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Legionäre und ihre Kampfkunst

Römisches Lagerleben im Freilichtmuseum Germanische Siedlung Legionäre und ihre Kampfkunst

Der Sonnabend stand in der Germanischen Siedlung in Klein Köris ganz im Zeichen der Römer. Mitglieder der „Legio XVII-Albica“ demonstrierten dort das Lagerleben in der Antike und stellten den Besuchern verschiedene Kampftechniken vor, darunter die Steinschleuder

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„Legionäre“ aus Dresden und Berlin stellten Kampftechniken und Uniformen vor.

Quelle: Uta Schmidt

Klein Köris. „Unter der Rüstung brät man ja regelrecht“, stöhnte René Schulze am Sonnabend unter der Last seines goldglänzenden Römerhelms. Die 34 Grad Celsius waren selbst dem an römische Hitze gewohnten „Legionär“ zu viel. Dennoch zeigten die Mitglieder der „Legio XVII–Albica“ mitten im Germanendorf in Klein Köris unermüdlich antike Kampftechniken, sie informierten Besucher über ihre Ausrüstung und die Entbehrungen des Lagerlebens und plauderten bei Brot und Fischsoße über Tafelsitten im alten Rom.

Erstmals hatten die Mitglieder des Vereins „Freilichtmuseum Germanische Siedlung“ befreundete Hobby-Legionäre aus Dresden und Berlin in die Klein Köriser Museumsanlage eingeladen, um einmal über den sprichwörtlichen Tellerrand der Germanenzeit zu blicken. „Auch wenn die Römer nie in unsere Gefilde vorgedrungen sind, das Leben in der Antike, besonders in den 17. bis 19. Legionen, ist für uns interessant. Denn das waren die Truppen, die von den Germanen im Teutoburger Wald vernichtend geschlagen wurden“, erläutere Museumsvereinschef Michael Böhm.

Uwe Petzer (r) gehört zu den weltbesten Steinschleuderern

Uwe Petzer (r.) gehört zu den weltbesten Steinschleuderern.

Quelle: Uta Schmidt

Unter den über 20 Vereinsmitgliedern befinden sich ebenso Historienfreunde, die sich sehr für die römische Lebensart begeistern. Dazu gehört Ralf Irmscher, der Besuchern Münzen, Landkarten, römische Spiele und Altäre zeigte. „Der Lachenaltar diente der Anbetung von Familiengöttern. Verehrt wurden neben den offiziellen Göttern wie Jupiter aber auch die Hausgötter Penaten“, so Irmscher. Der Bürgermeister von Münchehofe schlüpft in der Freizeit immer wieder gern in römische Gewänder und die Uniform eines Legaten der 14. Legion. „Schon seit meiner Kindheit interessiere ich mich für die Römerzeit“, sagte er.

Was es für einen römischen Soldat bedeutete, bei Hitze und Kälte eine 30 Kilogramm schwere Rüstung am Leibe zu tragen, demonstrierte „Optio“ (Feldwebel) Schulze. „Sie besteht aus Helm, Schienenpanzer, Schwert, Dolch, Gürtel, Schild und Speer. Die 19. Legion ist bis an die Elbe vorgedrungen, daher trägt sie den Namenszusatz Albica“, so der Dresdner zu den wissbegierigen Besuchern. Sie erfuhren ebenso, dass Schulze im bürgerlichen Leben als EDV-Spezialist arbeitet, in der Freizeit aber als Lucius Sidonius Callidus das Soldatenleben bevorzugt.

Hintergrund

Das Germanendorf wurde 1971 als Bodendenkmal registriert. Es wurde bis 1995 bis zu 75 Prozent ausgegraben.

Das Freilichtmuseum zieht pro Jahr bis zu 4000 Besucher an. Viele Schulklassen haben sich bereits wieder angemeldet. Die Mitglieder des Vereins versuchen, die Anlage täglich bei Voranmeldung ( 01 52/2 27 95 93 44) und regulär jeden ersten Sonntag im Monat zu öffnen.

Nächste Höhepunkte: Das Museumsfest, 20. Juni, 10 bis 17.30 Uhr, und der Denkmaltag am 13. September.

Erstmals zeigte am Sonnabend auch Uwe Pelzer, einer der weltbesten Steinschleudermeister, auf der Freifläche sein Können. „Aus der uralte Jagdtechnik hatte sich eine effektive Kampftechnik entwickelt. Im Heer von Hannibal waren einst 2000 Schleuderer, die gegen die Fernwaffen antraten“, so der junge Mann aus Oschersleben. Diese Geschosse würden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Stundenkilometern unterwegs sein. Pelzer trainiert seit sechs Jahren täglich mindestens eine Stunde diese ungewöhnliche Sportart.

Beim Museumsfest am 20. Juni gibt es ein Wiedersehen mit den römischen Legionären in Klein Köris. „Dann wollen wir uns mit Medizin, Kosmetik und Hygiene bei den Germanen und Römern beschäftigen“, so Böhm. An diesem Tag soll aber auch das Leben des germanischen Stammes in der Siedlung in den Jahren zwischen 100 und 500 nach Christus wieder stärker in den Fokus gerückt werden.

Von Uta Schmidt

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