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Mühle wird Architektenbüro

Königs Wusterhausen Mühle wird Architektenbüro

Die Wassermühle am Schloss Königs Wusterhausen hat einen neuen Eigentümer. Landschaftsarchitekt Wolf Ahner hat sie erworben und will mit seinen Mitarbeitern einziehen. Auch eine Physiotherapie und Ferienwohnungen wird es geben. Der neue Hausherr drückt aufs Tempo, schon bald soll Baustart sein.

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Die Wassermühle am Schloss sieht von außen schon schmuck aus, nun wird sie endlich auch innen ausgebaut.

Quelle: FotoS: Frank Pawlowski

Königs Wusterhausen. Auf der Suche nach einem neuen Domizil für sein Büro hat sich der Königs Wusterhausener Landschaftsarchitekt Wolf Ahner in die Mühle am Schloss verguckt. Ein ganzes Haus hätte der 55-Jährige eigentlich gar nicht gebraucht. Doch die Mühle ließ ihn einfach nicht wieder los. Inzwischen hat er sie erworben. Die Pläne für den Innenausbau des Gebäudes sind fertig. Im Februar 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen. Noch im selben Jahr will Wolf Ahner mit seinen Mitarbeitern einziehen. Nach Jahren des Stillstands ist das ein flottes Tempo.

Landschaftsarchitekt Wolf Ahner will der alten Mühle neues Leben einhauchen, dabei aber möglichst viel von der urigen Seele des Hauses bewahren

Landschaftsarchitekt Wolf Ahner will der alten Mühle neues Leben einhauchen, dabei aber möglichst viel von der urigen Seele des Hauses bewahren.

Quelle: Frank Pawlowski

Schon Vorbesitzer Andreas Jahn war dem Charme der Mühle erlegen, die 1366 erstmals erwähnt wurde, wegen der vielen Umbauten aber nicht unter Denkmalschutz steht. Jahn leistete eine wichtige Vorarbeit, indem er die Fassade des verfallenen Hauses erneuerte. Ihm verdankt es die Stadt, dass die Mühle an der viel befahrenen Schlossstraße kein Schandfleck mehr ist. Doch mit dem Innenausbau kam er nicht weiter, Restaurant und Museum blieben Ideen. Nach mehr als zehn mühevollen Jahren gab er daher den Staffelstab weiter. „So war es mit ganz lieb. Ich habe es angestoßen, andere machen jetzt weiter“, sagte er der MAZ.

Die Mühlenseite zur Mühleninsel hin

Die Mühlenseite zur Mühleninsel hin. Der Schornstein bleibt stehen. Zur Höfenacht wird er zum größten Kamin der Stadt.

Quelle: Frank Pawlowski

Dass nun ausgerechnet ein Architekt der neue Hausherr ist, 64 Jahre nach dem Wegzug des letzten Müllers, ist eine glückliche Fügung. Wolf Ahner will die urige Seele des Hauses bewahren und möglichst viele Materialien, die er vorfindet, wiederverwenden. So wird aus den Fußbodendielen ein großer Konferenztisch gefertigt, der auf eisernen Füßen von Singer-Nähmaschinen steht. Die Holzbalken bleiben erhalten, ebenso eine historische Mahlmaschine. Viele Gegenstände und Geräte, die Andreas Jahn schon übernommen hatte, werden einen Platz finden. Der neue Name des Hauses soll die jahrhundertelange Tradition widerspiegeln und würdigen, wie Wolf Ahner sagt. „Wassermühle am Schloss Königs Wusterhausen“ wird deshalb künftig an der Fassade stehen, nicht mehr „Kreismühlenbetrieb“.

Die Arbeitsplätze für das Architekturbüro machen gut ein Drittel der nutzbaren Fläche aus. Im Erdgeschoss wird ebenfalls im nächsten Jahr eine Physiotherapie mit Wellnessbereich einziehen, zwei Saunen entstehen. Es wird weitere Büros im Haus geben, die bei Bedarf gemietet werden können. Im Dachgeschoss sind zwei große Ferienwohnungen mit Blick aufs Schloss geplant. Und auf der Gebäudeseite zur Mühleninsel hin kann sich Wolf

Schlimmer Anblick

Schlimmer Anblick: So sah die Mühle vor der Fassadensanierung durch Vorbesitzer Andreas Jahn aus.

Quelle: Andreas Jahn

Ahner eine Kochschule vorstellen. „Das wird ein intensiv genutztes Haus“, sagt Wolf Ahner. Ein dauerhafter Gastronomiebetrieb ist nicht vorgesehen, aber zur Höfenacht oder zur Kneipennacht wird sich die Mühle beteiligen. Beheizt wird es übrigens mit Wasser aus der Notte, die unter dem Haus hindurchfließt. Im Sommer wiederum wird es für kühles Raumklima sorgen. Für das ausgeklügelte geothermische Konzept bekam Wolf Ahner viel

Viele Gegenstände und Gerätschaften sollen im Haus einen Platz finden

Viele Gegenstände und Gerätschaften sollen im Haus einen Platz finden.

Quelle: Dörthe Ziemer

Anerkennung, doch Fördermittel vom Land bleiben ihm als Freiberufler verwehrt. „Mein Antrag wurde begeistert aufgenommen, aber gefördert werden nur Unternehmen“, sagt er kopfschüttelnd. So ist die Mühlen-Liebe für ihn auch ein finanzieller Kraftakt. Die Millioneninvestition muss er aus eigener Kraft stemmen.

Die Tage des Schriftzugs „Kreismühlenbetrieb“ sind gezählt

Die Tage des Schriftzugs „Kreismühlenbetrieb“ sind gezählt. Künftig soll die Mühle wieder so heißen, was sie jahrhundertelang war: „Wassermühle am Schloss Königs Wusterhausen“.

Quelle: Frank Pawlowski

Von Frank Pawlowski

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