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Dahme-Spreewald Maximal 60 Minuten für einen Schulweg
Lokales Dahme-Spreewald Maximal 60 Minuten für einen Schulweg
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00:19 01.12.2017
Wer auf dem Dorf wohnt, den bestraft das Amt: Protest von Eltern in einer Dolgenbrodter Bushaltstelle mit Schulranzen der Kinder. Quelle: Privat
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Heidesee

Eltern aus Heidesee finden sich nicht damit ab, dass ihre Kinder bis zu dreieinhalb Stunden täglich auf dem Schulweg unterwegs sind, und machen weiter Druck. Sie wollen erreichen, dass die Fahr- und Wartezeiten deutlich verkürzt werden. In Dolgenbrodt wurde eine Interessengemeinschaft Schülerbeförderung gebildet.

Unterschriftensammlung startet in diesen Tagen

Sie will sich auch dafür einsetzen, dass Fahrtkosten vom Kreis schneller bearbeitet und erstattet werden. Anträge bleiben monatelang unbeantwortet liegen. Die Elterninitiative bereitet eine Unterschriftensammlung vor. Die Listen werden in diesen Tagen in heideseer Kitas und Schule sowie in der Touristinformation im Königs Wusterhausener Bahnhof ausgelegt.

Die MAZ berichtete im Sommer erstmals über die langen Schulwege, hier mit betroffenen Schülern an einer Bushaltestelle in Blossin. Steffi Nerreter (l.) und Vicky Klode-Hammitsch (r.) gehören zu den Mitbegründerinnen der Interessengemeinschaft von Eltern, die gegen die langen Fahr- und Wartezeiten ihrer Kinder kämpft. Quelle: Frank Pawlowski

Über die E-Mail-Adresse schuelerbeförderung-lds@mail.de können weitere betroffene Eltern Kontakt aufnehmen. „Wir bekommen immer wieder Rückmeldungen von resignierten Eltern, die jahrelang erfolglos für Verbesserungen gekämpft haben“, berichtet Vicky Klode-Hammitsch aus Dolgenbrodt. Sie ist eine der Initiatorinnen der neuen Interessengemeinschaft.

Lange Wartezeiten vor allem im Winter ein Problem

Das Problem der langen Wartezeiten verschärft sich gerade im Winter, wo es häufig zu Verspätungen und Ausfällen im Bus- und S-Bahnverkehr komme, schrieben Heideseer Eltern in einem Brief an den Landkreis. Sie fordern ausreichende und möglichst zusammenhängende Fahrtstrecken mit einer gut abgestimmten Anbindung zum nächsten Verkehrsmittel sowie eine Abstimmung mit den Schulen. Die Eltern schlagen unter anderem den Einsatz von deutlich mehr Bussen vor, eventuell mit kleineren Fahrzeugen in kürzeren Zeitabständen. Sie fordern eine maximale Schulwegzeit von 60 Minuten pro Strecke für Sekundarschüler. Zumutbar sind derzeit 115 Minuten pro Strecke, für Grundschüler sind es 90 Minuten.

Kreispolitiker geben den Eltern Recht

Das Thema beschäftigte die Kreispolitik schon Anfang des Jahres. Damals wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um Vorschläge für eine deutliche Verkürzung von Fahrzeiten zu machen. Doch Ergebnisse liegen bisher immer noch nicht vor. Die Eltern hoffen dennoch weiter auf die Kreispolitiker, von denen viele das Anliegen unterstützen. „Die Eltern haben Recht“, sagte der bündnisgrüne Kreistagsabgeordnete Lothar Treder-Schmidt der MAZ und versprach: „Wir bleiben dran.“ Dass die Arbeitsgruppe noch keine Vorschläge vorgelegt hat, findet er unbefriedigend.

Neuregelung ist eine politische Entscheidung

Der Königs Wusterhausener SPD-Abgeordnete Georg Hanke will sich bei der Verwaltung dafür einsetzen, zumindest für extreme Härtefälle Lösungen zu finden. Eine Neuregelung der zumutbaren Fahr- und Wartezeiten sei hingegen eine politische Entscheidung des Kreistages. AFD-Fraktionschef Steffen Kotré fordert, Verbesserungen für alle Schüler sofort umzusetzen. „Das können und müssen wir uns leisten. Wenn das nicht passiert, ist das nicht hinnehmbar“, sagte er.

Von Frank Pawlowski

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