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Dahme-Spreewald Neue Diskussion über niveaufreie Querung
Lokales Dahme-Spreewald Neue Diskussion über niveaufreie Querung
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05:07 28.11.2017
Laut dem neuen Landesverkehrsplan soll ab 2022 die S-Bahn öfter durch Zeuthen fahren. Quelle: Oliver Becker
Zeuthen

Der jüngst veröffentlichte Landesverkehrsplan hat eine neue Diskussion um eine niveaufreie Bahnquerung in Zeuthen entfacht. Denn laut Plan soll die S8, die momentan zu den Hauptverkehrszeiten zwischen fünf und neun sowie 14 bis 18 Uhr von Berlin kommend in Zeuthen endet, eine Station weiter bis nach Wildau fahren. Außerhalb der Hauptverkehrszeit endet die Linie heute bereits in Berlin-Grünau. Ferner ist geplant, den Regionalexpress 2, der momentan stündlich fährt, jede halbe Stunde auf der Strecke Cottbus–Königs Wusterhausen–Berlin in Richtung Nauen und Wittenberge fahren zu lassen. Längere Schrankenschließzeiten und Verkehrschaos wären programmiert. Seit Jahren drängt die Gemeinde Land und Bahn dazu, sich an dem Bau einer niveaufreien Querung zu beteteiligen – bislang ohne Erfolg. Selbst nach Vorlage eines Verkehrsgutachtens am Forstweg, das lange Rückstaus und Verkehrsprobleme infolge langer Schließzeiten bestätigte, sahen Bahn und Land keine Dringlichkeit. Das könnte sich nun ändern.

„Das ist eine neue Situation. Die drei Schranken in Zeuthen werden dann noch länger zu sein – was das Verkehrsproblem vergrößert und die Lage zuspitzt“, sagte Zeuthens Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD). „Der Rückstau wird dann viel größer und die Verkehrssituation im Straßenraum viel gefährlicher sein“, so Burgschweiger weiter. Insgesamt habe man vor Ort eine sehr ungünstige Verkehrssituation, die Unfälle provoziere. „Das erhöht den Druck auf das Land, das sich nun endlich zu der niveaufreien Bahnquerung bekennen muss“, sagte die Bürgermeisterin. Die Zeuthener seien wichtige Kunden für die Bahn – viele Menschen zögen nach Zeuthen wegen der guten S-Bahn-Anbindung an Berlin.

IC nach Cottbus soll alle zwei Stunden fahren

„Der Verkehrsplan wird zu einem dramatischen Anstieg der Zugzahlen an der Kreuzung am Forstweg führen“, sagte Jonas Reif (Grüne). Laut seiner Einschätzung werde der Verkehr um 75 Prozent in den Hauptverkehrszeiten zunehmen. „Damit hat man eine andere Ausgangslage für eine Argumentation“, so Reif. Das Land sehe zwar momentan noch keine Gefährdung an der Schranke. Dies könne sich aber ändern, wenn sich die Situation mit höherer Taktung und längerer Schließzeiten verschärfe. Daneben will die Bahn Fernverkehr ab 2021 die IC-Linie von Berlin nach Cottbus alle zwei Stunden fahren lassen. Der Zug kommt auch noch mal oben drauf.

Jeder Bürger, der mit der Schranke ein Problem hat, sollte bis zum Stichtag, dem 4. Dezember, die Chance nutzen und seine Stellungnahme beim Land einreichen. „Wir müssen das Land dazu bekommen, dass es unser Problem erkennt und sich an einer Lösung beteiligt“, so der Grünen-Politiker.

Standortfrage für eine Querung aufgeworfen

„Das bedeutet im Umkehrschluss höhere Schrankenschließzeiten. Anstelle der 30 Minuten-Schließzeit haben wir dann womöglich 40 bis 50 Minuten zu verkehrsstarken Zeiten“, sagte Nadine Selch (CDU). „Wir müssen uns vor diesem Hintergrund Gedanken machen, wie wir unsere Forderungen nach einer niveaufreien Querung anbringen können“, so Selch weiter. „Wir bleiben dran. Dafür kämpfen wir“, sagte Inge Seidel (Linke). „Wenn man so etwas plant, muss man die niveaufreie Querung mitdenken – die Frage ist bloß, wo der Standort ist“, so Seidel weiter. Die Linken-Politikerin ist nicht für den Standort am Forstweg. Viele Lkw und großer Straßenlärm an der Schule wären programmiert. „Eine Querung bei der Friedenstraße auf der Grenze zwischen Zeuthen und Eichwalde ist wäre die bessere Variante“, sagte die Linken-Politikerin.

Von Oliver Becker

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