Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Land und Bahn wollen keine niveaufreie Querung
Lokales Dahme-Spreewald Land und Bahn wollen keine niveaufreie Querung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 23.10.2017
Die Bahnquerung am Forstweg in Zeuthen ist laut Rathaus ein Gefahrenpunkt. Quelle: Oliver Becker
Anzeige
Zeuthen

Lange Rückstaus und brenzlige Situation durch Überholmanöver wegen langer Schließzeiten am Bahnübergang Zeuthen: Eine vom Rathaus in Auftrag gegebene Studie hatte die Schranke und die Kreuzung der Landesstraßen L401 und L402 vor Ort kürzlich als Gefahrenpunkt beschrieben. Zur Entschärfung der Lage diskutiert die Gemeindevertretung seit Langem einen Brücken- oder Tunnelbau am Übergang, ist aber auf die Mitfinanzierung von Land und Bahn angewiesen. Trotz der neuen Ergebnisse der Verkehrsstudie sperren sich die Verfahrensbeteiligten gegen den anvisierten Bau einer niveaufreien Bahnquerung in Zeuthen.

Lange Schrankenschließzeiten

Laut Gutachten beträgt die Schrankenschließzeit zwischen sechs und zwölf Uhr vormittags bis zu 30 Minuten pro Stunde. Rückstaus bis zu 70 Metern sind keine Seltenheit. 36 Unfälle sind von der Polizei im Beobachtungsgebiet zwischen 2012 und 2016 registriert worden. Nur sechs Unfälle stehen danach in direktem Zusammenhang mit der Schrankensituation. Sie kamen zustande, weil Fahrzeugführer am Rückstau vorbeifuhren, um geradeaus in die L 401, die Lindenallee, zu gelangen.

Gesamtbild betrachten

„Wir haben die Studie an Land und Bahn versandt mit der Bitte um Stellungnahme. Der Landesbetrieb Straßenwesen sieht aber weiter keinen Unfallschwerpunkt an der Stelle und keine Notwendigkeit eines Brücken- oder Tunnelbaus“, sagte Zeuthens Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD). Die Sicherheitsdefizite und geringen Unfallzahlen sprechen aus Sicht des Landesbetriebs für Straßenwesen nicht für den Bau einer niveaufreien Bahnquerung am Zeuthener Forstweg. „Das können wir so nicht stehen lassen“, sagte Burgschweiger. Man müsse das Gesamtbild betrachten. Die Schließzeiten der Schranke würden immer weiter zunehmen. „Damit steigt auch Anzahl der Verkehrsdelikte, da die Menschen an der Schranke nicht so lange stehen – Fußgänger huschen unter der Schranke durch und Pkw fahren in die Gegenspur, um zu überholen, wenn sich lange Rückstaus bis hin zum Goetheboden bilden“, sagte Burgschweiger. Dadurch komme es zu gefährlichen Situationen. Bislang sei noch nichts schlimmes passiert. Darauf müsse man aber nicht erst warten.

Burgschweiger setzt weiter auf Dialog

Zur Zeit wartet das Rathaus noch auf Antwort des Infrastrukturministeriums des Landes. Die Rathauschefin will Vertreter des Ministeriums nach Zeuthen einladen, um die Ergebnisse der Studie zu diskutieren. Auch die Bahn sieht nach Vorlage der neuen Zahlen des Gutachtens keine gravierenden Verkehrssicherheitsdefizite. Man habe die Schranke kürzlich erst ertüchtigt und erfülle alle Sicherheitskriterien einer modernen Schrankenanlage – so die Antwort an das Rathaus Zeuthen. Trotz der schlechten Ausgangslage setzt Burgschweiger auf Dialog.

Verhandlungspartner wechseln

„Wenn dem so ist, dann muss man hier mit Nachdruck anders auftreten“, sagte Nadine Selch (CDU). Man müsse nicht bitten, sondern klare Forderungen stellen und unter Umständen die Verhandlungspartner wechseln. Es bestehe der Bedarf nach einer vernünftigen Anbindung des Ortes an den BER-Flughafen, so Selch. „Die Chance, dass wir eine niveaufreie Bahnquerung bekommen, sehe ich sehr skeptisch. Ob dort überhaupt eine Notwendigkeit besteht, ist noch eine andere Frage“, sagte Dieter Karczewski (BfZ).

„Wenn die Bewertung so ausgefallen ist, dann muss man das erst einmal akzeptieren. Wir haben eine andere Auffassung“, sagte Karl Uwe Fuchs (FDP). Mit der BER-Eröffnung werde der Bahnübergang nicht mehr befahrbar sein, weil die Schließzeiten dann zu groß seien. Fuchs setzt auf das Verhandlungsgeschick des neu gewählten Bürgermeister Sven Herzberger (parteilos).

Von Oliver Becker

Bauarbeiten an diversen Bahnstrecken führen in den nächsten Tagen zu Problemen im regionalen Bahnverkehr. Betroffen sind in den Kreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald die Linien S2, RE2, RE3, RE4, RE5 und RB22.

19.10.2017

Kinder, die drei Jahre oder länger in die Kita gehen, weisen weniger Sprachprobleme auf als zu Hause betreute Kinder. Im Interview sprechen zwei Logopädinnen aus Zeuthen darüber, warum Sprachdefizite möglichst noch vor Schulbeginn therapiert sein sollten.

19.10.2017
Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) - Kitas, Sprechtage: Neuer Bürgermeister legt los

Der neue Bürgermeister von Königs Wusterhausen, Swen Ennullat (Freie Wähler KW), ist am Mittwoch vereidigt worden. Als erste Amtshandlung berief er eine Beratung zur Kitaplatz-Krise in der Stadt ein. Im MAZ-Gespräch kündigt er außerdem die Einführung von zwei Bürgersprechtagen in der Woche an.

22.10.2017
Anzeige