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Malich will’s noch einmal wissen

Wildau Malich will’s noch einmal wissen

Seit fast 16 Jahren ist Uwe Malich (Linke) Bürgermeister in Wildau, aber amtsmüde ist er noch lange nicht. Im September stellt er sich zum dritten Mal zur Wahl. Fachkräfte nach Wildau zu locken und Wohnraum zu schaffen sieht er als die großen Aufgaben der kommenden Jahren. In Wildaus Geschichte gibt es dafür ein gutes Beispiel.

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Uwe Malich gewann 2001 und 2009 die Bürgermeisterwahlen in Wildau, strebt nun eine dritte Amtszeit an.

Quelle: Frank Pawlowski

Wildau. Nach einem schweren Fahrrad-Unfall im Juli ist Wildaus Bürgermeister Uwe Malich (Linke) noch nicht wieder im Dienst. Der komplizierte Oberschenkelbruch verheilt langsam, der 64-Jährige kann schon wieder selbst laufen – wenn auch nur am Stock. Die Arbeit lässt ihn trotzdem nicht los. Zu Besprechungen kommen sein Stellvertreter und Mitarbeiter in sein Haus am Notte­fließ in Königs Wusterhausen. Auch das MAZ-Gespräch über seine Bürgermeisterkandidatur und Wildaus weitere Entwicklung findet dort statt. Ehefrau Valerie Richel hat noch frischen Kaffee gemacht, bevor sie mit Enkel Maximilian und Tochter Melanie zum Irrgarten nach Storkow aufbricht.

Sie sind seit 2002 Bürgermeister in Wildau, kandidieren am 24. September für eine dritte achtjährige Amtszeit. Warum machen Sie das?

Uwe Malich: Ich habe gründlich nachgedacht, mich mit Freunden und der Familie beraten. Wir haben in Wildau eine Menge erreicht, aber es ist noch viel zu tun. Dabei will ich weiter als Bürgermeister mitwirken.

Sie haben zwei Schlaganfälle hinter sich, trauen Sie sich das anstrengende Amt gesundheitlich noch zu?

Ja, ich fühle mich gut und bin fit für diese Aufgabe. Die Belastung ist da, aber das Positive ist, dass man etwas für den Ort tun kann. Außerdem habe ich im Rathaus ein sehr gutes Team, die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern macht Freude.

Wildau steht inzwischen glänzend da, hat so viele Einwohner wie noch nie. Statt Massenarbeitslosigkeit wie vor 25 Jahren herrscht Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel. Was bedeutet das für die Kommunalpolitik?

Wir müssen es machen wie Ludwig Witthöft vor über hundert Jahren. Als die Lokomotivfabrik errichtet wurde und Arbeitskräfte in Berlin gesucht wurden, hatte Wildau nichts zu bieten. Die Leute sagten damals, sie müssen nach Sibirien. Witthöft ließ die heutige Schwartzkopff-Siedlung bauen mit modernen, attraktiven Wohnungen und lockte damit die Arbeiter und Ingenieure an, die er brauchte. Vor dieser Herausforderung stehen wir heute auch. Bei den Fachkräften stehen wir im Wettbewerb mit Standorten in ganz Deutschland. Sie werden dorthin gehen, wo sie attraktive Bedingungen vorfinden. Wohnraum, übrigens auch für Studierende der Technischen Hochschule, die soziale und technische Infrastruktur, die Bildungslandschaft gehören dazu.

Die Oberschule und die Grundschule sind zu klein, Kitaplätze und Wohnungen fehlen. Hat die Stadtpolitik in den letzten Jahren nicht rechtzeitig auf die Entwicklung reagiert?

Doch, aber man kann Dinge immer nur schrittweise umsetzen. Schwerpunkt bisher war die Sanierung des Wohnungsbestandes, jetzt geht es um Neubau. Der Bedarf ist riesig. Allein bei unserer Wohnungsgesellschaft melden sich monatlich 200 Mietinteressenten, aber nur 15 bis 20 können versorgt werden. In den kommenden Jahren entstehen durch öffentliche und private Investitionen bis zu 1500 neue Wohnungen in Wildau. Die Oberschule erweitern wir jetzt, die Planungen für eine Erweiterung der Grundschule laufen an. Wichtig ist aber, dass wir die Einwohner nicht vergessen, auch für sie müssen wir attraktiv sein. Die Straßen und Gehwege in der Waldsiedlung zum Beispiel müssen wir uns dringend vornehmen. Aber die Grundlage für alles ist eine weitere positive wirtschaftliche Entwicklung. Dafür müssen wir sorgen.

Eine neue Sporthalle soll gebaut werden, mehrere Standorte stehen zur Auswahl. Welchen bevorzugen Sie?

Ich bin für einen innerstädtischen Standort. Die Empfehlung war, die Halle in der Nähe der Schulen zu bauen, deshalb spricht viel für den Anbau am Wildorado.

Wann soll der Bau beginnen?

Wenn wir uns in der SVV einigen, könnte es in zwei Jahren losgehen.


Von Frank Pawlowski

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