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Landpartie beim Bestenseer Weinbauverein

Bestensee Landpartie beim Bestenseer Weinbauverein

Eine drei Viertel Hektar große Fläche bearbeiten die Mitglieder des Bestenseer Weinbauvereins. Bei mehreren Führungen im Rahmen der Brandenburger Landpartie hat der Vereinsvorsitzende Herbert Krenz am Wochenende die Arbeit des Vereins vorgestellt. Die kann sich sehen lassen, 3200 Flaschen wurden im vergangenen Jahr produziert.

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Herbert Krenz, Vorsitzende des Bestenseer Weinbauvereins, und seine Mitstreiter nehmen jedes Jahr an der Landpartie teil.

Quelle: Dietrich von Schell

Bestensee. Anlässlich der 23. Brandenburger Landpartie am Wochenende gab es vor allem hinter den Hof- und Stalltüren der heimischen Landwirte wieder viel zu entdecken. Ein bisschen in Vergessenheit geriet dabei beinahe der Weinbau in der Region, obwohl auch in Brandenburg manch edler Tropfen erzeugt wird, unter anderem auch in Bestensee.

Auf dem dortigen Weinberg fanden an den beiden Tagen mehrere Führungen statt. Herbert Krenz, der Vorsitzende des Bestenseer Weinbauvereins, erklärte den Teilnehmern den arbeitsintensiven Alltag auf dem Weinberg. Einen Dreiviertel Hektar haben er und seine ebenso engagierten Mitstreiter zu bewirtschaften. Vor allem Pflegearbeiten am sogenannten Unterstock stehen jetzt im Juni an. „Nachdem im Mai die Aufmerksamkeit dem Boden und der Düngung galt, müssen wir jetzt dafür sorgen, dass die Trauben Licht, Luft und Sonne abbekommen“, erklärte er. Denn nur so lassen sich optimale Größe und Süße der Weinbeeren erzielen. „Das bedeutet, überschüssige Triebe und zu viel Laub müssen weg“, so Krenz. Außerdem hatte er in dem zu trockenen Mai viel mit der Bewässerung der Weinreben zu tun. Kein Wunder also, dass sich der Weinliebhaber, der ursprünglich aus Rügen stammt, fast täglich auf dem Weinberg aufhält.

Ein Schoppen Wein beim Blick hinab vom Weinberg

Unter den Besuchern waren neben Landpartie-Interessierten auch Wanderer und Radfahrer, die bei dem schönen Wetter an dem Weinberg eine Rast einlegten. Im Schatten aufgestellte Bänke und Tische luden zum Verweilen ein. Bei einem Schoppen Wein genossen die Besucher den Blick vom 34 Meter hohen, sanft abfallenden Weinberg zum Bestenseer Dorfkern.

Am Sonntagmorgen sangen und spielten Kinder der Musikschule Fröhlich Lieder zum Mitsingen. „Das gehört bei uns zur Tradition im Rahmen der Brandenburger Landpartie“, so Krenz. Seit der Gründung 2011 nimmt der Weinbauverein daran teil. Ebenso dazu gehört der Auftritt von zwei Männerchören, einer aus Bestensee, der andere aus Zernsdorf. „Diese gestandenen Sänger dürfen, um ihre Stimmen zu ölen, sogar Bier trinken“, sagte Herbert Krenz. Das ist ansonsten am Weinberg ziemlich verpönt.

Im September beginnt der Höhepunkt der Saison – die Lese

Fünf Rebsorten baut der Weinbauverein an, zwei Rotweine und drei Weißweine. „Im vergangenen Jahr haben wir insgesamt 3200 Flaschen hergestellt, dieses Jahr werden es deutlich mehr sein“, prognostizierte Herbert Krenz. Das kann er mit seiner großen Erfahrung in Sachen Weinbau jetzt schon absehen. Die Rebsorten wurden nach zwei Gesichtspunkten ausgewählt, wie Krenz weiter erläuterte. Sie müssen demnach vor allem widerstandsfähig sein, der rote Cabernet Cortis etwa ist sehr pilzresistent. Zweitens spielten Gesichtspunkte der Reife und Lese eine Rolle. „Alle Sorten werden zu unterschiedlichen Zeiten geerntet, das vereinfacht den Ablauf“, so Krenz.

Höhepunkt der Weinsaison ist natürlich die Lese. „Bei uns beginnt sie im September mit der Ernte des Solaris“, erzählte Krenz. Dies sei die Rebsorte, mit der überall in Deutschland die Weinlese eröffnet wird. Weiter geht es im Oktober, ausschlaggebend für die Ernte sei die Süße der Trauben, der Oechslegrad, der sich mit Messgeräten bestimmen lässt. Dann packen alle gut 20 Mitglieder des Vereins mit an, Unterstützung kommt darüber hinaus auch von freiwilligen Helfern. Hergestellt werden die edlen Tropfen der Bestenseer Weinbauern schließlich in Jessen in Sachsen-Anhalt.

Von Dietrich von Schell

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