Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Lesen und schlemmen im Literaturcafé

Schenkenländchen Lesen und schlemmen im Literaturcafé

Leseratten haben es schwer auf dem Land. Es fehlt an Buchhandlungen und Bibliotheken. Nicht so im Schenkenländchen. Ehrenamtliche in Märkisch Buchholz, Freidorf und Groß Köris sorgen hier einfach selbst für genügend Lesestoff vor Ort.

Voriger Artikel
1300 Eigentümer suchten Rat
Nächster Artikel
Innovationspreis für Logistik-Lösung

Die ehrenamtlichen Bibliothekarinnen Silke von Natzmer (l.) und Arnica Ringk leiten die Lesestube im Litbeg in Märkisch Buchholz.

Quelle: Josefine Sack

Märkisch Buchholz. Winterzeit ist Lesezeit. Doch gerade In dünn besiedelten Gegenden haben es Leseratten schwer. Gut sortierte Buchhandlungen gibt es kaum und auch viele Stadtbibliotheken haben über die Jahre dicht gemacht.

In Märkisch Buchholz etwa schloss die kleine Stadtbibliothek, die sich seinerzeit in der Aula der Grundschule befand, im Jahr 2003. Auch die Fahrbibliothek des Landkreises Dahme-Spreewald macht in Brandenburgs kleinster Stadt mit gerade mal 773 Einwohnern (Stand 2015) nicht Halt. Eine Stadt ohne Bibliothek? Diesen Zustand wollten die Märkisch Buchholzer nicht einfach so hinnehmen. 2013 eröffnete schließlich die kleine Bibliothek im Erdgeschoss des Literatur- und Begegnungszentrums „Franz Fühmann“ (Litbeg).

Buchbestand wird katalogisiert

„Einen Großteil der Bücher haben wir von der ehemaligen Stadtbibliothek übernommen“, berichtet Arnica Ringk. Die zweifache, berufstätige Mutter leitet die Lesestube, die nur einmal in der Woche, am Donnerstagnachmittag, geöffnet hat, ehrenamtlich – zusammen mit Silke von Natzmer. Ein Jahr habe es gedauert, den alten Buchbestand zu sichten. Noch immer sind die Laienbibliothekarinnen mit dem Katalogisieren beschäftigt. Um den Überblick zu behalten, bekommt jedes Buch einen eigenen Zettel. Auch einen bibliothekseigenen Stempel haben die Ringk und von Natzmer entworfen.

Neben den vielen Büchern aus der früheren Bibliothek ist inzwischen auch viel neue Literatur hinzugekommen. An die 2000 Medien, darunter Frauenliteratur, Zeitschriften, DVDs, Spiele, historische Romane und Sachbücher, füllen heute die Regale, schätzt Arnica Ringk. Die meisten Bücher stammen aus Spenden. Hin und wieder finden sich vor den Papiercontainern in der Kleinstadt auch abgestellte Bücherkisten mit gut erhaltenen, aussortierten Bestsellerromanen – für die Lesestube im Litbeg ein Glücksfund. Ansonsten stöbern die Bibliothekarinnen regelmäßig im Internet nach günstigem Lesenachschub.

Büchertrödel am Sonnabend

Damit die kleine Bibliothek nicht aus allen Nähten platzt, räumen Ringk und von Natzmer zweimal im Jahr die Regale auf. Doppelte oder alte Bücher finden – für einen kleinen Obolus von maximal einem Euro – im Frühjahr und Herbst einen neuen Besitzer. Der nächste Büchertrödel findet am Sonntag, 20. November, von 14 bis 16 Uhr statt.

Die Bibliothek findet großen Anklang: 180 Einwohner besitzen einen Leseausweis. Der Großteil der Nutzer sind Kinder. Für sie kostet die Mitgliedskarte 50 Cent. Erwachsene zahlen eine einmalig zu entrichtende Gebühr von einem Euro. Mehr als 400 Medien wurden in diesem Jahr ausgeliehen.

Weitere Bibliotheken im Schenkenländchen

In Freidorf betreibt die Künstlerin Elga Friedrich seit 2012 die „Blaue Bücherscheune“. 2000 Bücher zählen zum Bestand. Geöffnet hat die Bücherscheune (Dorfstraße 8) jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 15 bis 18 Uhr.

In Groß Köris öffnet der Bürgerverein Bikut dienstags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr die Bücherstube in den Räumen der Volkssolidarität (Berliner Straße).

Die Märkisch Buchholzer schätzen nicht nur ihre Lesetube, gern verweilen sie donnerstags auch in Renate Wantkes Literaturcafé nebenan. Jürgen Grube kommt jede Woche her, um die Kuchenkreationen der ehrenamtlichen Stadtverordneten zu probieren. „Klar könnte man auch zu Hause Kaffee trinken. Aber hier tauscht man sich aus und kommt mit den Nachbarn ins Gespräch, das macht Spaß“, schwärmt er. „Wir sind wegen der Gesellschaft hier“, bestätigt eine junge Mutter aus dem Ort. „Die Mütter haben Zeit zum Reden und die Kinder spielen.“ Angesichts des überschaubaren Angebots haben sich die Bibliothek und das Café längst zum festen Treffpunkt in der Stadt entwickelt.

Von Josefine Sack

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg