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MAZ-Leser helfen Familien in Not

Sterntaler-Aktion: Jetzt spenden! MAZ-Leser helfen Familien in Not

Viele Menschen in der Region Dahmeland-Fläming müssen mit wenig Geld zurecht kommen. Kommt dann noch ein Schicksalschlag hinzu, wird der Alltag oft zum Kampf. MAZ und DRK versuchen in solchen Fällen, mit der Sterntaler-Aktion zu helfen

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Heiko Rehfeldt, Verena Fischer und Claudia Biel (v. l.) arbeiten im DRK-Beratungszentrum in Königs Wusterhausen. Wer bei ihnen Hilfe und Rat sucht, kann das in vertraulichen Gesprächen finden.

Quelle: Nadine Pensold

Dahmeland-Fläming. Mit jedem Tag, den der erste Advent näher rückt, nimmt auch die MAZ-Weihnachtsaktion mehr Form an. Schon Wochen bevor es offiziell in die Vorweihnachtszeit geht, wird eifrig das Projekt Sterntaler vorbereitet. Und das mittlerweile zum vierten Mal.

Von Anfang an saß der Kreisverband Fläming-Spreewald des Deutschen Roten Kreuzes mit im Boot. Und von Beginn an halfen die Mitarbeiter des Verbands, Familien in Not zu finden, denen mit Hilfe der MAZ-Leser ein schönes Weihnachtsfest beschert werden konnte. „Es gibt viele Dienste und Einrichtungen in unserem Kreisverband, über die wir mit bedürftigen Menschen in Berührung kommen“, sagt Jeannette Sroka. Sie ist Büroleiterin der DRK-Geschäftsführung in Luckenwalde und koordiniert mittlerweile zum vierten Mal die Weihnachtsaktion Sterntaler auf Seiten des Verbands.

Großer Bedarf an Hilfe

In den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming unterhält das DRK zahlreiche Einrichtungen, Dienste und Projekte – das reicht von Kitas, Schulsozialarbeit, Frühförderung und Erziehungshilfe über Tagespflege, soziale Beratungsstellen und Mehrgenerationenhäuser bis zu Pflegeangeboten für Senioren und Behinderte sowie Flüchtlingsarbeit. Über das ganze Jahr hinweg, halten die Mitarbeiter Ausschau nach Familien, denen durch die Sterntaler geholfen werden könnte.

Der Bedarf an Hilfe ist in Dahmeland-Fläming groß, meist aber nicht auf den ersten Blick erkennbar. „Viele Menschen sprechen nicht über ihre Not und ihre Sorgen. Aber wenn sie die Erfahrung gemacht haben, dass ihnen in einer unser Einrichtungen geholfen wurde, öffnen sie sich manchmal“, sagt Jeannette Sroka. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkennen die Not hinter der oftmals mühsam aufrechterhaltenen Fassade der Betroffenen.“

Komplexe Problemlagen

In der Region gibt es viele Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen. Die Gründe sind oft ähnlich: geringe Einkünfte, Arbeitslosigkeit, die Trennung vom Partner oder gesundheitliche Probleme eines Familienmitglieds. Im Beratungszentrum des DRK in Königs Wusterhausen finden Menschen Hilfe und Rat, um mit solchen Situationen zurecht zu kommen. „Man muss den Menschen einen Leitfaden an die Hand geben, damit sie wissen, wie sie vorgehen können“, sagt Verena Fischer von der Schuldnerberatung. Oft müsse man aber erst andere Probleme in den Griff kriegen, bevor die eigentliche Arbeit beginnen könne. „Die Komplexität der Problemlagen hat zugenommen“, sagt Claudia Biel, Leiterin der Psychosoziale Beratungsstelle für Schwangere und Familien. Deshalb sei eine Zusammenarbeit unterschiedlicher Beratungsstellen und Initiativen unerlässlich. „Unsere Arbeit wäre ohne Netzwerk gar nicht möglich.“

Ihr Kollege Heiko Rehfeldt, der die Insolvenzberatung in Königs Wusterhausen leitet, merkt noch eine weitere Entwicklung in der Region an: „Wir beobachten eine Tendenz zur Altersarmut.“ Betroffen seien besonders Über-50-Jährige, die sich nach der Wende selbstständig gemacht, wenig verdient und keine richtige Altersvorsorge haben oder mit Schulden in die Rente starten. Bestätigen kann das die DRK-Mitarbeiterin Anja Thoß. Viele ältere Menschen nutzen das Angebot der Kleidertruhe in Luckenwalde, um trotz ihrer geringen Rente gegen eine kleine Spende Jacken, Hosen oder Schuhe zu erhalten. „Es kommen aber ganz unterschiedliche Menschen zu uns – Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Flüchtlinge.“

Kleiderkammer wurde schmerzlich vermisst

Seit August hat die ehrenamtlich geleitete Einrichtung wieder geöffnet, während mehrmonatiger Renovierungsarbeiten hatte die Kunden sie sehr vermisst. „Die Menschen sind dankbar dass es hier so ein Angebot gibt“, sagt Anja Thoß. Wer wenig finanzielle Möglichkeiten habe, sei oft froh, dass er sich dort einkleiden könne, ohne schief angeschaut zu werden.

Die MAZ-Sterntaler-Aktion

Die Weihnachtsaktion, die die MAZ in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald durchführt, soll Familien, die unverschuldet in Not geraten sind, ein unvergessliches Weihnachtsfest ermöglichen.

Die Aktion findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt und unterstützt Familien im Verbreitungsgebiet des Regionalverlags Dahmeland-Fläming.

Die Familien werden in der MAZ vorgestellt. Sie berichten über ihr Schicksal und ihre Wünsche. Fast alle Wünsche konnten in den Vorjahren mit Hilfe der MAZ-Leser erfüllt werden.

Das Spendenkonto wird vom DRK verwaltet, das auf Wunsch auch Spendenquittungen ausstellt.

Kontoinhaber: DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald e. V., IBAN:DE30 1605 0000 3633 0275 39,
Verwendungszweck: Sterntaler.

Die MAZ möchte die Namen der Spender im Laufe der Aktion veröffentlichen. Ist dies nicht gewünscht, kann das beim Verwendungszweck entsprechend vermerkt werden.

Die eigene Not zuzugeben fällt vielen Menschen sehr schwer. Deshalb ist es gar nicht so einfach, jedes Jahr aufs Neue Familien zu finden, die über ihr Schicksal in der MAZ berichten wollen. „Im ersten Moment ist die Freude über so ein Angebot bei vielen Familien groß, doch dann folgt oft Zurückhaltung, wenn es darum geht, dass die Geschichte der Familie in der MAZ erzählt werden soll“, sagt Jeannette Sroka. Das bestätigt auch der DRK-Kreisvorsitzende Harald-Albert Swik. „Die meisten sind unheimlich bescheiden und wollen gar nicht, dass man ihnen hilft. Und sie wollen nicht darüber sprechen und sich anderen nicht aufdrängen. Dabei kann man ihnen oft schon mit Kleinigkeiten helfen.“

Solche Kleinigkeiten können eine neue Waschmaschine, ein lang ersehnter Familienausflug oder ein Tankgutschein sein, um für pflegebedürftige Angehörige mobil zu sein – Dinge, die durch die Sterntaleraktion mittlerweile schon 18 Familien in der Region geholfen haben. „Als wir anfingen, Familien für die Sterntaler-Aktion zu suchen, dachten wir zuerst an große Schicksalsschläge, etwa eine Familie, die Hab und Gut bei einem Brand verloren hat. Solche Fälle sind aber eher selten. Die Sterntaler-Familien sind Familien bei denen manchmal mehrere Dinge zusammen kommen und die aus unterschiedlichen Gründen in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Der Bedarf betrifft oft Dinge, die für andere Familien Kleinigkeiten sind“, sagt Jeannette Sroka.

Von Nadine Pensold

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