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Mittenwalde Rüpel ist nach 5 Monaten zurück zu Hause
Lokales Dahme-Spreewald Mittenwalde Rüpel ist nach 5 Monaten zurück zu Hause
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05:30 11.10.2018
Kater Rüpel war in Bestensee nach einem Tierarztbesuch ausgebüxt. Jetzt ist er nach fünf Monaten wieder zu Hause in Töpchin aufgetaucht – zur Freude von Renate Bratke. Quelle: Andrea Müller
Töpchin

Vor fünf Monaten war der siebenjährige Kater Rüpel vor einer Tierarztpraxis in Bestensee ausgebüxt. Jetzt ist der Ausreißer wieder da. Renate Bratke und ihr Mann aus Töpchin sind überglücklich.

Kater Rüpel aus Töpchin ist wieder da. Er sieht überglücklich aus nach seiner fünfmonatigen Reise von Bestensee nach Hause. Quelle: Andrea Müller

Plötzlich war Rüpel auf und davon

„Wir haben eigentlich schon nicht mehr an ein Wunder geglaubt“, berichtet Renate Bratke. Nach einer Impfung hatte sich auf dem Heimweg vor dem Auto die Tür der Tierbox geöffnet, und Rüpel war schnurstracks in den Wald gelaufen. Alles Rufen und Locken habe nichts geholfen. Nach langem Suchen sei man schließlich nach Hause gefahren. Hier wurden Fotos heraus gesucht und anschließend in der Gegend verteilt. „Wir waren auch am Reiterhof, an den Supermärkten, Tierarztpraxen und auch im Tierheim“, berichtet die Töpchiner Rentnerin. Doch keiner habe etwas gewusst. Sie seien traurig und verzweifelt gewesen. Rüpel hätten sie von jüngster Kindheit an aufgezogen. „Offensichtlich hatte jemand den jungen Kater einfach ausgesetzt damals“, erinnern sich die Eheleute. Deswegen sei der Schmerz über den Verlust nun groß gewesen. Nur eine habe sich gefreut, dass Rüpel weg war: Katze Biene.

Lümmeln auf dem Rüpel-Kratzbaum

Der geht es natürlich genauso gut bei den Bratkes wie Rüpel. Doch Katzen-Gesetze gehen anders. Kratzbaum und Rüpels Futternäpfe waren für Biene tabu. Das änderte sich nach seinem Verschwinden. Nun konnte sie im Sonnenschein schön gemütlich auf dem Kratzbaum und nachts bei Renate Bratke im Arm schlafen. So ging das über 20 Wochen – bis zum vergangenen Samstag.

Wildes Fauchen am Fenster

Renate Bratke war von einem wilden Fauchen am Fenster aufgewacht. Morgens um kurz nach fünf Uhr! Biene sei außer sich gewesen. Sie habe gegen die Scheibe geschlagen, gefaucht, der Schwanz sei vor Aufregung fast so dick wie bei einem Fuchs gewesen. „Ich bin aufgesprungen, um nachzusehen, was los ist“, so Renate Bratke. Und da saß Rüpel draußen auf dem Fensterbrett und mauzte.

Keinerlei Schrammen nach der Wanderung

„Er bekam gleich Fressen und frisches Wasser“, erzählen die Bratkes. Dann habe das Tier fast den ganzen Tag geschlafen. Doch schon am Sonntag sei Rüpel wieder munterer geworden. Wieder habe er begehrt, in den Garten gelassen zu werden. „Wir haben ihn natürlich auch nach Verletzungen untersucht“, so die Rentnerin. Aber alles sei in Ordnung gewesen, sie konnten keinerlei Spuren der rund sieben Kilometer langen Wanderschaft von Bestensee nach Töpchin entdecken. „Nur etwas schlanker ist Rüpel geworden“, findet seine Besitzerin. Sie frage sich, wie das Tier wohl den Weg nach Hause gefunden habe. Internet-Tier-Experten sprechen von „Hörbildern“. Katzen würden sich Kirchenglocken, Autogeräusche, Bahnlärm, Vogelgeschrei und andere Tierrufe im Zusammenhang mit ihrem Territorium merken. Lautstärke und Richtung würden ebenfalls abgespeichert. Auch wenn – und so war es ja auch bei Rüpel – der Weg nie auf Pfoten, sondern nur per Auto zurückgelegt wurde, hätten sie diese Geräuschekarte im Kopf und könnten so wieder nach Hause finden. Dies geschehe meist nicht auf direktem Wege. Für Renate Bratke grenze die Rückkehr dennoch an ein Wunder, denn Rüpel habe sogar die Autobahn auf seiner Strecke gehabt. An großen Straßen ende leider für viele tierische Ausreißer das Abenteuer mit dem Tod. Der Töpchiner Kater hatte offensichtlich großes Glück.

Kater trottet immer hinterher

Rüpel läuft Renate Bratke nun ständig hinterher. Geht sie in die Küche, tappt er auf seinen Samtpfoten auch da hin. Kommt sie zurück ins Wohnzimmer, trottet er ihr nach. Gerät sie dennoch außer Sichtweite, mauzt er. Groß scheint die Angst, dass die Heimat wieder verloren gehen könnte.

Die Welt ist wieder in Ordnung

Die Bratkes haben nun schon überall Bescheid gesagt, dass der Kater wieder zu Hause angekommen ist. Die Aushänge wurden abgenommen. Die Welt ist wieder in Ordnung.

Von Andrea Müller

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