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Dahme-Spreewald Neue Bäume für den Wald
Lokales Dahme-Spreewald Neue Bäume für den Wald
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00:17 20.03.2017
Thomas Ihme bohrt Pflanzlöcher mit dem Pflanzfuchs. Quelle: Anja Meyer
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Dahmeland-Fläming

Waldarbeit ist laut – selbst wenn es ums Nachpflanzen geht. Wie eine Kettensäge klingt es, wenn Fortstarbeiter Thomas Ihme mit seinem Pflanzfuchs in gleichmäßigen Abständen ein Loch nach dem anderen in den Waldboden den Forstreviers Wüstermark nahe des Wildauer A10-Centers bohrt. Die Löcher müssen um die 40 Zentimeter tief sein, sonst passen die Wurzeln der jungen Colorado-Tannen aus der Baumschule nicht gänzlich hinein.

Etwa 3000 junge Tannen setzen Ihme und seine Forstarbeiter-Kollegen an diesem sonnigen Märztag in die ein Hektar große Freifläche unter der Hochspannungsleitung ein. Dort, wo die Bäume nicht zu hoch werden dürfen, damit sie die Leitungen nicht berühren. Bei den Colorado-Tannen besteht keine Gefahr: Sie werden in ein paar Jahren von Familien in der Region zum Weihnachtsfest geschlagen. Die Pflanzaktion ist Teil der allgemeinen Frühjahrspflanzung, die in dieser Woche bei den Oberförstereien des Landes begonnen hat.

Von März bis etwa Mai können die Bäume Wurzeln schlagen

Jedes Jahr im März pflanzen Waldbesitzer einen Teil ihrer Bestände im Wald nach. Sie ersetzen damit die im Laufe des Jahres durch Krankheit oder Tod verschwundenen Bestände. Die Zeit dafür ist von der Natur klar begrenzt. So lange es nicht zu warm wird, können die in den Baumschulen herangezüchteten Pflanzen Wurzeln schlagen. Sobald der Maitrieb beginnt und die ersten Knospen aufgehen, ist es damit wieder vorbei.

Wie Tim Ness, Leiter der Oberförsterei Hammer, erklärt, sei das spätestens Anfang Mai soweit. „Wenn es vorher länger warm wird, kann das Ende auch schon eher sein“, sagt er. Deshalb werden für die Frühjahrspflanzung neben den eigenen Waldarbeitern ab kommender Woche auch Fremdfirmen eingesetzt – um so früh wie möglich so viel wie möglich zu schaffen. Derzeit sind 15 Waldarbeiter der Oberförsterei damit beschäftigt, neben Tannenbäumen vor allem Laubbäume wie Eichen, Buchen und Linden in die hiesigen Kiefernwälder zu pflanzen.

Gelbe Tannennadeln weisen auf Nahrungsmangel oder Frostschock hin

Einer von ihnen ist Heinz Schmidt. Er läuft mit einer kleinen Pflanztasche, in der er die Wurzeln der jungen Tannen vor dem Wind und dem Austrocknen schützt, hinter Thomas Ihme und seinem Pflanzfuchs hinterher. Sobald ein Loch gebohrt ist, setzt Heinz Schmidt eine neue Colorado-Tanne hinein und klopft die Erde drumherum vorsichtig fest. „Wir achten hier schon sehr genau darauf, die Pflanzen ordentlich einzusetzen“, sagt Heinz Schmidt. Ein Teil der Tannennadeln ist gelblich verfärbt – ein Hinweis für einen Nahrungsmangel oder einen Frostschock der Bäume. Deshalb müsse mit ihnen besonders vorsichtig umgegangen werden. „Wenn die Tannen in fünf oder mehr Jahren geschlagen werden, hat sich der Baum erholt und die gelben Nadeln sind nicht mehr da“, sagt Schmidt.

Ein paar Meter weiter liegt ein Feld mit bereits vor vier Jahren gepflanzten Tannen – ebenfalls unter einer Hochspannungsleitung. Sie kommen den zur Weihnachtszeit bekannten Tannenbäumen schon näher, einige von ihnen haben bereits ein halbwegs stattliches Nadelkleid. Die Weihnachtstannen sind die einzigen Kiefernbäume, die zur Frühjahrspflanzung in die Wälder der Region gepflanzt werden. Ansonsten geht es bei der Aufforstung vor allem darum, die hiesigen Wälder weiter zu klimastabilen und naturnahen Mischwäldern zu machen – um von der einstigen Monokultur der Kiefern wegzukommen.

Monokulturen anfällig für Insektenbefall

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in den märkischen Wäldern aufgrund des nährstoffarmen Bodens fast flächendeckend Kiefern angebaut. Die schnell wachsenden Bäume konnten den Bedarf nach Holz bald decken, taten dem Wald jedoch nicht gut. „Solche Monokulturen sind besonders anfällig für Insektenbefall und Waldbrand“, erklärt Oberförster Tim Ness. Deshalb werde nun vermehrt auf eine Durchmischung des Waldes mit Laubbäumen geachtet. „Nach den großen Stürmen in den neunziger Jahren merkte man zudem, dass ein Mischwald mehr Stabilität bietet“, erklärt er. Denn die größten Stürme sind Winterstürme und im Winter habe Laubholz meist einen stabileren Stand.

Hintergrund

Das Frühjahr ist die beste Zeit, um den Wald aufzuforsten.

Auch im Herbst gibt es noch die Möglichkeit, nachzupflanzen. Da es im vergangenen Herbst jedoch zu trocken dafür war, musste diese Pflanzung in der Region ausfallen.

Die Planung für die Bepflanzung der Wälder läuft langfristig: Alle zehn Jahre wird geplant, wie viele Hektar bepflanzt werden müssen. Die exakte Anzahl der Flächen wird jährlich nachgeplant.

Eine genaue Planung ist unabdingbar, um die Pflanzen bei den landeseigenen Baumschulen und bei Bedarf noch bei externen Baumschulen zu bestellen.

Das Pflanzen von Laubbaumarten wird mit Fördermitteln des Landes Brandenburg und der Europäischen Union bezuschusst.

Der Wunsch nach mehr Laubholz in den märkischen Wäldern ist auch der wichtigste Grund für die künstliche Bepflanzung im Frühjahr. Denn eigentlich wird mittlerweile das Prinzip der natürlichen Verjüngung von Wäldern verfolgt. Ein Prinzip, nach dem sich der Forst aus eigener Kraft regenerieren soll. Es steht im Gegensatz zum früheren Kahlschlag zu DDR-Zeiten. Damals wurden ganze Flächen abgeholzt und anschließend als Monokultur wieder neu bepflanzt.

Die aktuelle Aufforstung soll für etwa ein Viertel der Forstverjüngung sorgen. „70 bis 80 Prozent sollen auf natürliche Weise passieren“, erklärt Ness. Dennoch haben seine Waldarbeiter in den kommenden Tagen viel zu tun.

Von Anja Meyer

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