Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Mittenwalde Gespaltene Reaktionen auf Serie „Dead End“
Lokales Dahme-Spreewald Mittenwalde Gespaltene Reaktionen auf Serie „Dead End“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 02.03.2019
Victoria Schulz und Antje Traue in einer Szene der Krimi-Serie „Dead End“ Quelle: Carolin Ubl/ZDF/dpa
Mittenwalde

Selten ist in Mittenwalde eine Fernsehserie mit solcher Spannung erwartet worden, wie die ZDFneo-Produktion „Dead End“. Die Einwohner waren bei den Dreharbeiten quasi dabei. Der Krimi-Sechsteiler mit Michael Gwisdek ist in der Altstadt angesiedelt, die Macher haben sogar den Namen der Stadt beibehalten, was „Dead End“ zu einem Regionalkrimi macht. Mittenwalde und seine Bewohner sind nicht nur Kulisse, sie spielen gewissermaßen die Hauptrolle.

Je größer die Erwartungshaltung, desto größer ist allerdings auch die Gefahr, enttäuscht zu werden. Und „Dead End“ hat – abgesehen von den Kamerafahrten über das Kopfsteinpflaster der Yorkstraße – wohl nicht zu 100 Prozent den Geschmack der Einwohnerschaft getroffen.

Fünf Tage Dreharbeiten

Die Gastronomin Cornelia Wielandt zeigte sich noch ganz angetan. „Ich fand den Film cool“, sagt sie. Allerdings ist sie auch Eigentümerin der Kutscherkneipe, die in der Serie „Adlernest“ heißt und in der die Protagonisten recht häufig über einem Kaffee sitzen, persönliche Probleme wälzen oder Kriminalfälle diskutieren. Fünf Tage war die Kneipe für Dreharbeiten geschlossen, das Personal wird in späteren Teilen auch noch in Komparsenrollen auftauchen. „Eine interessante Erfahrung“, sagt Cornelia Wielandt.

Im Grunde sind die Mittenwalder in der Bewertung aber ähnlich gespalten wie die Fernsehkritik, die „Dead End“ wahlweise als „tolle neue Krimiserie“ (MAZ), „Debakel“ (Spiegel Online), „recht blass“ (Berliner Zeitung) oder „überhaupt nicht spannend, kein bisschen zum Lachen“ (taz) einstuft.

„Von Handlung etwas mehr versprochen“

Bürgermeisterin Maja Buße (CDU) ist vor allem stolz darauf, dass die Stadt mit schönen Bildern und auch namentlich vertreten ist. „Es ist schön zu sehen, wie die Stadt im Fernsehen wirkt“, sagt sie. Auch den Serien-Bürgermeister, einen eher flapsigen Vertreter seiner Zunft, fand sie nicht unsympatisch. „Ich habe aber auch kein Kinospektakel erwartet. Es war eine nette Abendunterhaltung“, so Buße.

Carsten Clemen (CDU), stellvertretender Ortsvorsteher der Kernstadt, lobte ebenfalls die Szenen, in denen die Stadt zu sehen war. „Von der Handlung habe ich mir aber etwas mehr versprochen“, sagt er.

Michael Schmidt vom Mittenwalder Heimatverein ist sogar nach den ersten 15 Minuten ins Bett gegangen. „Es war eine gewisse Erwartungshaltung da, aber die Qualität und die schauspielerischen Leistungen haben mir nicht zugesagt“, konstatiert er. Auch seine Frau Vera, Vorsitzende des Heimatvereins, sei noch nicht sicher, ob sie sich die restlichen Folgen anschaut.

„Werde die Serie wohl ertragen“

Auf Facebook polarisierte die Serie noch deutlicher. Ein Nutzer schreibt: „Kann ich nur empfehlen, habe die ersten fünf Folgen schon angeschaut.“ Bei anderen klingt aber auch Enttäuschung heraus. „Ich werde diese Serie wohl ertragen, weil ich ein Fan von diesem reizvollen Mittenwalde bin“, schreibt eine Nutzerin. Eine andere kommentiert: „So ein klischeebehaftetes Werk! Mittenwalde liegt ja bekanntlich im Osten, und da ist es finster, nicht nur in der Nacht, sondern auch im Haus, wenn man den Filmemachern glaubt. Außerdem war die Story dünn.“

Ein Problem scheint für viele aber auch die Urzeit gewesen zu sein. Viele Mittenwalder hatten um 21.45 Uhr entweder anderes zu tun oder sie lagen, wie etwa der stellvertretende Vorsitzende des Sportvereins Admira, Martin Müßigbrodt, längst im Bett. „Wenn man am nächsten Morgen früh aufstehen muss, funktioniert das nicht“, sagt er. Die sechs Folgen der Serie sind freilich auch in der Mediathek des ZDF abrufbar.

Von Oliver Fischer

Die Stadtverordneten von Mittenwalde entschieden Montagabend über eine Reihe von Anträgen aus den Fraktionen. Die sollen nun in Ausschüssen beraten werden. So auch der Antrag zur „Altstadt“.

01.03.2019

Mit „Dead End“ startet am Dienstag eine ungewöhnliche neue Krimi-Serie auf ZDFneo. Es geht um einen Leichenbeschauer und seine Tochter, die Forensikerin – und um die Menschen im brandenburgischen Mittenwalde.

26.02.2019

Schon im Vorfeld der eigentlichen Sitzung der Stadtverordneten von Mittenwalde am Montagabend sorgte eine Nachricht des Töpchiner Ortsvorstehers für Unmut. Es geht um den Rücktritt der Ortschronistin.

25.02.2019