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Dahme-Spreewald MAZ-Leser besuchen Flugplatz Schönhagen
Lokales Dahme-Spreewald MAZ-Leser besuchen Flugplatz Schönhagen
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00:45 29.04.2018
Die MAZ-Leser bestaunen bei der Flugplatztour eine abgestellte Cirrus-Maschine. Quelle: Oliver Fischer
Schönhagen

Während die ILA am Mittwoch nur für Fachpublikum öffnete, konnten mit der MAZ auch ganz normale Leser hinter die Kulissen des allgemeinen Flugbetriebes schauen. Die MAZ-Entdeckertour führte zehn von ihnen auf den Flugplatz Schönhagen bei Trebbin, immerhin einen der größten Verkehrslandeplätze Deutschlands.

Wobei einige der Leser durchaus als Fachpublikum durchgegangen wären. Roland Pohl aus Bestensee etwa hatte 35 Jahre als Fluglotse gearbeitet, die meiste Zeit in Tempelhof. Oder Leo Weimann aus Dahlewitz: Er war in seinem früheren Berufsleben Spezialprüfer, wartete Flugzeuge in Schönefeld und war eigentlich auch oft genug in Schönhagen zu Besuch. „Aber bestimmt schon eineinhalb Jahre nicht mehr, und auf einem solchen Flugplatz verändert sich ja auch viel“, sagte er.

Wie viel sich dort tatsächlich verändert, bekamen die Besucher von Monika Kühn erklärt. Die Marketing-Verantwortliche ließ zuerst ein paar Basisdaten zu Schönhagen fallen: 50 000 Flugbewegungen im Jahr, 180 stationierte Flugzeuge, zugelassen für Maschinen bis zu zwölf Tonnen. „Aber wenn die Chefs von BASF oder SAP einfliegen, beantragen die eine Sondergenehmigung und dürfen dann auch mit 30 Tonnen schweren Maschinen landen“, sagte sie.

64 Stufen hoch in den Tower

Dann ging es die 64 Stufen hoch in den Tower zu Rainer Nehring. Der ist eigentlich Rentner, war 40 Jahre lang Berufspilot und hilft während der ILA auf dem Schönhagener Tower aus. Nehring präsentierte den Besuchern seinen Blick auf das Rollfeld – wo sich eine Maschine für den Start bereitmachte, langsam an den Anfang der Startbahn rollte, dort beschleunigte und rasch in den windigen Himmel abhob. Ex-Fluglotse Roland Pohl verwickelte ihn gleich in ein Fachgeplänkel: „Wie viele Knoten haben wir? In welche Richtung zeigt die Landebahn?“

Wieder unten, durften die Leser einige der Flugzeuge besichtigen, die in Schönhagen abgestellt sind. Das sind viele kleine Propellermaschinen aber auch größere Jets. Manche stehen nur für ein paar Stunden dort, manche werden dauerhaft in einem der Hangars geparkt. Das kostet den Piloten dann monatlich mehrere hundert Euro.

Aber niemand hat behauptet, dass Fliegen günstig ist, auch Monika Kühn nicht. Bereitwillig nannte sie Gebühren und Kaufpreise. Das Kleinflugzeug vom Typ Cirrus etwa, bei dem die Gruppe stehen blieb, kostet derzeit rund 900 000 Dollar. „Es hat aber auch eine Besonderheit, die derzeit kein anderes Flugzeug hat“, sagte Monika Kühn: Im Notfall lässt ein Fallschirm die gesamte Kapsel zu Boden gleiten.

Fachgeplänkel mit dem Oetker-Piloten

Noch teurer dürfte der Jet gewesen sein, den die Gruppe anschließend bewunderte, wenn auch nur aus sicherer Entfernung. Es war die Business-Maschine des Lebensmittelherstellers Dr. Oetker, dessen Führungsriege für eine Stippvisite auf der ILA angereist war. Der Pilot, der auf seine Passagiere wartete, ließ sich von den MAZ-Lesern sogar befragen. Zu einem Probeflug konnte ihn die Gruppe aber nicht überreden.

Business-Flieger wie dieser machen einen großen Teil des Klientels in Schönhagen aus, erklärte Monika Kühn. Viele Unternehmen, die in der Region ansässig sind, hätten ihre Maschinen in Schönhagen stehen, um von dort schnell und unkompliziert Termine in ganz Europa wahrnehmen zu können. „Die Leute denken immer, bei uns verkehren vor allem die Reichen und Schönen, aber das stimmt nicht. Für viele unserer Kunden ist das Flugzeug einfach wirtschaftliche Notwendigkeit.“

Einblicke in Firmen

Dann führte Monika Kühn die Gruppe zu den Hallen, die vom Flugplatz an Unternehmen vermietet werden. Sie zeigte unter anderem die Halle der Wildauer Firma Reiner Stemme UAS, die Leichtflugzeuge für die Luftüberwachung entwickelt. Etwas weiter schauten die Besucher durch die Fenster der Aquila, einem Hersteller von Kleinflugzeugen. Pro Monat werden dort etwa zwei Flugzeuge gebaut, die dann häufig von Flugschulen gekauft werden. „Auch Air Berlin hat ihre Piloten auf Aquila Flugzeugen ausgebildet“, erzählte Monika Kühne den Besuchern.

„War doch ein netter Nachmittag“, freute sich Fluglotse Roland Pohl am Ende des Rundganges. Holger Döhnel aus Mellensee zeigte sich zufrieden darüber, dass er endlich einmal Einblicke in einen Flugplatz bekommen hat, den er bislang nur aus kontroversen öffentlichen Debatten kannte. Und Schüler Chris Ellermann, der mit Abstand jüngste Teilnehmer der Entdeckertour, war vom Gespräch mit dem Piloten begeistert. Er will später selbst einmal Flugbegleiter werden, erzählte er. Und für den nächsten Tag, den Zukunftstag, hatte er sich auch ein flugzeugbezogenes Praktikum organisiert: wieder in Schönhagen, beim Flugzeugbauer Aquila.

Von Oliver Fischer

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