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Langsam werden Flächen knapp

Wildau Langsam werden Flächen knapp

Wildau erlebt seit 20 Jahren einen beispiellosen Aufschwung, gehört heute zu den wohlhabendsten Kommunen Brandenburgs. Im MAZ-Gespräch sagt Bürgermeister Uwe Malich (Linke), wie er sich die weitere Entwicklung vorstellt. An einem ehrgeizigen Ziel hält er trotz kritischer Stimmen fest.

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Uwe Malich, 63, ist seit 2002 Wildaus Bürgermeister, seine zweite Amtszeit endet in diesem Jahr. Ob er ein drittes Mal antritt, ist noch offen.

Quelle: Franziska Mohr

Wildau. Vom Sorgenkind zum Musterknaben: Nach dem Verlust tausender Arbeitsplätze im Schwermaschinenbau-Betrieb „Heinrich Rau“ setzte Mitte der 1990er Jahre ein beispielloser wirtschaftlicher Aufstieg ein. Heute ist Wildau eine der wohlhabendsten Städte in Brandenburg. Über die Entwicklung sprach die MAZ mit Bürgermeister Uwe Malich (Linke).

500 neue Arbeitsplätze pro Jahr

Sie sind seit 2002 Bürgermeister in Wildau – zufrieden mit dem Erreichten?

Das würde ich so sagen. Als ich anfing, standen die Investoren noch nicht Schlange. Heute entstehen pro Jahr 500 neue Arbeitsplätze in Wildau, mehrere hundert Unternehmen sind hier ansässig. Bei den Steuereinnahmen haben wir inzwischen sogar den Bundesdurchschnitt übertroffen. Wir spielen zwar nicht wie Schönefeld in der Champions League, sondern in der Regionalliga, aber auf einem sehr guten Niveau.

Wo soll das noch hinführen?

Beim quantitativen Wachstum nähern wir uns der Grenze, auch wenn das noch einige Jahre dauern wird. Es gibt noch zwei, drei große Flächen für den Wohnungsbau. Im Gewerbepark Wildau-Hoherlehme sind inzwischen alle Flächen bebaut, auf dem ehemaligen Schwermaschinenbau-Gelände ist noch etwas Platz.

Ziel: Eine Stadt mit 12500 Einwohnern

Sie selbst sprechen davon, dass die Einwohnerzahl auf 12 500 steigen soll, das sind 2500 mehr als jetzt. Ist das realistisch?

Ja, wir haben 2014 mit dem Flächennutzungsplan die Weichen dafür gestellt. Die angestrebte Einwohnerzahl ist übrigens die Voraussetzung für Wildaus künftige Eigenständigkeit. Unabhängig davon müssen wir natürlich schauen, wo Wohnungsbau möglich ist . Das ist eine schwierige Abwägung im Einzelfall.

Wo ist denn Wohnungsbau noch möglich?

Im Röthegrund und an der Bergstraße/Schertlingstraße werden insgesamt rund 400 Wohneinheiten entstehen. Die Planungsverfahren dafür laufen bereits. Im Finkenschlag hinter Rewe gibt es noch ein großes Baugebiet für einige Hundert Wohnungen. Und am Dahme-Nordufer in Richtung Zeuthen will ein Investor bis zu 1000 Wohneinheiten bauen. Viel Platz ist dann nicht mehr für Neubauten. Aber wenn wir Wohnungen bauen, muss auch die soziale Infrastruktur verbessert werden. So wollen wir zum Beispiel das Dachgeschoss der Ludwig-Witthöft-Oberschule ausbauen, damit die Schule stabil vierzügig bleiben kann. Am Kreisel in der Freiheitstraße ist der Neubau einer Kindertagesstätte geplant, die auch die Kinder aus der Kita Wirbelwind beherbergen soll. Den Platz dort benötigen wir für die Erweiterung der Grundschule.

Zusammenarbeit ja, Gemeindefusion nein

Einwohner und auch Stadtpolitiker sind besorgt, dass Wildau seinen grünen Charakter verliert, wenn alles zugebaut wird. Teilen Sie diese Sorgen?

Ich verstehe die Sorgen, deshalb werden wir darüber in der Stadtverordnetenversammlung sehr sorgfältig reden.

Wie stehen Sie zu einem Zusammenschluss mit Nachbarorten?

Da bin ich sehr zurückhaltend. Da, wo es sinnvoll ist, werden wir weiter eng zusammenarbeiten. Wir sind kein Villen-Vorort von Berlin wie Eichwalde oder Zeuthen. Wir sind ein Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort mit der größten Technischen Hochschule Brandenburgs.

Straßenbau-Projekte für zehn Jahre

Zum Straßenbau: Wie geht es in den kommenden Jahren weiter?

Wir werden im Juli mit der Bergstraße fertig sein, danach wird es in der Chausseestraße noch eine große Maßnahme mit einer mehrwöchigen Sperrung geben. Der Kreis baut die Straße zwischen dem Autohaus Dietz und der Dorfaue aus. Bei den kommunalen Straßen geht es dann im Westkorso weiter. Wir werden im Mai einige Planungsvarianten vorstellen. Für die Waldsiedlungen fangen wir mit den Planungen an. Die Fichtestraße und die Jahnstraße müssen gemacht werden. Der Straßenbau wird uns noch die nächsten zehn Jahre beschäftigen.

Was wird aus dem Wildau-Center an der Freiheitstraße, Ecke Fichtestraße?

Es soll noch in diesem Jahr zwangsversteigert werden. Das Gebiet soll hochwertig entwickelt werden, durch uns oder durch einen Investor. Die Fläche hat eine besondere Bedeutung. Dort müssen Versorgungsangebote und Wohnqualität entstehen.


Von Frank Pawlowski

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