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Dahme-Spreewald Ladenschließung sorgt für Ärger bei Senioren
Lokales Dahme-Spreewald Ladenschließung sorgt für Ärger bei Senioren
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05:20 31.08.2016
Die Bewohner des Seniorenheims in Deutsch Wusterhausen sind vorerst auf die ambulante Versorgung angewiesen. Quelle: Josefine Sack
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Deutsch Wusterhausen

Vor einer Woche stand Frau P. plötzlich vor verschlossener Tür. Am Edeka-Markt im AWO-Seniorenheim in Deutsch Wusterhausen hing ein Zettel mit der Aufschrift: „Ab heute geschlossen.“

Jahrelang kaufte P., die anonym bleiben will, dreimal pro Woche hier ein, was sie zum Leben brauchte. Die 87-Jährige wohnt zur Miete im Seniorenheim, in einer altersgerechten Wohnung. Sie ist schlecht zu Fuß. Dank der Verkaufseinrichtung auf dem Gelände konnte sie sich bis jetzt selbst versorgen. Wie sie ihre Einkäufe nun bewerkstelligen soll, bereitet der ihr Sorgen. Der nächste Discounter ist sechs Kilometer entfernt und ohne Auto oder Bus unerreichbar für sie.

Immerhin gibt es einen Bäcker im Ort, doch auch der ist gut 500 Meter entfernt, selbst mit Rollator eine Tortur für Frau P.’s schmerzende Beine. „Wenn ich bis dahin laufe, liege ich die nächsten Tage im Bett“, sagt die Seniorin.

Endgültig geschlossen hat der Edeka-Markt seit vergangenem Mittwoch. Betrieben wurde er von Rene Schrank, der auch eine Filiale in der Bahnhofsstraße in Königs Wusterhausen unterhält. „Der Laden musste aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden“, teilt eine Sprecherin von Edeka auf MAZ-Anfrage mit. Dazu beigetragen hätten unter anderem „die Eröffnung von Discountern in unmittelbarer Nähe zum Seniorenheim und ein Bus-Shuttle in das nächste Einkaufszentrum, der vom Seniorenheim selbst angeboten wird“, begründet die Unternehmenssprecherin und weiter: „Die älteren Herrschaften werden also keinesfalls ohne Einkaufsmöglichkeit zurückgelassen.“

Der nur knapp 20 Quadratmeter große Laden in Deutsch Wusterhausen bestand seit etwa 16 Jahren. „Anfangs hat sich das Geschäft noch rentiert“, sagt Edeka-Marktleiter Rene Schrank. Doch zuletzt nutzen immer weniger Kunden das Abgebot auf dem Gelände des Seniorenheims. Die vom Heim regelmäßig organisierten Seniorenfahrten ins nahegelegene A10-Center Wildau und die Einführung des Mindestlohns hätten seinem kleinen Laden schließlich den Rest gegeben, so Schrank. Dass er den Markt schließen musste, bedauert er: „Mir blieb nichts anderes übrig. Ich muss meine Leute doch auch bezahlen“, rechtfertigt der Unternehmer die Aufgabe des Geschäfts.

Im Seniorenheim selbst war man „von der sehr kurzfristigen Entscheidung der Betreiber überrascht und enttäuscht“, teilt Geschäftsführer Andreas Beckmann schriftlich mit. Aktuell laufen bereits erste Gespräche mit potenziellen Nachnutzern der Verkaufsstelle. „Wir wünschen uns einen kurzfristigen Ersatz“, so Beckmann.

Bis ein neuer Betreiber gefunden ist, wird Frau P. wohl nichts anderes übrig bleiben, als ihre Kinder um Hilfe zu bitten – oder sie nutzt künftig den vom Heim organisierten Fahrdienst, um ihre Einkäufe zu erledigen.

Von Josefine Sack

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