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Linke in Königs Wusterhausen in der Krise

Innerparteilichen Grabenkämpfe Linke in Königs Wusterhausen in der Krise

In einer ihrer Brandenburger Hochburgen stellen die Linken wahrscheinlich keinen Bürgermeister-Kandidaten auf. Nicht ausgeschlossen ist sogar, dass der CDU-Kandidat in Königs Wusterhausen unterstützt wird. Der Zwist im Kreisverband nimmt derweil kein Ende, ein neues Drama droht.

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Woher weht der Wind? Der Kreisverband der Linken in Dahme-Spreewald befindet sich auf einem Schlingerkurs.

Quelle: dpa

Königs Wusterhausen. Die Linken als zweitstärkste politische Kraft hinter der SPD in Königs Wusterhausen werden zur Bürgermeisterwahl im Herbst wohl keinen eigenen Bewerber aufstellen. Kreisvorsitzender Michael Wippold bestätigte der MAZ, dass es derzeit keinen Anwärter gibt. „Wir sind noch dabei, jemanden zu finden.“ Wippold selbst will nicht antreten. „Ich weiß, was ich kann, und das kann ich nicht“, sagte er.

Kandidaten von SPD und CDU stellen sich vor

Es gilt nun als wahrscheinlich, dass die Linken einen Kandidaten der anderen Parteien unterstützen werden. Wippold kündigte an, dass sie zu Mitgliederversammlungen eingeladen werden sollen, um sich vorzustellen. Die SPD hat ihren KWer Chef und Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Georg Hanke, nominiert. Er hatte sich in einer innerparteilichen Abstimmung gegen Bürgermeister Lutz Franzke durchgesetzt. Für die CDU hat Vize-Bürgermeister Jörn Perklick seine Bereitschaft zur Kandidatur bekundet, er soll Anfang April nominiert werden. In den Reihen der Linken gibt es Zuspruch für beide Bewerber. Während sich die Stadtratsfraktion dem Vernehmen nach für Hanke ausspricht, neigt man im Kreisverband offenbar mehr CDU-Mann Perlick zu. Die Lage ist unübersichtlich, da es in Königs Wusterhausen selbst keinen Stadtverband der Linken gibt. Die Partei hat in der Kernstadt und in den Ortsteilen mehrere Basisorganisationen, die für sich agieren.

Linke Kandidaten waren bei Wahlen erfolgreich

Bei den Bürgermeisterwahlen in Königs Wusterhausen schnitten die linken Bewerber stets gut ab. 2001 gewann Stefan Ludwig in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Jochen Wagner (SPD). 2009 unterlag der damalige Linkenkandidat Michael Reimann knapp in der Stichwahl Lutz Franzke, dessen achtjährige Amtszeit nun endet. Warum die Linken trotz Erfolgsaussichten zur Wahl im Herbst womöglich kein eigenes personelles Angebot machen, kann Kreisvorsitzender Michael Wippold nicht genau erklären. Es gehe um Kompetenz, nicht um das Parteibuch, sagte er.

Innerparteiliche Grabenkämpfe nicht ausgestanden

Eine Ursache für die erfolglose Kandidatensuche dürften die innerparteilichen Grabenkämpfe sein, die den Kreisverband seit Monaten beschäftigen. So traten im Januar sieben der 13 Vorstandsmitglieder zurück. Sie begründeten das damit, dass der Vorstand „heillos zerstritten“ und eine Besserung „in absehbarer Zeit“ nicht in Sicht sei. Der Vorstand war erst im Januar 2016 für zwei Jahre gewählt worden. Dass die freien Plätze nur neu besetzt werden, statt eine komplette Neuwahl des Vorstands durchzuführen, sorgte ebenfalls für Streit. Sogar der Landesvorstand schaltete sich ein und empfahl eine Neuwahl. „Politisch legitim wäre es nach diesem Bruch allemal“, schrieb Landesschatzmeister Ronny Kretschmer „mit solidarischen Grüßen“.

Stellt der Kreisvorsitzende die Vertrauensfrage?

Inzwischen sei die Landespartei davon wieder abgerückt, sagte Kreisvorsitzender Michael Wippold. Wie geplant würde es beim Parteitag am 18. März in Schenkendorf nur eine Nachwahl für die freien Vorstandsposten geben. Ob sie alle besetzt werden können, ist jedoch ungewiss. Es gibt zwar genügend Bewerber, darunter sind aber zu wenige Frauen. Die Besetzung unterliegt der Quotenregelung. Als neue Stellvertreter kandidieren Anne Müller und Oliver Kneschk aus Königs Wusterhausen. Gut möglich, dass Wippold selbst beim Parteitag die Vertrauensfrage stellen wird.

Von Frank Pawlowski

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