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Mittenwalde hat die Wahl

MAZ-Wahlforum Mittenwalde hat die Wahl

Beim MAZ-Wahlforum am Dienstag stellten sich die sechs Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in Mittenwalde den Fragen der Journalisten und Bürger, die zahlreich erschienen waren. Der Saal des Schützenhauses in Gallun war bis auf den letzten Platz gefüllt. Mehr als 200 Bürger waren der Einladung ihrer Heimatzeitung gefolgt. Die Wahl findet am Sonntag statt.

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Mehr als 200 Mittenwalder kamen zur MAZ-Wahlforum nach Gallun.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Mittenwalde. Beim MAZ-Wahlforum Dienstag im Schützenhaus Gallun stellten sich die sechs Bürgermeister-Kandidaten für Mittenwalde den Fragen von Journalisten und über 200 Bürgern. Angetreten im direkten Vergleich waren Maja Buße (CDU), Helga Dommisch (parteilos), Lutz Krause (Pro Bürger), Daniel Müller (SPD), René Riwoldt (AfD, Hand in Hand) sowie Oliver Theel (Linke). Moderiert wurde die Veranstaltung vom Geschäftsführer des MAZ-Regionalverlages Dahmeland-Fläming, Lothar Mahrla, sowie dem stellvertretenden Redaktionsleiter Ekkehard Freytag.

 Maja Buße (CDU), Hedda Dommisch (parteilos) und Oliver Theel (Linke, V l)

Maja Buße (CDU), Hedda Dommisch (parteilos) und Oliver Theel (Linke, V. l.).

Quelle: Gerlinde Irmscher

Runde Eins: Kennenlernen

Das Los entschied, dass Lutz Krause zuerst die Bühne betrat. Er hatte kurze Fragen zu beantworten. Danach gefragt, würde er, wenn er kein Gesetz beachten müsste, das alte Schulhaus in Mittenwalde abreißen, findet die Stadt am Pulvertrum am schönsten, isst am liebsten im Deutschen Haus und ist reich an Erfahrung. Während er im Anschluss das Wappen von Mittenwalde malte, ging Daniel Müller ins Rennen. Er würde den alten Konsum in Motzen abreißen, isst gern im Deutschen Haus und las zuletzt die „Säulen der Erde“. Dann nahm er die Zeichenstifte, während René Riwoldt den Saal betrat. Der würde nichts einfach abreißen, findet Mittenwalde überall schön, liebt Essen im Deutschen Haus und hat zuletzt sein Sparbuch gelesen. Als er ans Zeichenbrett ging, kam Oliver Theel, der das ATZ-Gebäude abreißen würde, Motzen am schönsten findet, gern im Deutschen Haus speist, reich an Kindern ist und zuletzt „Die Philosophie des Zufalls“ las. Kein Zufall war, dass – während nun Theel malte – Hedda Dommisch startete. Sie würde gern die alte Feuerwache abreißen, ist nicht reich und hat ein Buch gelesen, das an der Küste spielt. Maja Buße würde gern ein Haus in Brusendorf abreißen, das den Ortsvorsteher störe, findet Mittenwalde dort am schönsten, wo das Herz schlägt und hat zuletzt „Weibernest“ geschmökert.
Fazit: Unentschieden.

Die Saal-Wahl

Die MAZ hat beim Wahlforum schon einmal die Wahl des neuen Bürgermeisters von Mittenwalde vorweg genommen. Von den gut 200 Besuchern haben 112 teilgenommen.

Oliver Theel, Kandidat der Linken, hat die Wahl für sich entschieden. Er bekam 40 Stimmen.

Auf Platz 2 lag Maja Buße von der CDU. Sie erhielt 24 Stimmen.

Knapp dahinter mit 20 Stimmen folgte die amtierende Bürgermeisterin Hedda Dommisch. Sie geht als parteilose Einzelkandidatin ins Rennen.

Den vierten Platz erreichte René Riwoldt, der für AfD und Hand in Hand antritt. Im Saal erhielt er 13 Stimmen.

Eine Stimme weniger, also zwölf Stimmen, bekam Daniel Müller (SPD).

Die wenigsten Stimmen erhielt bei der Saal-Wahl Lutz Krause (Pro Bürger). Drei Personen entschieden sich für ihn.

Runde Zwei: Politik

Nun bekam jeder maßgeschneiderte Fragen. Krause sollte sagen, ob er alle Ortsteile im Blick haben wird und erklärte, dass er alle auf Augenhöhe behandeln werde. Hedda Dommisch, die unter Uwe Pfeiffer beruflich „groß“ geworden ist, will die Ära hinter sich lassen und neue Wege gehen, vor allem das respektvolle Miteinander mit den Mitarbeitern fördern. Riwoldt, der die Petition 120 mit auf den Weg gebracht hat, sollte erklären, warum er verspricht, nur so viele Flüchtlinge in Mittenwalde aufzunehmen, obwohl er dafür nicht zuständig ist. Er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Ich verspreche nichts“, sagte er, habe aber die Bürger gefragt, was sie wollen. 120 Flüchtlinge sei eine vernünftige Zahl. Theel, der im Amt Schenkenländchen Kämmerer ist, sollte erklären, wie er für Mittenwalde einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommt. „Mit dem Griff in die Rücklage“, sagte er, fügte aber hinzu, dass dies dauerhaft keine Lösung sei, um die Lebensfähigkeit der Stadt abzusichern. Daniel Müller wurde gefragt, wie er Investoren in die Stadt lockt, die Wohnungen bauen. „Wohnungen sind knapp. Da werden sich auch Investoren finden, die welche bauen“, sagte er. Gleichzeitig will er für sozialen Wohnungsbau über die Miwobau sorgen. Maja Buße hatte zu erläutern, was sie unter ihrem neuen Führungsstil versteht. „Den Bürgern das Gefühl geben, dass sie mit im Boot sitzen“, fasste sie zusammen. Krause, der Elektromeister ist, sollte beantworten, wie er es schaffen will, eine Verwaltung mit mehr als 100 Mitarbeitern zu führen. Da er aus der PGH Schulzendorf komme und dort lange im Vorstand tätig war, sei das kein Problem für ihn. Hedda Dommisch wurde gefragt, warum sie noch nichts im Rathaus geändert hat, obwohl sie schon ein Jahr Bürgermeisterin ist. Beantwortet hat sie diese Frage nicht, möchte aber künftig die Potenziale der Mitarbeiter ausschöpfen.
Fazit: Theel und Buße liegen vorn.

Lutz Krause (Pro Bürger), Daniel Müller (SPD und René Riwoldt (AfD, Hand in Hand, v l)

Lutz Krause (Pro Bürger), Daniel Müller (SPD und René Riwoldt (AfD, Hand in Hand, v. l.).

Quelle: Gerlinde Irmscher

Runde drei: Wahlreden

Eine Minute ist kurz. Manche der Kandidaten schafften es noch kürzer. Riwoldt sprach 57, Buße gerade mal 44 Sekunden nach dem Motto: In der Kürze liegt die Würze. Alle hatten sich perfekt vorbereitet, keiner geriet bei seiner Wahlrede ins Stocken.
Fazit: Unentschieden.

Runde vier: Schätzen Sie mal

Fröhlich ging es bei der Schätzrunde für die sechs Kandidaten zu. Dies auch, weil natürlich die Besucher im Saal fleißig mitrieten – und nicht selten über die Antworten erstaunt waren. Wie viele Milchkühe gibt es in Mittenwalde samt Ortsteilen?, lautete die erste Frage. Am nächsten dran war hier Maja Buße. Sie schätzte die Zahl auf 300. Laut Veterinäramt des Landkreises lautet die richtige Antwort: 500. Wie viele Fahrzeuge sind in Mittenwalde zugelassen? Hier lag René Riwoldt mit geschätzten 10 000 am nächsten dran. Laut Straßenverkehrsamt des Kreises sind es 8300 Fahrzeuge. Wie viele Unternehmen gibt es in Mittenwalde? Wieder hatte Riwoldt die Nase vorn. Er schätzte 800. Genau sind es 803 laut Rathaus Mittenwalde. Wie viele Straßen gibt es in Mittenwalde?, lautete die nächste Frage. Am besten schätzte hier Daniel Müller mit der Zahl 250. Laut des Straßenverzeichnisses Deutschland Blick sind es 242. Auch wie lang sie sind, wollte die MAZ noch von den sechs Kandidaten wissen. Dieses Mal lag Maja Buße sehr weit entfernt von der Realität. Sie schätzte die Länge aller Mittenwalder Straßen auf 10 000 Kilometer. Am besten schätzte hier Hedda Dommisch. Sie kam auf 125 Kilometer. Genau sind es 114,044 Kilometer. Dass die Motzener Straße die längste Trasse in Mittenwalde ist, verriet die MAZ. Doch wie lang ist sie? Hier schätzten Krause und Müller besonders gut mit 5,5 Kilometern. Die richtige Antwort ist 5,443 Kilometer. Die letzte Frage galt den Kindern in der Stadt inklusive der Ortsteile. Wie viele werden in Kindertagesstätten und im Hort betreut? Hier lag Oliver Theel am nächsten dran. Er schätzte, es seien 650. Die anderen bewegten sich nicht weit weg davon. Die richtige Antwort wäre 694 Kinder gewesen. 413 werden in Kitas betreut; 281 Mädchen und Jungen besuchen den Hort.

Runde fünf: Bürger fragen

Dirk Knuth wollte von Dommisch wissen, ob sie die Sanierung der alten Feuerwache torpediert? „Nein“, sagte sie, aber die anderen Ortswehren hätten auch Traditions-Fahrzeuge. Es sei sinnvoller, für alle ein Gebäude zu schaffen. Lothar Pehla fragte Riwoldt nach seinem Umgang mit den Bürgern bei einer anderen Veranstaltung. Der erklärte, er sei auf eine Provokation hereingefallen. Frage an alle Kandidaten, ob sie das Volksbegehren „Windräder“ unterschrieben? Antwort: Ja. Rüdiger Strenge hinterfragte eine Bemerkung von Riwoldt, der mit dem „Stahlbesen“ in der Verwaltung kehren wolle. „Das war symbolisch gemeint“, sagte er. Peter Hundrieser sezierte die Ausbildung von Müller. Der hatte sein Studium abgebrochen. „Ich habe nur meine Diplom-Arbeit nicht geschrieben“, sagte er.
Fazit: Riwoldt, Müller und Dommisch sammeln Minuspunkte.

Von Andrea Müller

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