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Netzhoppers – Spielball im Wahlkampf?

Bundesliga Volleyball Netzhoppers – Spielball im Wahlkampf?

Eine Sondersitzung des Finanzausschusses der Gemeinde Bestensee soll sich mit der Vertragsgestaltung mit den Netzhoppers und der Nutzung der Landkost-Arena beschäftigen. Die Netzhoppers sollen wie andere Vereine auch behandelt werden, findet ein Ausschussvorsitzender. Bürgermeister Quasdorf sagt, das werden sie. Ist schon Wahlkampf?

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Die Bundesliga-Mannschaft der Netzhoppers nutzt seit 2007 die Landkost-Arena in Bestensee für ihre Heimspiele.

Quelle: Andrea Müller

Bestensee. Eine außerplanmäßige Sitzung des Finanzausschusses der Gemeinde Bestensee findet am 28. Juni um 19 Uhr im Gemeindesaal in der Eichhornstraße statt. Einziger Tagesordnungspunkt ist die „Vertragsgestaltung Netzhoppers“.

Finanzausschussvorsitzender Jürgen Ostländer (Plan B) will dort über die Zukunft der Netzhoppers in Bestensee reden – aus finanzieller Sicht. „Es geht darum zu ermitteln, was die Netzhoppers für die Nutzung der Landkost-Arena in Bestensee bezahlen“, gibt Ostländer an. Dabei sei nicht nur zu klären, für was – nämlich Spielbetrieb, Training, Grüner Salon und Büro – die Netzhoppers zahlen, sondern darum, wie viel für welche Zeit. „Laut Nutzungsordnung für die Halle sind alle verpflichtet zu zahlen, die Netzhoppers jedoch nicht“, sagt der Vorsitzende des Finanzausschusses.

Nutzungsvereinbarung ist gültig

Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos): „Das stimmt so nicht.“ Es bestehe zwischen der Gemeinde und den Netzhoppers eine Nutzungsvereinbarung. Solche Vereinbarungen hätten alle Vereine in Bestensee für die Nutzung der Halle auf der Grundlage der Nutzungsordnung. Die Netzhoppers würden behandelt wie andere Vereine im Ort auch.

Die Flagge der Netzhoppers weht vor der Landkost-Arena in Bestensee

Die Flagge der Netzhoppers weht vor der Landkost-Arena in Bestensee. Die Sportler wünschen sich, dass dies auch so bleiben möge.

Quelle: Andrea Müller

Doch hier liegt offensichtlich einer der Knackpunkte für die Auseinandersetzung. Für Ostländer seien die Netzhoppers kein Bestenseer Verein, denn dieser habe seinen Sitz in Königs Wusterhausen. Deswegen sei zu prüfen, ob sie finanziell als Bestenseer Verein oder als ortsfremder Verein behandelt werden müssen.

2007 war der Königs Wusterhausener Verein mit der Bundesliga nach Bestensee gewechselt, weil die Stadt keine für die Bundesliga vorgeschriebene Halle mit entsprechender Höhe vorweisen konnte. Die Landkost-Arena in Bestensee hingegen hatte diese. So wurden sich Gemeinde und Netzhoppers einig, die Bundesliga nach Bestensee zu holen.

Korrektur wurde dem Finanzausschuss vorgelegt

Die Struktur der Netzhoppers unterscheidet zwischen dem Verein und der GmbH. Der Verein hat seinen Sitz nach wie vor in Königs Wusterhausen. Die GmbH hingegen hat ihr Büro in Bestensee. „Die Netzhoppers haben viel für unseren Ort getan“, findet Bürgermeister Quasdorf. Deswegen sei er in seiner Funktion den Netzhoppers bei der Nutzung für die Halle entgegen gekommen. Es würde ihnen lediglich die Nutzung der Halle im Spielbetrieb berechnet. Das seien 3,5 Stunden pro Spiel. Vor- und Nachbereitung hingegen würden nicht angerechnet. Bisher. Denn Quasdorf hatte nach einer ersten Sitzung des Finanzausschusses zu dem Thema bereits eine Korrektur vorgeschlagen, so dass eine Nutzung von zehn Stunden angerechnet würde pro Spiel. Zwischen 3,5 und zehn Stunden liege finanziell eine Differenz von rund 8000 Euro.

Doch Ostländer will das vorerst nicht. „Zunächst wollen wir nur mehr Transparenz“, erklärt er. Denn das Betreiben der Halle koste die Gemeinde jeden Monat sehr viel Geld. „Das müssen wir vor dem Bürger verantworten, wenn hier jemand Sonderkonditionen hat“, so Ostländer.

Hennry Stock,Vorstand der Bundesliga, ordnet die ganze Problematik unter Wahlkampf ein. „Die Netzhoppers wollen aber nicht zu dessen Spielball werden“, sagt er. Die Netzhoppers hätten einen Vertrag mit der Gemeinde. „Darin sind diese Dinge geregelt. Punkt“, so Stock. Bislang sei Ostländer auch nicht auf ihn zugekommen, um zu reden. Allerdings werden bei der Sondersitzung des Finanzausschusses auch Vertreter der Netzhoppers anwesend sein, darunter Arvid Kinder, Geschäftsführer Sport.

Von Andrea Müller

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