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Mittenwalde Rätselhafte Tierkadaver im Wald gefunden
Lokales Dahme-Spreewald Mittenwalde Rätselhafte Tierkadaver im Wald gefunden
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01:07 15.10.2018
Wieder wurde ein totes Schaf im Wald entsorgt. Wer die Tiere schlachtet und hier ablegt, ist derzeit noch unbekannt. Es drohen hohe Strafen. Quelle: Andrea Müller
Boddinsfelde

Rätselhafte Tierkadaver erregen seit geraumer Zeit die Gemüter in Boddinsfelde. Jetzt wurde wieder ein totes Schaf entdeckt. Es liegt etwa einen Kilometer vom Mittenwalder Ortsteil entfernt abseits eines Feldweges in einer Waldlichtung. Das Fell wirkt wie abgezogen und ist vollständig erhalten. Quer durch den Kopf ragt ein Stöckchen.

In der nahen Umgebung befinden sich Fellreste, als sei das Tier gezogen worden. Andrea Müller

Reiter sagen: Kein Einzelfall

„Die Pferde scheuten, sie schnaubten und wollten um keinen Preis weiter laufen“, berichten Reiter des nahe gelegenen Reitgutes Boddinsfelde der Familie Labrenz. Einige von ihnen haben ihre Tiere dennoch an der Stelle mit dem Schaf vorbei geführt, andere mussten umkehren. Es sei nicht das erste Mal, dass auf ihrem Reitweg Tierkadaver gelegen hätten. Gesehen worden seien bereits Kadaver von Kühen, Schafen und Wildschweinen. Auffallend: Die Tiere wiesen keine Verletzungen auf, wie man sie erwarten würde, hätte sie ein Wolf oder anderes wildes Tier gerissen. „Es sieht so aus, als hätte jemand geschlachtet und das Fleisch fachgerecht abgetrennt“, heißt es übereinstimmend bei den Reitern. Sie rätseln: Wurden die Tiere irgendwo gestohlen? Oder schlachtete hier jemand seine eigenen Haustiere und entsorgte sie anschließend wild im Wald? Gibt es vielleicht auch Wilderer? Dafür würden die Kadaver von Wildschweinen sprechen.

Auf dieser Waldlichtung bei Boddinsfelde wurden die tierischen Überreste eines Schafes abgelegt. Quelle: Andrea Müller

Phänomen im Landkreis bekannt

Im Landkreis Dahme-Spreewald ist das Phänomen nicht unbekannt. Bereits im März, so Pressesprecher Bernhard Schulz, seien zwei Kadaverfunde vom Ordnungsamt Mittenwalde an das Amt für Landwirtschaft des Landkreises gemeldet worden. Am 9. März sei ein Schaf gefunden worden, am 12. März ein Rind. Im Mittenwalder Ordnungsamt sei eine widerrechtliche Entsorgung vermutet worden. „Es waren keine Ohrmarken zu finden, so dass eine Herkunft des Schafes nicht ermittelt werden konnte“, so Schulz. Man ließ die Überreste des Tieres von der SecAnim GmbH entsorgen. Wenige Tage später sei dann die Kuh gemeldet worden. „Zur Aufklärung wurden dieses Mal die Überreste vom Veterinäramt geborgen“, teilt der Kreis-Sprecher mit. Es habe sich um Schlachtabfälle gehandelt. Am Schädel des Tieres wurde ein Einschussloch festgestellt. Diesem Tier sei die Ohrmarke ebenfalls entfernt worden.

Ort des Grauens: Rätselhafte Tierkadaver bei Boddinsfelde erregen die Gemüter. Quelle: Andrea Müller

Entsorgung muss fachgerecht passieren

In Brandenburg ist der Umgang mit Schlachtabfällen genau geregelt. „Sie müssen von der SecAnim GmbH entsorgt werden“, sagt Schulz. Lediglich Heimtiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen und so weiter dürften auf dem eigenen Grundstück unter einer mindestens 50 Zentimeter dicken Erdschicht begraben werden. Diese Ausnahmeregelung gelte allerdings nicht für Wasserschutzgebiete oder Grundstücke in Wassernähe.

Hohe Bußgelder bei Zuwiderhandlung

„Die illegale Entsorgung der tierischen Nebenprodukte stellt einen Verstoß gegen das Beseitigungsgesetz von tierischen Nebenprodukten dar“, stellt der Kreis-Pressesprecher fest. Wer dem zuwider handelt, müsse mit harten Strafen bis zu 50.000 Euro rechnen. Zusätzlich können Verstöße gegen das Lebensmittelgesetz, das Tierschutzgesetz und das Tierseuchengesetz vorliegen, die weitere Bußgelder nach sich ziehen können.

Herkunft lässt sich ohne Ohrmarke feststellen

Marcel Derichs, Pressesprecher für die SecAnim GmbH, hält es für unwahrscheinlich, dass die tierischen Überreste aus wirtschaftlichen Gründen im Wald entsorgt worden seien. Die Entsorgung von Schlachtabfällen eines Schafes beliefen sich auf 8,50 Euro plus 20 Euro Anfahrt. Zudem könne seiner Meinung nach durchaus der Halter dieser Tiere festgestellt werden, auch wenn die Ohrmarke entfernt wurde. „Jedes Nutztier erhält bei der Geburt eine solche Marke“, so Derichs. Wenn es stirbt, müsse es abgemeldet werden. Geschehe dies nicht, weil das Tier beziehungsweise seine Überreste illegal entsorgt wurden, fiele das irgendwann dadurch auf, dass das Schaf oder die Kuh ein unnatürlich hohes Alter erreicht.

Nicht vom Wolf gerissen, sondern vom Menschen geschlachtet und im Wald entsorgt wurde dieses Schaf. Quelle: Andrea Müller

Täter bisher nicht ermittelt

Bisher konnte der Täter nicht festgestellt werden. Den Hinweisen und Spuren werde aber intensiv nachgegangen, heißt es aus dem Landkreis.

Von Andrea Müller

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