett entfernt, weil es ein „idealer Rückzugsort“ und eine „unersetzbare Lebensgrundlage“ für Vögel, Kleinsäuger und Insekten sei. Außerdem könnten damit Nistplätze erhalten und geschaffen werden.

Schautafeln werden erneuert

Nach Abschluss dieser Winterarbeiten werden konzeptionelle Arbeiten folgen, wie die Erneuerung von Informations- und Schautafeln sowie von Bänken einschließlich einer seniorenfreundlicheren, bequemeren Ausgestaltung, heißt es in der Mitteilung der Stadt. „Wege werden zunächst in einigen Bereichen besucherfreundlicher und der Kurpark als Erholungswald damit hoffentlich wieder für alle noch ein Stück erlebbarer werden“, so Silke Joksch. Ziel sei ein „ausgewogenes und akzeptables Gleichgewicht zwischen Ökologie/Naturschutz und der Erholungsnutzung“.

Die Hauptwege sind wieder verkehrssicher

Die Hauptwege sind wieder verkehrssicher.

Quelle: Frank Pawlowski

Allerdings räumt sie ein, dass es ein „individuelles Verständnis von Naturästhetik“ gibt. Soll heißen: nicht jeder findet das Urwüchsige schön. Der Kurpark wurde 1937/1938 von der Baumschule Späth als Volkspark mit Ziergehölzen innerhalb eines Kiefernbestandes angelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwilderte er, nach 1993 wurde er schrittweise wieder hergestellt, neue Anlagen kamen hinzu.

Öffentliche Wiesen sollen mehr blühen

Ebenfalls auf den Erhalt der Artenvielfalt will die Stadt bei der Gestaltung der öffentlichen Wiesen achten. Auf geeigneten Standorten sollen Blühwiesen unter den Bäumen entstehen. Als Beispiel nennt Silke Joksch den Stadtgarten östlich des Marktplatzes. Das Gras wird nicht mehr auf kurz getrimmt. Silke Joksch begründet das mit dem dramatischen Artenschwund bei den Insekten. Zu sehr aufgeräumte Grünflachen könnten ihnen nicht mehr als Lebensraum dienen. „Wir wollen als Stadt mit gutem Beispiel voran gehen, damit die Grünflächen wieder artenreicher werden.“ Sie hofft auf Nachahmer bei den Wildauern und auf deren Verständnis für das Vorgehen der Stadt.

Grünflächen sind immer wieder Thema in der Stadtpolitik

Die Pflege der Grünflächen war in der Vergangenheit immer wieder ein Thema in der Stadtpolitik, weil sich Einwohner beschwerten. Silke Joksch verweist jedoch darauf, dass „Wildwuchs“ hier nicht immer bedeutet, dass eine Fläche nicht gepflegt wird. Ähnlich wie beim Kurpark sollen Naherholung und Naturschutz im Einklang erfolgen. „Insekten brauchen Wiesen voller verschiedener Kräuter, Blüten und Sträucher.“ Zu häufiges Mähen raube ihnen den Lebens- und Nahrungsraum. „Wir können einen kleinen Beitrag zur Sicherung der Biodiversität im städtischen Umfeld leisten“, sagt sie.

Von Frank Pawlowski

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