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Dahme-Spreewald Lammert zu Terror, zur Wende und zu Kohl
Lokales Dahme-Spreewald Lammert zu Terror, zur Wende und zu Kohl
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00:59 11.10.2014
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) bei der Podiumsdiskussion im Hörsaal der Technischen Hochschule Wildau. Quelle: Gerlinde Irmscher
Wildau

„Zu meiner Verblüffung komme ich in der in dieser Woche von Tilman Jens und Heribert Schwan veröffentlichten Zitatensammlung Helmut Kohls über Politiker gar nicht vor“, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) schmunzelnd am Dienstagabend zu Beginn einer Podiumsdiskussion an der Technischen Hochschule Wildau, zu der der Kulturverein Zeuthen sowie der Verein Kind & Kegel Eichwalde eingeladen hatten. „Dabei ist mein Verhältnis zu Kohl, insbesondere seines zu mir, nicht ganz ungetrübt“, bekennt der zweite Mann im Staat.

Zum Kulturverein

Der Kulturverein Zeuthen wurde im Mai 2012 gegründet.

Von Beginn an wird der Verein von der Zeuthenerin Ulrike Dolezal geleitet. 45 Mitglieder gehören dem Verein bisher an.

Seit seinem Bestehen organisierten die Mitglieder etwa 25 Veranstaltungen, darunter auch am vorigen Wochenende den Kabarettabend mit dem Ensemble der Berliner „Distel“. Den Höhepunkt des Vereinskalenders bildet die 2013 erstmals veranstaltete eintägige "Wasser -Kultur-Zeuthen" mit jeweils drei bis vier Bootstouren, an denen bisher insgesamt etwa 350 Kulturinteressierte teilnahmen.

Der Verein „Kind & Kegel“ Eichwalde wurde 2007 gegründet. Er hat sich auf kulturellem Gebiet der außerschulischen Bildung von Kindern und Jugendlichen verschrieben. Die Leitung des Vereins liegt in den Händen der Freizeitpädagogin Barbara Winter.

Der Eichwalder Verein organisiert jährlich zahlreiche Veranstaltungen unter anderem Lesungen für Erwachsene und Kinder. Besonders beliebt sind bei den Zuhörern die Gartenlesungen. Aber auch museumspädagogische Führungen und naturwissenschaftliche Projekte gehören dazu.

Bundestagspräsident ja, aber nie Minister

Das gehe schon auf das Jahr 1983 zurück, als es der junge CDU-Bundestagsabgeordnete wagte, dem kurz zuvor ins Amt gekommenen Kanzler die bedingungslose Gefolgschaft zu verweigern. Im Kern ging es um eine Amnestie für Verstöße gegen das Parteienfinanzierungsgesetz. Lammert versagte damals als Einziger in der Fraktion seine Zustimmung und galt fortan bei Kohl als „unsicherer Kantonist“. Das müsse man aushalten, meint Lammert. Zumal er, das erste von sieben Kindern eines Bäckermeisters, mit Leib und Seele Parlamentarier sei. Dafür spricht, dass er schon zum dritten Mal zum Bundestagspräsidenten gewählt wurde. „Warum aber nie Minister?“, fragte der ehemalige NDR-Korrespondent Malte Zeeck, der die Veranstaltung moderierte. „Ein Minister hat einen großen Löffel nur in einem Topf. Als Parlamentarier aber kann ich mich zu allen Themen melden“, antwortete Lammert freimütig.

Lammert kennt Zeuthener Kulturverein gut

Schließlich arbeitete er von 1989 bis 1998 als Parlamentarischer Staatssekretär in drei Ministerien. Aus dieser Zeit kennt ihn auch die Vorsitzende des Zeuthener Kulturvereins, Ulrike Dolezal, die noch in Bonn als Referatsleiterin im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft tätig war. „Kohl hatte ihn damals in dem FDP-geführten Ministerium platziert. Ein Umstand, den Norbert Lammert mit dem ihm eigenen Humor hinnahm“, erinnerte sich Dolezal, die mit dieser Einladung an alte Kontakte anknüpfte. Das diese Podiumsdiskussion ausgerechnet am 7. Oktober, dem 65. Jahrestag der DDR zustande kam, war Zufall. Moderator Zeeck nutzte diese Chance, um die rund 120 Zuhörer zu fragen, wer von ihnen die DDR wiederhaben wolle: nicht ein Einziger!

Im Rückblick auf 1989 verwies Lammert darauf, wie sehr die Wahrnehmung laufender Ereignisse beschränkt ist. „Uns scheint es oft, als hätte Deutschland damals die Welt verändert. Insgesamt aber gab es 1989 gigantische Umbrüche mit einer erstaunlichen Parallelität der Ereignisse von den baltischen Staaten über die CSSR und Polen bis nach Ungarn.“

Gegen die Terrormiliz Islamischer Staat vorgehen

In der Diskussion sagte der Zeesener Lutz Schwertfeger, dass ihn die Waffenexporte in Krisengebiete besorgt stimmen. Er wolle gern wissen, nach welchen Grundsätzen die Abgeordneten entscheiden. Lammert berichtete, dass die Bundeswehr an 17 Orten außerhalb des eigenen Landes aktiv ist. Dabei dürfe aufgrund der Geschichte über diese Auslandseinsätze nicht die Regierung, sondern nur der Bundestag entscheiden. „Solange die Teilung der Welt mitten durch das eigene Land ging, sahen wir uns außerstande, an militärischen Operationen teilzunehmen. Aber Deutschland ist nicht mehr geteilt“, hob Lammert hervor. Daher ist für ihn angesichts der Gräueltaten der Terrormiliz Islamischer Staat nicht mehr die Frage „ob, sondern was wir tun.“

TH-Kanzler Thomas Lehne fragte, welche Wünsche der Bundestagspräsident für Deutschland in den nächsten 25 Jahren habe. „Ich wäre schon glücklich, wenn wir in 25 Jahren in ähnlichen Verhältnissen leben wie jetzt. Mit dem Blick auf die Welt und auf die eigene Geschichte ist dies ein erfreulicher Ausnahmezustand.“

Von Franziska Mohr

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