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Dahme-Spreewald Letzter Justizminister der DDR nimmt Hut
Lokales Dahme-Spreewald Letzter Justizminister der DDR nimmt Hut
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18:27 13.02.2013
SCHULZENDORF

. Der Sitz im Gemeindeparlament war noch die einzige politische Tätigkeit, die er bekleidete. Manfred Walther war auch der letzte Justizminister in der DDR. Nach der Wende und dem Fall der Mauer bekleidete er Funktionen im CDU-Landesvorstand und im Bund der Vertriebenen.

„Ich habe den Zeitpunkt jetzt gewählt, damit sich mein Nachfolger vor den Kommunalwahlen im nächsten Jahr noch ordentlich einarbeiten kann“, erklärte Manfred Walther, der von Beruf Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei in Berlin ist. Er selbst war 19 Jahre lang Abgeordneter im Schulzendorfer Gemeindeparlament.

Zu DDR-Zeiten sei er zunächst von Lothar de Maizière zum Staatssekretär ernannt worden. Als Justizminister Kurt Wünsche ausgeschieden sei, habe ihn de Maizière zum Minister berufen. Es seien damals nur wenige Monate in diesem Amt gewesen, in denen aber sagenhaft viel zu tun gewesen sei. Gesetze hätten überarbeitet oder neu erlassen werden müssen. Bevor diese die Volkskammer der DDR passierten, hätten sie in der Regel den Weg durch das Justiz-Ministerium nehmen müssen.

Später musste sich Manfred Walther immer mal wieder mit Stasi-Vorwürfen auseinandersetzen. Es hieß, er sei als IM „Freddy“ beim Geheimdienst der DDR geführt worden. Er selbst streitet das bis heute strikt ab. Auch bei seiner Arbeit als Rechtsanwalt habe er nicht mit der Stasi zu tun gehabt. Das habe eher Anwälte betroffen, die mit den Kapiteln 1 und 2 des Strafgesetzbuches, also unter anderem mit Verbrechen gegen die DDR zu tun hatten.

In der Gemeindevertretung Schulzendorf wurde Manfred Walthers Tätigkeit für den Ort gewürdigt. Fraktionsvorsitzender von CDU/FDP Joachim Kolberg sagte, er bedauere seinen Rücktritt sehr, denn er habe mit viel Sachverstand zur Entwicklung der Gemeinde beigetragen.

Walther wird übrigens – wie der Papst – am 28. Februar seinen Dienst in Schulzendorf quittieren. (am)

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