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Musikschüler studieren „Freischütz“ ein

Zeuthen Musikschüler studieren „Freischütz“ ein

In der Zeuthener Musikschule „Primus“ steht für viele Kinder und Jugendliche derzeit vor allem klassischer Stoff auf dem Programm. Sie studieren Carl Maria Webers Oper „Der Freischütz“ ein. Die Aufführungen sind für Juni geplant.

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Die Brautjungfern umkreisen Fürst Ottokar.

Quelle: Heidrun Voigt

Zeuthen. Die jungen Talente der Zeuthener Musikschule „Primus“ haben derzeit eine der beliebtesten deutschen Opern am Wickel. Sie wollen Carl Maria Webers „Der Freischütz“ am zweiten Juniwochenende in der Mehrzweckhalle Zeuthen aufführen und proben dafür jede Woche mit vollem Einsatz.

„Du musst Dich reinversetzen und schön nach vorn singen. Das Staccato muss mit einem Kick kommen, es muss knallen“, fordert Katharina Moll-Firl und greift in die Klaviertasten. Die ehemalige Chorsolistin der Komischen Oper Berlin, die klassischen Gesang studiert hat, probt mit Paula die Arie des Ännchens „Einst träumte meiner sel’gen Base“. Die 13-Jährige absolviert fundiert Höhen und Tiefen. Sie übt jeden Tag. „Ich habe seit vier Jahren Gesangsunterricht. Es macht viel Spaß, ich möchte die richtige Technik beherrschen“, meint die junge Zeuthenerin.

Lob für alle Beteiligten

Während bei Katharina Moll-Firl die Stimmbildung im Mittelpunkt steht, liegt der Fokus bei Werner Eggerath auf der Regiearbeit. „Du musst nur mit dem Arm leicht ausholen, das soll keine Schlägerei werden“, sagt der Regisseur zu Paul (19), der den Kaspar spielt. Dann wendet er sich an die Brautjungfern: „Ihr umkreist Fürst Ottokar wie Flugzeuge, dann stellt Ihr Euch zusammen, tuschelt und zeigt mit den Fingern auf ihn.“ Eggerath leitet den Musiktheaterkurs bei „Primus“. Es ist mittlerweile das dritte Projekt, das er mit Kindern und Jugendlichen dort einstudiert. Die musikalische Leitung obliegt – wie bei den Opern zuvor – Musikschulchef Markus Wolff. „Wir haben die Originalpartitur für unsere Musiker extra arrangiert. Das Orchester ist wie die Darsteller doppelt besetzt“, so Wolff. Er betont, dass mit allen Akteuren gleichermaßen gearbeitet werde und freut sich, dass die Kinder und Jugendlichen mit Begeisterung bei der Sache sind. Das kann Werner Eggerath nur bestätigen: „Es läuft sehr gut. Die Kinder sind ein außerordentlich gutes Team.“ Und auch der Regisseur bekommt viel Lob von den Mitwirkenden. „Wie Herr Eggerath mit den Kindern umgeht ist ein Traum“, stellt Katharina Moll-Firl fest.

Vorfreude auf Theaterkostüme

Mit ein paar Getränkekisten, Stühlen und viel Fantasie wird das Bühnenbild während der Proben improvisiert. Da sind die Stühle im Viereck aufgestellt ein Zimmer, eine Kiste ein Feuer oder ein Hügel. Die schwarz-romantische Freischütz-Geschichte fasziniert die Darsteller sichtbar. „Vielleicht ist das Original ein bisschen altmodisch, aber Herr Eggerath setzt das so gut mit uns um, das ist spannend“, sagt Simon Pflock. Der 13-jährige Gymnasiast spricht den Kommentator. Es ist eine zusätzliche Rolle, die ins Libretto aufgenommen wurde, um das Werk „übersichtlicher“ zu machen. Aus demselben Grund wurden auch Handlungsstränge komprimiert – aber keine weggelassen, wie Eggerath betont. Insgesamt 22 Darsteller studieren die Rollen ein. 13 stehen bei jeder Aufführung auf der Bühne, mit dem Chor sind es 30. Dazu kommen die Musiker.

Besonders freuen sich die Kinder schon jetzt darauf, dass sie auf der Bühne „richtige“ Kostüme tragen werden. „Wir arbeiten mit einer britischen Theatermacherin aus Berlin zusammen; sie hat einen großen Fundus“, so Eggerath. Zur Zeit sind insgesamt vier Freischütz-Aufführungen am 10. und 11. Juni in Zeuthen geplant.

Von Heidrun Voigt

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