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Dahme-Spreewald Überlandfahrt mit Sekttaufe
Lokales Dahme-Spreewald Überlandfahrt mit Sekttaufe
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22:20 08.08.2014
Kurz vor dem Abheben muss MAZ-Reporter Peter Degener kräftig anpacken. Quelle: Gerlinde Irmscher

Ein Ballon ist ein nichtlenkbares Luftschiff und das heißt, er fliegt nicht, sondern er fährt. Diese Grundregel beachtet der Ballonfahrer Thomas Piede aus Königs Wusterhausen ganz genau. Es ist immerhin ein ungeschriebenes Gesetz seines Berufsstandes, dass beim Verwenden des Wortes „fliegen“ eine Flasche Champagner den Besitzer wechselt. Mehr als 20 Jahre Erfahrung und über 1500 Flug-, nein, Fahrstunden hat der Mann. Neben ihm gibt es nur noch eine Handvoll Ballonfahrer in Brandenburg und höchstens zehn bis 15 Ballons im Land. Seiner besteht aus blauem und weißem Nylon und hört auf den Namen D-OKTO.

Wieso heißt es Ballonfahren?

  • Ballonfahrer unterscheiden zwischen „fliegen“ und „fahren“. Alles, was schwerer als Luft ist, wenn es abhebt – zum Beispiel ein Flugzeug – fliegt. Ein Ballon hebt ab, weil er leichter als die Luft ist, die sein großes Volumen verdrängt.
  • Ursprünglich stammt die Bezeichnung von den Anfängen der Ballonfahrt, denn die ersten Ballonfahrer gab es schon lange vor der Fliegerei. Sie übernahmen den Wortschatz aus der Seefahrt für die Luftfahrt, und steuern deshalb mit ihren „Luftschiffen“ bis heute „Häfen“ an.
  • Die Gebrüder Joseph und Étienne Montgolfier waren 1783 die ersten, denen es gelang, einen bemannten Ballon aufsteigen zu lassen.
  • Der französische König Ludwig XVI. verbot es Nicht-Adligen, sich mit einem Ballon in die Lüfte zu erheben. Deshalb werden Erst-Fahrer bis heute per Taufe in den „Ballonadelsstand“ erhoben.

An einem Samstagmorgen vor Sonnenaufgang treffen wir uns in Deutsch Wusterhausen. Mit dabei sind vier Berliner, die allesamt ihre erste Ballonfahrt vor sich haben. Darunter auch die 81-jährige Annemarie Stenz. Sie sagt, sie habe schon alle möglichen Fortbewegungsmittel ausprobiert, sei im Rosinenbomber und im Hubschrauber geflogen, doch eine Ballonfahrt fehle ihr noch.

Schwindelfrei hat sich unser MAZ Reporter Peter Degener zur Sommer-Spritztour in die Höhe gewagt. Rund 150 Meter über dem Erdboden erkundete er das Dahmeland-Fläming bei aufgehender Sonne im Heißluftballon - und hat jede Menge Eindrücke mitgebracht.

Schnell einsteigen, der Ballon hebt ab

Doch dazu muss das Gefährt erst einmal einsatzbereit gemacht werden. Der geflochtene Passagierkorb ist schnell mit Propangas-Flaschen und den Brennern bestückt. Der Ballon dagegen muss mit einem großen Ventilator erst einmal mit Luft vollgepumpt werden. Die Gäste dürfen ihn dafür eine gute Viertelstunde lang aufspannen. Nach ein paar Feuerstößen mit dem Brenner richtet er sich auf stolze 28 Meter Höhe auf. Jetzt heißt es: Schnell einsteigen, sonst bleibt man am Boden mit dem motorisierten „Verfolger“, einem Jeep, der am Ende der Reise am Zielort warten wird.

Knapp über Büsche und Bäume hinweg

Um kurz vor fünf erheben wir uns in die Lüfte. Ganz sanft steigt der Ballon Meter für Meter auf. Das „Fahrgefühl“ ergibt sich vor allem aus der leichten Seitwärtsbewegung. Mit rund acht Kilometern pro Stunde streifen wir knapp über Büsche und dann auch Bäume hinweg. Die Landschaft ist mit Nestern voller Morgennebel übersät. Eine erstaunliche Ruhe liegt über allem und wir gleiten nur knapp darüber hinweg. „Wir bewegen uns mit dem Wind, deswegen ist es im Ballon windstill. Und dieses ruhige Gleiten, das ist das Angenehme am Ballonfahren“, klärt Thomas Piede seine Gäste auf. Während die Gäste in Ruhe über die ungewohnte Perspektive staunen, löst Piede ab und zu einen Brenner aus und durchbricht die morgendliche, erhabene Stille mit dem Rauschen des entflammten Gases.
Eine Viertelstunde später haben wir in rund 50 Metern Höhe die Autobahn mit ihren unseretwegen hupenden Autos überquert und sind auf rund 150 Meter Höhe gestiegen. Da erscheint die erste Sichel der Sonne über dem Horizont.

Wir fahren Richtung Nordosten, überqueren Telz, Ragow, das Schloss Boddinsfelde und das Südringcenter, sehen Rehe auf den Feldern und immer wieder unseren „Verfolger“ im Jeep entlang der Landstraßen unter uns – auch er fährt, doch wir können uns treiben lassen. Bis zu 700 Meter hoch darf Piede den Ballon im Luftraum um den Flughafen Schönefeld aufsteigen lassen, doch so hoch hinaus wollen wir nicht.

Beim Landen festhalten und in die Hocke gehen

Nach einer guten Stunde entscheidet er, auf einem Stoppelfeld in Rangsdorf zu landen. Er kennt die dafür geeigneten Stellen der Region, das Gesetz erlaubt ihm aber, im Zweifel überall zu landen. Wir gehen hinunter und stellen fest, dass der Wind in Bodennähe deutlich frischer ist. „Gut festhalten und in die Hocke gehen!“, erinnert uns der Kapitän an die wichtigste Landeregel. Mit rund vier Metern pro Sekunde gleiten wir über das kahle Feld hinweg, setzen auf und neigen uns mit dem Korb fast in die Waagerechte. Der plötzlich vom Boden gestoppte, riesige Ballon pendelt nun über uns hin und her und wir mit ihm. Nach ein paar immer schwächer werdenden Bewegungen steigen wir aus.

Adelstaufe für die Jungfern-Fahrer

Während des mühsamen Zusammenfaltens des Ballons – über 4000 Kubikmeter Luft müssen durch die Fahrer aus der Folie gepresst werden – bereitet Piede den zweiten Teil des Erlebnisses vor.
Wir knien nieder: alle Jungfern-Fahrer werden mit Feuer und Sekt getauft und in den Ballonadelsstand erhoben. „Glück ab, gut Land!“ lernen wir den Gruß der Ballonfahrer und geloben, nie wieder in diesem Zusammenhang vom „fliegen“ zu sprechen. Denn ab jetzt gilt für die frisch gekürten Freiherren, Fürstinnen und Prinzen, dass dann eine Flasche Champagner fällig ist.

Info: Thomas Piede findet man mit seinen Ballontouren unter www.ballontour.de

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Von Peter Degener

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