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Dahme-Spreewald Schutz vor neuen Investoren
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08:13 11.09.2018
Bürgermeisterin Bianca Luban (Buchholz: offen und bunt). Quelle: Karen Grunow
Märkisch Buchholz

Für René Altreuther ist es die Nachricht schlechthin: Die Vertreter der Stadt Märkisch Buchholz möchten keine Erdgasförderung mehr in ihrem Heimatort. Das jedenfalls demonstrierten die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung mit dem Beschluss, die Verwaltung des Amtes Schenkenländchen zu beauftragen, den möglichen Erwerb der Bohr- und Ergasförderrechte zu prüfen.

Altreuther, einer der Aktivisten der Bürgerintiative „Bürger in Bewegung“, die sich Anfang 2015 gebildet hatte, um gegen die Förder- und Aufbereitungspläne des Unternehmens Gaz de France Suez zu protestieren, nahm das als positives Zeichen, andere seiner damaligen Mitstreiter aber treibt weiterhin die Sorge um, dass die Stadtverordneten mit einem Ankauf der Bergbaurechte zugleich einen späteren Weiterverkauf durch die Stadt forcieren könnten.

Jahrelange Auseinandersetzungen mit Gas-Gegnern

Diese Befürchtung nährte ein entsprechender Satz in der von der Amtsverwaltung erarbeiteten Beschlussfassung, über den sich hernach auch Bürgermeisterin Bianca Luban (Buchholz: offen und bunt) etwas ärgerte. Denn in erster Linie ginge es ihr und den anderen Stadtverordneten darum vorzubeugen, wie sie sagte. „Wir wollen nicht noch mal fremdbestimmt einen Prozess durchlaufen, der die Bevölkerung entzweit“, erinnerte sie an die jahrelangen intensiven Auseinandersetzungen zwischen Gas-Gegnern und Befürwortern des Förderprojektes von dem Unternehmen Gaz de France, das später in Engie umbenannt und Anfang 2018 von der Neptune Energy Group erworben worden war.

Mit dem Verkauf an Neptune starb das große Projekt, das zeitweilig mit 300 Millionen Euro beziffert worden war. Dass damit die Gefahr einer möglichen Erdgasförderung in dem vom Landschaftsschutzgebiet umgebenen Märkisch Buchholz nicht gebannt ist, machte Bürgermeisterin Bianca Luban klar: „Uns ist zu Ohren gekommen, dass es einen Dritten gab, der auf einmal Interesse hatte, die Rechte zu erwerben.“ Das, betonte sie, wollen die Stadtverordneten nicht: „Wir wollen, dass Ruhe einkehrt“, so Luban.

Seit den 1980er Jahren gibt es mehrere Gassonden

Als nicht wirtschaftlich durchführbar wurde das Förderprojekt von Arno Spies, Geschäftsführer von Neptune Energy Deutschland, im April bezeichnet, die Firma zog sich mit diesem Argument daraufhin aus Märkisch Buchholz zurück. Fünf Jahre lang war alles intensiv vorbereitet worden, sogar ein Architekturwettbewerb für die Gestaltung der Aufbereitungsanlage in einem eigens zu erschließenden Gewerbegebiet in Märkisch Buchholz war angedacht worden. Die Stadt Märkisch Buchholz hatte eigens einen umfassenden Kooperationsvertrag mit dem Unternehmen geschlossen, um dadurch auch einige Bedingungen diktieren zu können. Es ging dabei um die Kostenübernahme durch Engie für die Erschließung des Gewerbegebietes sowie Ausgleichmaßnahmen und den Ausschluss von Fracking oder CO2-Verpressung. Dass in der Region größere Gasvorkommen existieren, war bereits in den 1960er Jahren bekannt. In den 1980er Jahren waren daraufhin mehrere Gassonden bei Märkisch Buchholz, Münchehofe und Leibsch angelegt worden.

Die zuständigen Mitarbeiter der Amtsverwaltung müssen nun mit Neptune Energy Deutschland in Verbindung treten, um die Konditionen für einen möglichen Ankauf der Bergbaurechte zu klären und auch, welche Bedingungen daran geknüpft sind. „Wenn das bekannt ist, müssen wir in den Haushalt gucken, inwieweit die Möglichkeiten dazu bestehen“, so Amtsdirektor Oliver Theel.

Von Karen Grunow

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