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Mit der Säge zum eigenen Baum

Dahmeland-Fläming Mit der Säge zum eigenen Baum

Weihnachtsbäume selber schlagen liegt im Trend – mit der Säge im Wald kommt bei vielen Menschen erst so richtige Weihnachtsstimmung auf. In der Region Dahmeland-Fläming ist so ein Selbersägen an fünf verschiedenen Stellen möglich. Am Wochenende eröffnete die erste – der Weihnachtsbaumwald in Mellensee.

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Weihnachtsbaum-Ernte 2015: Hartmut Glau sägt in Mellensee einen Tannenbaum ab. Er wird es dieses Jahr wohl wieder tun.

Quelle: Oliver Fischer

Dahmeland-Fläming. Am Wochenende hat für viele Menschen in der Region Dahmeland-Fläming wieder eine der größten Freuden der gesamten Adventszeit begonnen - den perfekten Weihnachtsbaum selbst zu schlagen. Beziehungsweise: Nach langer, intensiver Suche erst einmal den schönsten Baum zu finden, den man anschließend absägen und stolz in den Kofferraum verladen kann. Fichte, Kiefer oder Douglasie, da hat ja jeder seine eigenen Vorlieben.

Egal welche Baumart – nirgendwo kommt man besser in Weihnachtsstimmung als im Wald. Deshalb ist ein eigenhändig gefällter Baum für Weihnachtsfans das einzig Wahre, das im Wohnzimmer erstrahlen und Nadeln verlieren darf. In der Region verkaufen sowohl der Landesbetrieb Forst Brandenburg als auch private Waldbesitzer an fünf verschiedenen Standorten Weihnachtsbäume zum Selbstsägen. Zu einem Preis von durchschnittlich elf bis 14,50 Euro pro laufenden Meter, je nach Baumart. Für eine Nordmanntanne werden Preise ab 22 Euro veranschlagt.

20 000 Tannen auf fünf Hektar

Der erste Waldbesitzer, der seine Pforten für Kunden mit Säge öffnete, ist Jörg Martin. Ihm gehören die Schonungen mit dem Namen Weihnachtsbaumwald in Mellensee. Die Plantage ist rund fünf Hektar groß, insgesamt wachsen darauf etwa 20 000 Tannen. Allerdings sind sie noch nicht alle bereit für das Fest im Wohnzimmer – immerhin braucht ein Weihnachtsbaum zwischen sieben und zwölf Jahren Zeit, um eine ordentliche Größe zu erreichen. „Wir verkaufen hier jährlich etwa 1000 Tannen, die meisten davon immer am dritten und vierten Adventswochenende“, erzählt Jörg Martin. „Wenn man die Bäume aus dem Wunderweihnachtswald nicht mitrechnet.“

Der Wunderweihnachtswald ist eine Neuheit, die Jörg Martin in diesem Jahr zum zweiten Mal anbietet: Auf einer kleinen Plantage stellt er mit seinen Mitarbeitern Nordmanntannen auf, die sie frisch aus Thüringen anliefern lassen. „Die werden vor jedem Adventswochenende geliefert“, erzählt Jörg Martin. „Insgesamt verkaufen wir in der gesamten Weihnachtszeit so wohl 1000 Nordmanntannen.“ Diese Baumart wächst im regionalen Klima eigentlich nicht gut.

Der beliebteste Baum

Dennoch ist die Nordmanntanne der wohl beliebteste Weihnachtsbaum. Deshalb findet man sie vor allem an den regulären Weihnachtsbaumverkaufsstellen, die zum Beispiel Baumärkte anbieten. Dort stammen die meisten Tannen aus Plantagen in Dänemark. Schön, aber eben nicht selbst gesägt. Was also haben bereits abgesägte Nordmanntannen dann auf einer Selbstschlageplantage in Mellensee zu suchen? „Die Leute sägen ihre Tanne trotzdem noch, obwohl sie es gar nicht müssten“, erzählt Jörg Martin. „Den Spaß und das Gefühl lassen sie sich nicht nehmen.“

Als Martin vor rund 20 Jahren in das Geschäft mit den Tannen einstieg, wollte er die Bäume ursprünglich auf Märkten verkaufen. „Dann habe ich aber gemerkt, dass das Selberschlagen einfach der Knaller ist“, sagt er. Mittlerweile hat er daraus ein richtiges Event gemacht, mit Kinderprogramm an den Wochenenden.

Adressen und Termine

Selbstschlagangebote für Weihnachtsbäume in der Region Dahmeland-Fläming. Angeboten werden diese vom Landesbetrieb Forst Brandenburg sowie von privaten Waldbesitzern.

Mellensee: Ab dem 26. November öffnet der Weihnachtsbaumwald in Mellensee täglich von 8 bis 16 Uhr, am 24. Dezember ist er von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Im Weihnachtsbaumwald am Mokeweg zwischen Dorfaue und dem Ortsausgang Zossen können Fichten, Kiefern, Douglasien und Tannen geschlagen werden. An allen Tagen gibt es außerdem noch Lagerfeuer, Glühwein und Punsch. An den Adventswochenenden kommt ein Kinderprogramm mit Ponyreiten und Stockbrot backen dazu. Telefon: 01 63/9 07 14 99 (Herr Martin).

Groß Köris: Am 10. Dezember können von 12 bis 18 Uhr bei der Oberförsterei Hammer an der B 179 Bäume selbst geschlagen werden. Im Angebot sind Kiefern, Fichten und Tannen. Dazu gibt es ein Lagerfeuer, Imbiss und Wildverkauf. Telefon: 03 37 65/2 17 80 (Oberförsterei).

Königs Wusterhausen: Der Landwirtschaftsbetrieb Krone bietet am 17. Dezember von 12 bis 16 Uhr an, Fichten, Kiefern, Douglasien und Tannen im Ortsteil Kablow am Blackbergstell hinterm Bahnhof selbst zu sägen. Dazu gibt es einen Imbiss und Lagerfeuer. Telefon: 0 33 75/29 47 80 (Herr Krone).

Heidesee: Am 17. Dezember lädt der Forstbetrieb Blossiner Heide im Ortsteil Bindow-Süd (Mariannenstraße/Geschwister-Scholl-Straße) zum Weihnachtsbaumschlagen. Von 10 bis 16 Uhr kann man sich bei Imbiss und Lagerfeuer Fichten, Blaufichten, Kiefern und Tannen aussuchen. Telefon: 01 57/51 90 76 15 (Herr Buschfeld).

Woltersdorf bei Luckenwalde: Blaufichten gibt es am 17. und 18. Dezember in der Zeit von 9 bis 15 Uhr an der Walkmühle in Woltersdorf. Neben der Möglichkeit des Selbstschlagens gibt es einen Imbiss und Lagerfeuer. Telefon: 01 72/3 14 40 11 (Herr Hennig).

Dass das Selbstschlagen für viele nicht zu toppen ist, weiß auch Bernd Bertold, Sachbearbeiter der Oberförsterei in Königs Wusterhausen. Er hat solche Aktionen der Oberförsterei früher als Waldarbeiter jahrelang betreut. Fertig vom Hof haben die wenigsten ihre Tannen haben wollen. „Das Selberschlagen ist eine ganz emotionale Sache“, erklärt er. So fühlen sich viele dadurch mit ihrer Tanne noch enger verbunden. „Das ging sogar so weit, dass sie beleidigt waren, wenn man etwas gegen die Schönheit ihres Weihnachtsbaumes sagte.“ Die liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – auch wenn die Tanne dann mal drei Kronen hat.

Viel Pflege erforderlich

Die Bäume auf den hiesigen Weihnachtsbaumplantagen werden eigens für das Weihnachtsgeschäft angebaut. „Dafür werden extra wenig fruchtbare Böden verwendet“, erklärt Bernd Bertold. „Damit die Stiele nicht so schnell wachsen und die Tannen so voller sind.“ Über die Jahre braucht so eine Weihnachtsbaumplantage daher viel Pflege von ihren Besitzern. Umso ärgerlicher sei der immer wieder vorkommende Diebstahl von Tannen. Hier und da habe Bertold schon jetzt Lücken in den Schonungen beobachtet.

Als Bernd Bertold selbst noch Waldarbeiter war, entwickelte er mit seinen Kollegen ein ganz besonderes Mittel dagegen. „Die Diebe markieren sich ihre Tanne ja tagsüber mit kleinen Bändchen, um im Dunkeln auch die richtige Tanne absägen zu können“, erzählt Bertold. „Die haben wir dann abgenommen und vertauscht.“ Ob die Diebe wohl trotzdem ein emotionales Verhältnis zu ihrer Tanne aufbauen konnten – Bernd Bertold hat es nie erfahren.

Von Anja Meyer

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