Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Mysterienspiele zur Reformation

Jüterbog Mysterienspiele zur Reformation

Sie sollten dem Volke Moral und Reue lehren. Im Mittelalter wurden in den Städten regelmäßig sogenannte Mysterienspiele aufgeführt. Auch in Jüterbog gab es das. Und im Jahr der 500-Jahr-Feiern der Reformation wird es dort wieder welche geben. Jüterbogs Pfarrer Bernhard Gutsche führte kürzlich in die Materie ein.

Voriger Artikel
Trauer um Jochen Wagner
Nächster Artikel
Horterweiterung verschiebt sich auf nächstes Jahr

Bernhard Gutsche

Quelle: Iris Krüger

Jüterbog. Große Ereignisse werfen oft ihre Schatten voraus. So ist es auch mit den Jüterboger Mysterienspielen, die im Rahmen des 500-jährigen Reformationsjubiläums in der Flämingstadt aufgeführt werden sollen. Um die Jüterboger und ihre Gäste schon einmal inhaltlich wie auch geschichtlich darauf vorzubereiten, lud Pfarrer Bernhard Gutsche am Mittwoch zu einer Werkseinführung ein. Sein Vortrag war jedoch viel mehr als das. Gutsche tauchte tief in die Geschichte Jüterbogs ein, in der es nachweislich schon im Jahr 1482 Passionsspiele gegeben hat. „Damit war man in der Region ein Vorreiter“, so Gutsche.

Im Mittelalter wurden jedoch nicht nur Passionsspiele aufgeführt, sondern auch Spiele zu Johannes dem Täufer, zum jüngsten Gericht oder Komödien. Der Zweck, der hinter den aufwendigen Vorführungen stand, war stets erkennbar: Sie sollten dem Volke Moral und Reue lehren. Die Stadt, in der gespielt wurde, stand für die Zeit im Mittelpunkt, zahlreiche Gäste fanden sich ein und bildeten eine Gemeinschaft. Inhaltlich gab es stets einen roten Faden, der sich durch das Stück zog. So wie vom Anfang und Ende des Bösen, von der Entstehung der Teufel, bis zur Zerstörung der Hölle. „Ein gutes Ende war damit stets vorgeprägt“, sagt Pfarrer Gutsche. Zudem fand oft eine Verknüpfung von Heilsgeschichte mit der eigenen Gegenwart statt. „So konnte Jüterbog spielerisch zu Jerusalem werden, der Gast tauchte in das Geschehen ein und war ein Teil dessen“, so Gutsche. Schon damals nutzten die Darsteller eine Vielzahl von Kostümen und Masken, auch Requisiten wie Puppen, Bilder und Spruchbänder wurden verwendet. Besonders beliebte Rollen waren Maria Magdalena, die die klassische Wandlung von der Sünderin zur Bekehrten durchlief. Blinde, Soldaten und Juden kamen in fast jeder Aufführung vor. Zudem spielten auch die vier Gottestöchter (Barmherzigkeit, Friede, Wahrheit und Gerechtigkeit) eine Rolle. „Die Stücke wurden oft auf Simultanbühnen, auf dem Markt, in der Kirche oder auf den Straßen aufgeführt. In Jüterbog wurde vermutlich die Nikolaikirche genutzt“, sagt Bernhard Gutsche.

Dort werden auch die Mysterienspiele im Jahr 2017 stattfinden. „Wir spielen zwar nicht drei Tage lang, haben aber insgesamt vier Aufführungen von gut zweieinhalb Stunden Länge“, so Gutsche. Teilnehmen werden 50 Darsteller, sowie Musiker und weitere Helfer. Das Stück, das dann auch als Textbuch vorliegt, wurde aus vier frühneuhochdeutschen und einem niederdeutschen Mysterienspiel, sowie einem Poem zusammengestellt. Es orientiert sich an der Passion und Kreuzauffindung. „Dabei werden Legenden übernommen, die hier in der Region bekannt waren“, sagt er. Zudem mischt sich historisches wie auch modernes Publikum, so dass sich jeder als Teil des Geschehens sehen kann. Man darf also gespannt sein, wie die Spieler das Weltgeheimnis auf die Bühne bringen!

Aufführungen

Freitag, 8. September

Samstag, 9. September

Samstag, 16. September

Samstag, 7.Oktober, jeweils 19 Uhr

Veranstaltungsort: Nikolaikirche Jüterbog, Nikolaikirchplatz

Von Iris Krüger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg