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Dahme-Spreewald Michael Maor erzählt
Lokales Dahme-Spreewald Michael Maor erzählt
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02:15 25.06.2015
Li Snilgies (r.) und Aaron Kutscha (M.) bedanken sich bei Michael Maor (l.) mit Blumen. Quelle: Foto: Gerlinde Irmscher
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Königs Wusterhausen

Michael Maor lebt in Israel. Seit Jahren kommt der Holocaustüberlebende nach Deutschland, um über seine Erlebnisse und Erfahrungen während der Shoah zu berichten. Am Montag war Maor im Friedrich-Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen zu Gast. 220 Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen neun bis elf hatten sich in der Aula versammelt und lauschten seinen emotionalen Erzählungen.

„Es ist mir eine große Ehre, vor so vielen Jugendlichen zu stehen“, begrüßte er seine Zuhörer und wies darauf hin, dass ihre Generation nichts mit den Gräueltaten von damals zu tun hat und man doch endlich damit aufhören müsse, alle Deutschen als Mörder zu sehen. „Gar nicht weit weg von hier hat man beschlossen, die Juden zu vernichten“, weist er auf die Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 hin. „Damals haben ja gerade einmal eure Großväter gelebt.“

1933 wurde Michael Maor als Kind jüdischer Eltern in Halberstadt geboren. „Ich war ein kleiner blonder Deutscher“, erinnert er sich. Aber auch daran, dass er keine Freunde hatte und von den Nachbarskindern geschlagen wurde. Die Familie flüchtete 1939 nach Jugoslawien. Flucht- und Haftaufenthalte wechselten sich ab. Als er elf Jahre alt war, wurden seine Eltern bei der Flucht aus Topusko (heutiges Kroatien) von den Deutschen erschossen. Er konnte nach Italien fliehen und schließlich gelang ihm die illegale Einreise nach Palästina. Als der Elfjährige in Haifa ankam, fühlte er sich nicht mehr als Kind. „Ich war schon so alt wie 18 oder 19.“ Aber ein gebrochenes Kind. Er habe viel geweint. Seine Geschichte geht nach dem Ende des schrecklichen Krieges weiter. In Israel besucht er die Schule und die Armee.

Später absolviert er eine Fotografenausbildung in Köln, in Deutschland. Im Land der Täter. Während dieser Zeit ist er bereits als Spezialagent für den Mossad, den israelischen Geheimdienst tätig. Maor erzählt ausführlich, wie er heimlich in Frankfurt im Büro des Staatsanwaltes Fritz Bauer die „Akte Eichmann“ abfotografiert hat. Sie diente als wichtiges Beweismaterial im Prozess gegen den Nazi-Massenmörder.

„Es ist wichtig und ich sehe es als Pflicht, den jungen Leuten über die Geschichte der Juden, über die Nazis und von der schlimmen Vergangenheit im Dritten Reich etwas zu erzählen“, erklärt Maor. Es sei aber auch wichtig zu sagen, dass nicht alle Deutschen mitgemacht hätten und dass man darüber sprechen muss, wie es dazu kommen konnte. „Ich finde solche Gespräche so wichtig, gerade für die Zukunft, das war schon eine wertvolle Sache heute“, sagt Aaron Kutscha, Schüler, am Ende des Gespräches. „Wir haben einen Menschen kennengelernt, der aus der Hölle kam und seinen Weg gegangen ist und somit beweist, dass es nicht möglich ist, ein ganzes Volk auszulöschen“, sagt Schulleiter Mario Bengsch sichtlich bewegt zum Abschluss.

Von Gerlinde Irmscher

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