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Misstöne an der Grundschule Schulzendorf

Schulbildung Misstöne an der Grundschule Schulzendorf

Das Projekt „Klasse Musik für Brandenburg“ an der Grundschule Schulzendorf endet zum Schuljahresende. Damit muss die Schule die Vision begraben, musikbetonte Grundschule zu werden. Das Potsdamer Ministerium für Bildungs kann die erforderlichen Unterrichts-und Verwaltungsstunden nicht bezahlen. Das Projekt gab es seit 2010. Die Schüler erlernten im Unterricht ein Instrument.

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Die Hauptstadttenöre aus Berlin kamen zuletzt nach Schulzendorf, um für ein gemeinsames Konzert zu proben.

Quelle: Andrea Müller

Schulzendorf. Mit dem kommenden Schuljahr wird es an der Schulzendorfer Grundschule keine Musikklassen mehr geben. Das ist die Quintessenz einer monatelangen Diskussion. Sie wurde in der Schule geführt, aber auch mit den Entscheidungsträgern im Land Brandenburg: dem Schulamt in Cottbus und dem Brandenburger Bildungsministerium.

Seit dem Jahr 2010 wurden in der Grundschule unter Leitung von Susanne Falk-Grünes nach und nach neue Musikklassen eingerichtet. Inzwischen sind es insgesamt zwölf Klassen. Die Kinder erlernen darin, ein Instrument zu spielen. Es gab mittlerweile Bläserklassen, Klassen für Streicher und Percussionisten. Zudem hatten die Kinder die Möglichkeit, wenigstens einmal im Jahr ihr Können bei einem großen Konzert unter Beweis zu stellen. Und zwar nicht allein, sondern gemeinsam mit bekannten Künstlern. Zuletzt traten sie vor Weihnachten mit den Hauptstadttenören auf. Aber auch der bekannte Jazzer und Komponist Günther Fischer musizierte gemeinsam mit den Mädchen und Jungen. Die Konzerte waren immer ausgebucht. Es kamen nicht nur Eltern und Familie; auch viele Schulzendorfer ließen es sich nicht nehmen, bei dem Ereignis dabei zu sein.

Es stehen nicht genug Stunden für das Projekt zur Verfügung

„Unsere Kinder brauchen jetzt Hilfe“, schrieb Simone Neumann in einer E-Mail an die MAZ. Auch Maja Baumgart und andere wandten sich an ihre Heimatzeitung mit der Bitte um Unterstützung. Doch die Angelegenheit ist eine verfahrene Kiste. Schulleiter Frank Freese will sich nicht äußern und verweist auf das Bildungsministerium. Das gemeinsam mit dem Schulamt könne erklären, warum das überaus erfolgreiche Projekt nun so abrupt ein Ende finden soll.

Hintergrund des Dilemmas ist die Zeit, die der Musikschulbereich der Grundschule in Unterricht und in die Vorbereitung der Konzerte gesteckt hat. Was kaum einer wusste: Es wurden auch Stunden verwendet, die eigentlich auch für Deutsch oder Mathe hätten verwendet werden können. Man nennt solche flexiblen Stunden heute Schwerpunktstunden. Darüber hinaus wurden auch Stunden verwandt, die normalerweise für Inklusion – also für die Betreuung behinderter Kinder – verwendet hätten werden müssen. Auf der anderen Seite der Medaille steht aber eine enorme Stundenzahl der Lehrerinnen und Lehrer, die sich für das Projekt engagiert haben. Eine Zahl von 600 steht im Raum. Deswegen ist man in Schulzendorf nun auf die Idee gekommen, dass das, was hier entwickelt wurde, auch bezahlt werden muss. Doch anscheinend hat hier jemand die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn das Brandenburger Ministerium lehnt genau das ab, macht aber alternative Vorschläge. Etwa den, dass sich die Schule zur Ganztagsschule entwickeln könnte. „Mit diesem Konzept kann das Projekt ’Klasse! Musik für Brandenburg’ an der Schule unter Berücksichtigung der regionalen Komponenten unterstützt werden“, sagt Sprecher Florian Engels. Dann könnten auch zusätzliche Ressourcen in Form von Lehrerstunden und Honorarmitteln zur Verfügung gestellt werden. Diesen Weg aber will die Schule nicht gehen, wollte lieber musikbetonte Grundschule werden. Bürgermeister Markus Mücke (parteilos) bedauert diese Entwicklung. „Die Gemeinde hat das Projekt mit der Versicherung der Instrumente unterstützt“, sagte er auf Anfrage. Der Musikschulverband hatte sie der Schule geliehen. Nun sollen sie bald alle abgeholt werden.

Von Andrea Müller

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