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Dahme-Spreewald Mehrheit für Datschen als Dauerwohnsitz
Lokales Dahme-Spreewald Mehrheit für Datschen als Dauerwohnsitz
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11:40 07.07.2016
Der Heideseer Bürgermeister Siegbert Nimtz (parteilos) schrieb im September 2015 sogar schon an Bundeskanzlerin Angela Merkel und forderte ein Bauen in der zweiten Reihe. Quelle: Franziska Mohr
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Heidesee

Die elf Ortsteile der Gemeinde Heidesee galten aufgrund der vielen Seen bis zur Wende als das Datschen-Paradies der Berliner und Potsdamer. Ergänzt wurde diese Idylle durch zahlreiche Ferienheime von Betrieben vor allem aus Berlin und Sachsen sowie Kinderferienlager mit Kapazitäten von 80 bis über 1000 Betten. So manches Ferienheim aus DDR-Zeiten ist geschlossen, die Idylle in den meisten der elf Heideseer Ortsteilen aber ist geblieben. Unzählige Häuser sind neu entstanden oder haben sich nach der Wende kräftig herausgeputzt.

Die MAZ aber wollte es jetzt genau wissen. Womit sind die Heideseer zufrieden und wo wünschen sie sich dringend Veränderungen? Chefredakteur Thoralf Cleven bat die Heideseer daher, an einer MAZ-Umfrage teilzunehmen, die sich vier Schwerpunkten im Ort zuwandte. Die MAZ wollte unter anderem wissen, ob es die Heideseer begrüßen würden, wenn in allen elf Ortsteilen die zahlreich vorhandenen Wochenendgrundstücke generell als Dauerwohnsitz genutzt werden dürften. Das befürworteten immerhin 65 Prozent der insgesamt 159 Bürger, die sich an der Umfrage beteiligten. 29 Prozent plädierten für eine Einzelfallentscheidung, während vier Prozent dies grundsätzlich ablehnen.

Knapp die Hälfte der Teilnehmer für Bauen in der zweiten Reihe

Gefragt war auch die Meinung der Heideseer Bürger zum Bauen in der zweiten Reihe. Knapp die Hälfte der Bürger, 48 Prozent, würde eine Lockerung des im Land Brandenburg verbotenen Bauens in der zweiten Reihe befürworten. Zehn Prozent würden dies nur den Kindern und Enkeln gestatten, während 38 Prozent auch hier Entscheidungen im jeweiligen Einzelfall favorisieren.

Die derzeitige Schulstruktur in Heidesee mit nur zwei Grundschulen sollte nicht in Stein gemeißelt sein. Das jedenfalls hat die Umfrage der MAZ ergeben. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer – rund 35 Prozent – hält demnach die Wiedereinrichtung einer Oberschule für die Klassenstufen 7 bis 10 in Heidesee bereits jetzt für geboten. 54 Prozent hingegen sprechen sich dafür aus, dass zuvor erst der tatsächliche Bedarf einer Oberschule für die nächsten Schuljahre in Heidesee sorgfältig geprüft werden sollte. Drei Prozent der Bürger sehen dafür allerdings überhaupt keine Notwendigkeit.

Großteil ist mit Bürgermeister Nimtz zufrieden

Außerdem fragte die MAZ die Bürger von Bindow bis Wolzig, ob sie mit der Arbeit ihres parteilosen Bürgermeisters Siegbert Nimtz zufrieden sind. Der Umfrage zufolge sind 66 Prozent der Heideseer mit ihm entweder sehr zufrieden oder zumindest zufrieden. Die höchsten Zustimmungswerte erreicht Nimtz – wenig überraschend – im Heideseer Ortsteil Bindow, seinem Heimatort. Rund 13 Prozent der Bürger sind von seiner Tätigkeit für die Gemeinde allerdings wenig angetan, wobei etwa jeder fünfte meint, dass er dies nicht beurteilen könne.

Als vordringliches Problem in Heidesee bewerten die Bürger vieler Ortsteile übereinstimmend den noch immer unzureichenden Ausbau der Radwege. Das gilt insbesondere für die Verbindungen von Prieros nach Kolberg sowie von Blossin nach Friedersdorf. Sehr kritisch werden in fast allen Ortsteilen die Versorgung mit altersgerechten Wohnungen sowie mit Haus- und Fachärzten bewertet. Die Bürger beklagen auch den spärlichen Busverkehr in den Abendstunden, die vielerorts auftretende illegale Müllentsorgung in den Wäldern und vor allem in Streganz den mangelnden Internetausbau. Ein Ärgernis bilden vielfach fehlende Hundetoiletten sowie nicht vorhandene Auslaufgebiete und Badestrände für die Vierbeiner.

Straßenbau brennt Heideseern auf den Nägel

Ansonsten brennt den Prierosern für einen sicheren Schulweg die ausstehende Ampel über die B246 und den Kolbergern der Ausbau ihrer Ortsdurchfahrt auf den Nägeln. Die Friedersdorfer wünschen sich im größten Ortsteil endlich ein Mehrgenerationenhaus. Auf der Prioritätenliste der Bindower und Dolgenbrodter steht der Neubau der Brücke ganz oben. In beiden Ortsteilen werden auch die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten beklagt.

Die Wolziger hingegen lassen keinen Zweifel, dass sie eine Gleichbehandlung aller Ortsteile wünschen und in jedem Fall für den Erhalt ihrer Kita kämpfen werden. Demnach kann sich Bürgermeister Nimtz offenbar auch in den nächsten Jahren nicht über Arbeitsmangel beklagen.

Von Franziska Mohr

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