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Mehr Menschen brauchen Grundsicherung

Altersarmut in Dahme-Spreewald Mehr Menschen brauchen Grundsicherung

Im Landkreis Dahme-Spreewald sind immer mehr ältere beziehungsweise erwerbegeminderte Personen auf die Grundsicherung angewiesen. Die Anzahl der Betroffenen ist in den vergangenen fünf Jahren rasant gestiegen. Zunehmend geraten auch einst Selbstständige sowie Freiberufler in diese Armutsfalle.

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Harald Lehmann leitet das Sozialamt im Landkreis Dahme-Spreewald.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. Immer mehr Senioren sowie erwerbsgeminderte Personen sind im Landkreis Dahme-Spreewald auf die Grundsicherung angewiesen. Die Anzahl erhöhte sich in nur fünf Jahren von 1062 im Jahr 2010 auf aktuell 1342. Tendenz weiter steigend, wobei alle Experten von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.

„Die größte Angst der Betroffenen ist, den Kindern für die Sicherung des eigenen Lebensunterhalts finanzielle Lasten aufzubürden“, fasst Harald Lehmann, der das Sozialamt des Kreises seit 17 Jahren leitet, seine Erfahrungen zusammen. Viele ältere Menschen versuchten daher vor dem Gang zum Sozialamt, sich über Jahre hinweg irgendwie durchzuschlagen, bis es wirklich nicht mehr geht. Vielfach scheuten sie sich auch, ihre missliche finanzielle Situation in einer Behörde haarklein darzulegen. Das aber ist unumgänglich. Wird die Grundsicherung von 399 Euro für eine Einzelperson zuzüglich der Kosten einer angemessenen Unterkunft doch nur dann gewährt, wenn der Vermögensfreibetrag einschließlich der Rückkaufswerte aus Lebensversicherungen, Wertpapieren und Sparguthaben einen Betrag von 2600 Euro nicht übersteigt. Immer mehr Senioren arbeiten inzwischen auch im Rentenalter monatlich ein paar Stunden, um ihre finanzielle Not zu lindern.

Allein 686 Personen gerieten aufgrund von Krankheit und der damit verbundenen Erwerbsminderung in die Grundsicherung. Zunehmend sind auch ehemals Selbstständige und Freiberufler auf diese soziale Leistung im Alter angewiesen. Besonders prekär wird ihre Lage im Rentenalter, wenn sie den spätestens mit 55 Jahren möglichen Absprung von einer privaten Krankenversicherung zurück in die gesetzliche verpasst haben. Die dann fälligen Beiträge für die private Krankenversicherung treiben sie meist endgültig in den finanziellen Ruin.

Vielfach sind Alleinerziehende beziehungsweise Personen, deren Erwerbsbiografie durch die Wende abrupt unterbrochen wurde, auf die Grundsicherung angewiesen. Wer sich von einem geförderten Job zum nächsten hangelte, hat keine großen Altersbezüge zu erwarten. Die Rentenstelle schickt automatisch jedem Senior, der weniger als 800 Euro Rente bezieht, mit Eintritt in das offizielle Rentenalter von jetzt 65 Jahren und vier Monaten einen Antrag auf Grundsicherung zu.

Von Franziska Mohr

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