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Musikalische Schneeballschlacht

15. Weihnachtskonzert auf dem Funkerberg Musikalische Schneeballschlacht

Im voll besetzten Maschinensaal des Königs Wusterhausener Funkerberg-Museums bot der Kinder- und Jugendchor Eichwalde ein Weihnachtskonzert. Seit 15 Jahren gibt es solche musikalischen Einstimmungen auf das große Fest in Erinnerung daran, dass vor exakt 95 Jahren vom Funkerberg das erste Weihnachtskonzert der Rundfunk-Geschichte gesendet worden war.

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Das Blockflötentrio besteht aus den Chorsängerinnen Alina, Annika und Romy (v. l.).

Quelle: Heidrun Voigt

Königs Wusterhausen. Eine Stimme aus dem Off kündigt ein Weihnachtskonzert an. Sie sagt, dass erstmalig über Rundfunk in Deutschland gesendet werde. Vor 95 Jahren am 22. Dezember ging vom Funkerberg in Königs Wusterhausen die erste öffentliche Radiosendung über den Äther. In Erinnerung daran gibt es seit 15 Jahren ein Weihnachtskonzert in der „Wiege des Rundfunks“.

Viele, viele Besucher waren am Samstagnachmittag zu der Traditionsveranstaltung gekommen, die der Förderverein „Sender KW“ immer organisiert. Dessen stellvertretender Vorsitzende Wolf Dieter Säuberlich befürchtete schon, dass die Stühle im Maschinensaal des Funkerberg-Museums nicht ausreichen würden. Aber jeder fand einen Platz.

Der Kinder- und Jugendchor Eichwalde bot ein stimmungsvolles Konzert. Die Mädchen und Jungen sangen mit viel Freude und Engagement unter Leitung von Martina Büttner. Der Chor hatte sich auch Unterstützung geholt: Pianist Klaus Sedl, Schlagersängerin Julia Axen und Rainer Luhn, der einst zum Ensemble des Metropol-Theaters in Berlin gehörte. Zum Auftakt sang der Chor das ergreifende „Hallelujah“ des Singer-Songwriters Leonhard Cohen. Und das machten die Solistinnen Annika und Svenja wie auch die anderen Kinder sehr gut. Beim Weihnachtsduftsong und einer musikalischen Schneeballschlacht zeigte der Chor, was in ihm steckt. Zusammen mit Julia Axen ging es in den „Weißen Winterwald“.

Dass einige vom Kinder- und Jugendchor nicht nur singen können, bewiesen Romy, Alina und Annika auf ihren Föten bei dem Stück „Der Bratapfel“. Und der neunjährige Nick lieferte auf dem Saxofon ein beeindruckendes „Go down Moses“, begleitet von seinem Vater Klaus Sedl auf dem Klavier. „Ich lerne seit anderthalb Jahren Saxofon. Aufgeregt bei einem Auftritt bin ich nicht“, verriet der Junge.

Weiter ging es nach der Pause mit einem Gospelmedley. Aber auch Klassiker wie „Rudolph the red nose reindeer“ und „Liese rieselt der Schnee“ fehlten nicht. Letzteres sang der Chor zusammen mit Rainer Luhn. Der Sänger rezitierte auch sehr zur Freude des Publikums Gedichte von Joachim Ringelnatz und Eva Strittmatter. Ein Konzerthöhepunkt war auch das Duett von Chorleiterin und Pianisten. Mit viel Charme und Professionalität führte Horst Renz, ehemaliger Unterhaltungschef im DDR-Fernsehstudio Adlershof, durchs Programm.

Andrea Donelon und Kerstin Schmidt, deren Töchter im Kinderchor mitsingen, waren zum ersten Mal im Maschinensaal auf dem Funkerberg und fanden es einfach schön. „Mein Mann ist sehr erfreut, dass er sich vor dem Konzert hier einiges ansehen konnte“, sagte Kerstin Schmidt. Marlis Krägel aus Schulzendorf war schon oft zum Weihnachtskonzert: „Es herrscht immer ein gemütliche, schöne Atmosphäre und es ist ein Aha-Erlebnis, alte Schlagersänger wiederzusehen. Mit Julia Axen bin ich quasi aufgewachsen.“

Einen großen Anteil an der gemütlichen Atmosphäre haben die Mitglieder des Fördervereins. „Etwa zehn Leute helfen heute hier. Sie stellen die Mikrofone ein, kassieren den Eintritt, machen Fotos und verkaufen Stolle, Kaffee und Glühwein“, sagte Monika Burow.

Übrigens, vor und nach dem Konzert wurde der Dieselmotor von Uwe Brehmer und seinen Mitstreitern angeworfen. Sicher Musik in den Ohren der Technik-Fans.

Von Heidrun Voigt

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