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Stadt plant Wagenburg für Flüchtlinge

Mittenwalde Stadt plant Wagenburg für Flüchtlinge

Die Kleinstadt Mittenwalde (Dahme-Spreewald) soll in den kommenden Monaten rund 270 Geflüchtete aufnehmen. Einige von ihnen sollen in einer Wagenburg mit Campingwagen unterkommen. Seitdem das bekannt ist, schlagen die Wellen hoch. Denn die Region war Bergbaugebiet. Das könnte gefährliche Folgen haben.

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Campingwagen für Flüchtlinge: Im Gewerbegebiet Schenkendorf könnte eine solche „Wagenburg“ errichtet werden.

Quelle: Andrea Müller

Mittenwalde. Nicht nur nach Mittenwalde sollen Flüchtlinge kommen, sondern nach neuesten Informationen auch nach Schenkendorf und Gallun. Insgesamt soll die Stadt nun 270 Personen aufnehmen. Darüber informierte Hedda Dommisch, stellvertretende Bürgermeisterin, bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung.

Seitdem schlagen in der Stadt die Wellen nach oben. Besonders die Schenkendorfer machen sich Sorgen. Im Gewerbegebiet vor ihrer Haustür sollen gleich zwei Flüchtlings-Unterkünfte errichtet werden. Geplant ist dafür ein festes Gebäude einer ehemals dort ansässigen Firma. Nur wenige Meter weiter soll zudem auf einer Fläche eine Notunterkunft in Campingwagen errichtet werden.

Ortsvorsteher hat Bedenken wegen des Standorts für die Wagenburg

Dieter Böttcher, stellvertretender Ortsvorsteher in Schenkendorf, hält den Plan mit der „Wagenburg“ für äußerst bedenklich. Er kennt die Geschichte des Ortes mit ihrem Bergbau aus dem Effeff. Zudem hatte sich der Heimatverein lange bemüht, für die bevorstehende 750-Jahr-Feier von Schenkendorf einen alten Schacht so sichern zu können, dass er für Besucher begehbar wird. „Daraus wird nichts“, so Böttcher. Der Grund: Das Gebiet sei zu unsicher. Einbrüche in den vergangenen Jahren bewiesen das immer wieder. Böttcher selbst hat sich nun im Bergbauamt Cottbus schlau gemacht. Von dort habe er die Auskunft erhalten, dass die einstigen Schächte – ein riesiges Gebiet – nur unterirdisch verfüllt worden seien und vor allem nicht überall. „Jeder Standort ist besser als dieser“, warnt Böttcher.

Einige Häuser in der Region sind bereits abgesunken

Holger Aßmann, er wohnt in Schenkendorf, habe persönlich mit diesen Gefahren Bekanntschaft gemacht. „Mein Haus kann jeden Moment abschmieren“, meint er. Es sei zu DDR-Zeiten errichtet worden ohne die Gefahren im Untergrund zu berücksichtigen. „Ich habe auch schon gesehen, wie damals ganze Traktoren in der Erde versanken“, erinnert er sich. In Böttchers Unterlagen finden sich Aufnahmen mit gewaltigen Löchern in der Erde. Rot-weißes Polizeiband sperrt darauf die Gefahrenstelle ab.

Landkreis will den Standort prüfen lassen

Landrat Stephan Loge (SPD) ist von der Situation unterrichtet. „Eine Anfrage an das Bergbauamt ist in Arbeit“, sagt er. Man werde genau prüfen, ob eine Gefahr vorhanden ist. „Vielen Dank für die Hinweise besorgter Bürger“, so Loge. Gleichzeitig weist der Landrat darauf hin, dass die Mittenwalder noch nicht ein einziges Bett für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt haben, während andere Kommunen zusammen bereits rund 1800 Menschen ein Dach über dem Kopf gegeben haben.

Mittenwalde mag den Vorwurf nicht akzeptieren. „Wir wollen 120 Plätze am Wasserwerk schaffen“, so Dirk Knuth (CDU). Es sei unverständlich, wie der Landkreis mit den Bürgern umgehe. Damit erschwere er den engagierten Leuten vor Ort, die Einwohner mit ins Boot zu holen.

Initiative will Obergrenze für Flüchtlinge

Laut Frank Kausch (SPD) und Maja Buße (CDU) müsse man nun überlegen, was eigentlich aus den Plänen für die Unterkunft am Wasserwerk werden soll. Eine Idee sei, den Bebauungsplan lieber für den sozialen Wohnungsbau zu nutzen. Heydi Fischer (SPD) mahnte, weiter am Ball zu bleiben und die Unterkunft der Flüchtlinge zu planen. „Sonst sitzen wir hier im Chaos“, meint sie.

Zu Beginn der Stadtverordnetensitzung hatte die Initiative „Hand in Hand“ die „Petition 120“ vorgestellt und gefordert, die Anzahl der Flüchtlinge auf die genannten 120 Personen zu begrenzen. Hedda Dommisch wies darauf hin, dass sich alle Standorte in der Prüfung befänden. In Schenkendorf hofft man in Zusammenarbeit mit René Riwoldt, Sven Nilson und anderen von „Hand in Hand“, dass Mittenwalde notfalls mit einer einstweiligen Verfügung gegen die geplante „Wagenburg“ vorgeht.

Von Andrea Müller

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