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Dahme-Spreewald Landkost-Ei wegen Tierquälerei angezeigt
Lokales Dahme-Spreewald Landkost-Ei wegen Tierquälerei angezeigt
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12:56 18.11.2014
Junghennen bei Landkost-Ei in Bestensee werden in diesen Containern von der Aufzucht- in die Legestation transportiert. Das Deutsche Tierschutzbüro erstattete Anzeige wegen Tierquälerei. Quelle: Tierschutzbüro
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Bestensee

Jan Peifer vom Tierschutzbüro war mit einem Kollegen am 7. November vor Ort. Beide wollten sich ein aktuelles Bild von der Tierhaltung in dem Unternehmen machen. Das hat das Tierschutzbüro seit 2008 im Visier. Damals war Landkost-Ei in Verruf geraten, weil Eier falsch deklariert wurden. Eier aus Bodenhaltung wurden fälschlicherweise als Freilandeier ausgewiesen und verkauft. Jetzt haben die Tierschützer beobachtet, wie Junghennen für den Transport von der Aufzucht- in die Legestation vorbereitet werden. Beides ist ungefähr einen Kilometer voneinander entfernt.

"Uns bot sich ein grauenhaftes Bild", so Jan Peifer. "Die Hühner wurden brutal in Gitterwagen gezwängt", sagte er. Die Tiere seien so eng zusammen gepfercht worden, dass sie keine normale Körperhaltung mehr einnehmen konnten. Dutzende Hühner hätten hilflos mit massiv verrenkten Hälsen und Beinen ausharren müssen. "Das muss für die Hühner äußerst schmerzhaft gewesen sein", kommentiert Peifer. Ebenfalls dokumentieren konnten die Tierschützer, wie aus einem dieser Gitterwagen verletzte und tote Hühner entsorgt wurden.

Peifer zeigte sich auch entsetzt darüber, dass die Landkost-Mitarbeiter, die die Tiere einfingen und in die Transport-Container sperrten, keinerlei Mitgefühl für die Qual der Tiere zeigten. "Im Gegenteil. Sie machten sich über unsere Sorgen noch lustig, zogen alles ins Lächerliche", berichtet Peifer. Sie hätten vor Ort keinerlei Einsicht gezeigt. "Deswegen haben wir nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Cottbus gestellt." Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum bestätigte den Eingang der Anzeige. "Sie wird jetzt aufgenommen und geprüft. Dann wird entschieden, ob Ermittlungen aufgenommen werden", sagte er.

Geschäftsführer von Landkost-Ei bleibt gelassen

Bei Landkost-Ei in Bestensee sieht Geschäftsführer Richard Geiselhart der Angelegenheit gelassen entgegen. "Wir halten uns genauestens an die Tierschutztransportverordnung", sagte er. In dem Dokument seien die Vorschriften etwa für die Maße der Transport-Container genau definiert. Bei Landkost-Ei habe man sogar höhere Standards als im Gesetz vorgeschrieben. Dem zuständigen Veterinäramt im Landkreis Dahme-Spreewald habe man bereits die komplette Dokumentation über die Transporte der Junghennen zur Überprüfung übergeben.

Dies bestätigte Kreis-Pressesprecherin Heidrun Schaaf. In den Transportvorschriften sei genau beschrieben, wie groß die Container sein müssen und wie viele Tiere darin unterkommen dürfen. "Im Vergleich mit den übergebenen Unterlagen haben wir keine Verstöße feststellen können", sagte sie. Weil in dieser und der kommenden Woche aber weitere Transporte von der Aufzucht- in die Legestation bei Landkost-Ei vorgesehen sind, werde das Veterinäramt des Landkreises unangekündigt Kontrollen in dem Bestenseer Unternehmen vornehmen. Zudem werde man sich das Foto- und Videomaterial des Tierschutzbüros ansehen.

Von Andrea Müller

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