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Dahme-Spreewald Maja Buße wird Bürgermeisterin in Mittenwalde
Lokales Dahme-Spreewald Maja Buße wird Bürgermeisterin in Mittenwalde
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21:20 17.07.2016
Parteifreunde gratulieren Maja Buße (2.v.r.) zum Sieg: Bundestagsabgeordnete Jana Schimke, Landtagsabgeordneter Björn Lakenmacher und der Telzer Ortsvorsteher Lothar Pehla (v.l.). Quelle: Gerlinde Irmscher
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Mittenwalde

Mehr als 70 Freunde, Mitstreiter und Nachbarn wollten Sonntagabend der Ragower Ortsvorsteherin Maja Buße (CDU) fast gleichzeitig zu ihrer Wahl zur neuen Mittenwalder Bürgermeisterin gratulieren. Sie holte den Sieg in der Stichwal mit 54,8 Prozent der Stimmen. Buße tritt damit die Nachfolge von Uwe Pfeiffer (parteilos) an, der mehr als 25 Jahre im Rathaus residierte.

Der Fall Uwe Pfeiffer

Am 23. Juni 2015 wurde der Strafbefehl des Amtsgerichts Königs Wusterhausen gegen den damaligen Bürgermeister der Stadt Mittenwalde, Uwe Pfeiffer (parteilos), rechtskräftig.

Er sah eine Freiheitsstrafe von neun Monaten vor, die zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt wurde.

Uwe Pfeiffer wurde Vorteilsnahme und Untreue im Amt zur Last gelegt.

Pfeiffer ließ einer Firma für noch nicht erbrachte Leistungen Geld aus dem Mittenwalder Stadthaushalt überweisen.

Am 7. Dezember 2015 beschlossen die Mittenwalder Stadtverordneten ein Abwahlverfahren gegen Uwe Pfeiffer einzuleiten, der seit 1990 im Amt war. Es wurde auch damit begründet, dass er Verwaltungsstrukturen für persönliche Interessen missbrauchte. Er hatte über 180 Fahrzeughalterinnen ermitteln lassen, nur weil sie ihm gefielen.

Am 7. Februar 2016 stimmten 68,3 Prozent der Mittenwalder Bürger für die Abwahl des damals schon suspendierten Bürgermeisters Uwe Pfeiffer.

Fast wie Film

„Es ist fast wie im Film“, sagte Buße überwältigt vor Freude. An einem spannenden Wahlabend hatte sich die 45-Jährige gegen die amtierende Bürgermeisterin Hedda Dommisch (parteilos) durchgesetzt. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis bekam sie fast zehn Prozentpunkte mehr als ihre Mitbewerberin, die auf 45,2 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,3 Prozent.

Insgesamt bewarben sich am 19.  Juni sechs Kandidaten für das Bürgermeisteramt, von denen aber keiner die notwendige Anzahl der Stimmen erhielt, sodass die Stichwahl erforderlich wurde.

„Ich möchte ein Stadtentwicklungskonzept vor allem zur Belebung der Gewerbegebiete schaffen, das von allen Mittenwaldern mitgetragen wird“, umriss Buße ihr wichtigstes Ziel. Ihrer Mitbewerberin Hedda Dommisch reichte sie die Hand zu einer gemeinsamen, erfolgreichen Zusammenarbeit, wobei sie Loyalität erwartet.

Ein wenig traurig

Hedda Dommisch verhehlte nicht, dass sie ein wenig traurig ist. „Die Bürger haben mir, die ich seit mehr als 25 Jahren im Mittenwalder Rathaus arbeite, den Neuanfang offenbar nicht zugetraut“, sagte sie, „als Leiterin der Kämmerei werde ich aber auch weiterhin mein Bestes leisten zum Wohl der Stadt Mittenwalde.“

Stadtverordnetenvorsteher Lutz Krause (Pro Bürger) zeigt deutlich, dass er sich über den Ausgang der Stichwahl freut: „Meine Fraktion hofft, dass damit ein frischer Wind in das Rathaus einzieht, nachdem die Entwicklung in Mittenwalde fast fünf Jahre lang durch das Damoklesschwert Uwe Pfeiffer gelähmt war.“ Der Vorsitzende des Stadtverbandes der Linken, Werner Hannig, erhofft sich jetzt vor allem eine vertrauensvollere Zusammenarbeit zwischen den Abgeordneten und der Rathausspitze. Seine Partei unterstütze den Neuanfang, sagt er.

Auch SPD-Fraktionschef Frank Kausch wünscht Buße „ein glückliches Händchen bei der Umgestaltung der Verwaltung.“ Er erwartet im Interesse der Bürger eine weitaus ehrlichere und sachlichere Zusammenarbeit zwischen der Bürgermeisterin und den Stadtverordneten als früher.

Von Franziska Mohr

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