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Dahme-Spreewald Linke verkämpfen sich in Altersdebatte
Lokales Dahme-Spreewald Linke verkämpfen sich in Altersdebatte
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00:17 28.01.2016
Der neue Kreisvorsitzende der Linken, Michael Wippold.
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Diepensee

Die Linken in Dahme-Spreewald haben einen neuen Vorsitzenden. Der frühere Kreisgeschäftsführer Michael Wippold wurde am Sonnabend beim Kreisparteitag in Diepensee mit 75 Prozent der Stimmen in dieses Amt gewählt. Der bisherige Vorsitzende Stefan Ludwig, der ein Jahr lang interimsweise die Führung des Kreisverbandes innehatte, war nicht erneut angetreten.

Auf der Mitgliederversammlung im Dorfgemeinschaftshaus in Diepensee wurde darüber hinaus vereinbart, dass sich die Partei künftig attraktiver als bisher aufstellen will – vor allem für junge Leute. Wie genau das passieren soll, darüber diskutierten rund 100 Parteimitglieder kontrovers und leidenschaftlich – wobei sich ein tiefer Generationenkonflikt offenbarte.

Ein Grundproblem der Linken ist der Schwund aktiver, jüngerer Mitglieder. Führte die Partei vor zehn Jahren noch etwa 1000 Mitglieder in den Listen des Kreisverbandes, hat sich diese Zahl inzwischen auf knapp 420 halbiert, nur knapp 70 davon sind jünger als 60 Jahre. Diese Tatsache erfordere neue Strukturen und einen veränderten Arbeitsstil, hieß es in der Begründung für einen höchst umstrittenen Antrag mit dem Titel „Reformierung – für eine starke Linke“. „Wir müssen uns verändern und attraktiver werden“, sagte der bisherige Vorsitzende Stefan Ludwig. Es gebe Ortsvereine mit nur noch wenigen – und vor allem alten – Mitgliedern, die nicht in der Lage seien, die Basis politisch wirksam zu aktivieren. „Die Runde der Sprecher ist nicht geeignet, um den Dialog des Kreisvorstandes mit den Genossen zu führen“, heißt es in der Erklärung.

Klare Worte, die reichlich Gegenwind auslösten. Wolfgang Grützmacher sagte: „Diese Formulierungen sind unsolidarisch und arrogant. Sie tragen zur Spaltung bei. Wir müssen einen gemeinsamen Weg mit Jung und Alt finden.“ Herbert Burmeister wurde noch drastischer: „Diese Denkweise erschreckt mich. Sie richtet sich gegen die über 60-Jährigen.“ Anstelle einer Altersdebatte forderte er eine Rückbesinnung auf die Themen, die die Menschen bewegen. Dazu würde eine klare Positionierung zum Altanschließerproblem in Brandenburg ebenso gehören wie zur Lösung der Flüchtlingsfrage.

Der für die nächsten zwei Jahre gewählte Vorstand um Michael Wippold steht nun vor einer großen Herausforderung. „Handtuchwerfen gibt es für mich nicht mehr“, versicherte der Ökonom aus Wernsdorf in Anspielung auf seinem kritisierten Rückzug als Kreisgeschäftsführer vor zwei Jahren. Er wolle die Partei jetzt zur schlagkräftigen Einheit formieren.

Als Arbeitsschwerpunkte nannte er eine enge Zusammenarbeit mit der Kreistagsfraktion, die Intensivierung von Flüchtlingsarbeit sowie die Profilierung der Linken als „Kümmererpartei“, die die Pro-bleme der Menschen im Landkreis aufgreift. „Ich möchte, dass wir uns personell neu aufstellen, als eine Mischung aus Erfahrung und frischen Gedanken“, so der 57-Jährige.

Europaparlaments-Abgeordneter Helmut Scholz, der den Parteitag als Zeuthener Parteimitglied verfolgte, sprach von einer offenen, aber nachdenklichen Debatte. „Wir müssen uns wieder mehr in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen“, so sein Kommentar.

Von Uta Schmidt und Oliver Fischer

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