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Dahme-Spreewald Bürgermeisterin Bianca Luban zieht Bilanz
Lokales Dahme-Spreewald Bürgermeisterin Bianca Luban zieht Bilanz
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19:07 07.09.2018
Bianca Luban nach der Stadtverordnetenversammlung in Märkisch Buchholz. Quelle: Karen Grunow
Märkisch Buchholz

Die ehrenamtliche Märkisch Buchholzer Bürgermeisterin Bianca Luban (Buchholz: offen und bunt) hat während der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie sich von ihrem Amt zurückziehen wird (die MAZ berichtete). Die 41-jährige Juristin, die seit einigen Monaten die interne Revision des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen leitet, erzählt im Gespräch mit der MAZ, was sie im Laufe der zehn Jahre als Bürgermeisterin geprägt hat.

Warum wollen Sie aufhören?

Bianca Luban: Im Gegensatz zum hauptamtlichen Bürgermeister hängt bei ehrenamtlichen Bürgermeistern die Tätigkeit vom Wohnort ab. Unser Haus in Teupitz ist jetzt fertig, und wenn ich mich nun bald aus Märkisch Buchholz abmelde, werde ich im Amt auch mein Mandat zurückgeben.

Was bedeutet das dann zunächst für Märkisch Buchholz?

Dass aus der Mitte der Stadtverordneten ein neuer Bürgermeister gewählt werden muss. In der Zwischenzeit ist der stellvertretende Bürgermeister Arno Winklmann für die Amtsgeschäfte zuständig.

Ist das Ihr Abschied von der Kommunalpolitik?

Nein. Ich habe vor, regional wieder für den Kreistag zu kandidieren.

Aus dem Sie sich 2015 zurückgezogen haben.

Ich konnte das nicht mehr mit meinem Beruf und dem Amt als Bürgermeisterin vereinbaren. Da hätte eine der Aufgaben gelitten. Die Arbeit im Kreistag hat mir aber Spaß gemacht. Und ich möchte weiter für die Orte im Schenkenländchen eintreten.

Bleiben Sie trotz des Umzugs nach Teupitz der Stadt Märkisch Buchholz erhalten?

Ich bin weiterhin Mitglied im Vorstand des Vereins „Franz Fühmann“ – Literatur- und Begegnungszentrum Märkisch Buchholz e.V. Und ich bleibe tätig für die Initiative Buchholz: offen und bunt. Es geht ja darum, Nachwuchs zu finden. Zudem wir haben eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Zur Filmvorführung von „Der Bus, der Mob und das Dorf“ mit Filmemacher Klaus Scherer am Montag sind Leute gekommen, die ich noch nie im Litbeg gesehen habe. Im November wird es eine Veranstaltung zum Thema Amtsgemeinde – pro und contra geben, im nächsten Jahr geht es dann um die Vorbereitung der Landtags- und Kommunalwahlen.

Sorgte die erbittert geführte Diskussion um die in Märkisch Buchholz lange geplante Gasförderung und -aufbereitung für Momente, in denen Sie aufgeben wollten? Gas-Gegner hatten Anfang 2016 ja auch ein Abwahlbegehren gegen Sie eingeleitet.

Ja, natürlich. Als es sehr unsachlich wurde und ins Persönliche ging. Da gab es solche Momente. Aber ich hatte immer die Unterstützung von meiner Familie und vielen der Stadtverordneten. Auch Unterstützung von Menschen, die mich überhaupt noch nicht persönlich kannten, die mir aber mit ihren Statements gezeigt haben, dass man weitermachen muss. Ich habe den Rückhalt der Menschen gespürt, die ich nicht enttäuschen wollte. Deshalb kam es für mich auch nicht in Frage, meinen Rücktritt vor der Abwahl zu erklären. Ich wollte eher das Ergebnis akzeptieren.

Was empfinden Sie, wenn Sie heute auf jene Zeit zurückblicken?

Es war wirklich sehr schwer, eine hochemotionale Zeit. Es hat aber auch zu einem viel engeren Verhältnis mit vielen Stadtverordneten geführt. Das politische Ehrenamt, das vormals Spaß gemacht hatte, war für mich lange nur Verpflichtung. Es hat einen Knacks bekommen.

Das Thema Gasförderung führte auch zu vielen Zerwürfnissen.

Ich glaube, dadurch, dass das Thema jetzt weg ist, ist eine Chance da, dass man wieder zusammenwächst. Was mich persönlich betrifft, hege ich keinen Groll gegen jemanden. Es gibt aber Risse, die können nicht gekittet werden, auch bei mir nicht, weil es sehr ins Persönliche ging. Eine Freundschaft, die kaputt gegangen ist, wird nicht wieder neu entfacht. Was auch sehr verletzend war: Dass ein Bürgermeister einer Nachbargemeinde aktiv an der Abwahl einer Amtskollegin mitwirkt. Wenn es demokratische Entscheidungen gibt, dann würde ich das akzeptieren. Wenn ich in einem politischen Amt stecke, muss ich auch eine gewisse Akzeptanz und Neutralität haben, die habe ich an dieser Stelle vermisst.

Was waren andere einschneidende Momente in Ihrer Laufbahn als Bürgermeisterin?

Der schönste Moment war die Wiederwahl. Ich bin ja 2008 angetreten und dann 2014 noch einmal, hatte dann zwei Gegenkandidaten und erhielt 70 Prozent der Stimmen– das war schon toll. Zudem natürlich die alte Schule, die wir sie als Literatur- und Begegnungszentrum wieder hergerichtet haben. Was ich als ganz toll empfand in der Zeit, war die Zusammenarbeit mit den Vereinen und der Feuerwehr. So konnten wir zum Beispiel die Mehrzweckhalle errichten, das funktionierte als Geben und Nehmen. Das zeichnet Märkisch Buchholz aus. Das sind die positiven Momente, die ich mitnehme. Einschneidend war, dass wir auf einmal die NPD im Stadtparlament hatten, eine Partei mit rechtsextremistischen Ansichten. Es war für mich ein schwieriger Weg, solche demokratische Entscheidungen zu akzeptieren und einen Umgang damit zu finden.

Haben Sie einen Rat an Ihren Nachfolger? Was liegt Ihnen noch sehr am Herzen?

Dass wirklich versucht wird, eine gute, effektive Zusammenarbeit mit dem Amt zu erreichen– zur Umsetzung der ganzen geplanten kommunalen Projekte. Ferner, den Blick nicht zu verlieren für den Marktplatz in Märkisch Buchholz, der erneuert werden muss. Und vielleicht den Gedanken eines gemeinsam organisierten Bauhofs weiterzutragen. Jede einzelne Kommune verschenkt etwas, weil sie nicht effektiv mit ihren Ressourcen arbeiten kann. Man könnte das so gut bündeln.

Ergänzen Sie bitte: „Märkisch Buchholz ist für mich ...“

Meine Heimat.

Von Karen Grunow

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