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Dahme-Spreewald Neue Saison im Waldkino Hammer
Lokales Dahme-Spreewald Neue Saison im Waldkino Hammer
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14:30 25.05.2016
Edgar Reitz’ „Die andere Heimat“ zeigt die Sehnsucht von armutsgeplagten Deutschen, die im 19. Jahrhundert davon träumen, Brasilien für sich urbar zu machen. Quelle: Promo
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Hammer

„Wir möchten die Leute an den Wald heranführen“, sagt Tim Ness, Leiter der Landeswaldoberförsterei Hammer, über Aktionen wie die am Freitag wieder beginnende Waldkino-Saison. Seit 2013 gibt es diese Reihe, von Ende Mai bis Ende September werden in der denkmalgeschützten Scheune der Oberförsterei wieder an jedem letzten Freitag eines Monats bei freiem Eintritt besondere Filme gezeigt. In denen spielt stets die Natur eine besondere Rolle und die Beziehung des Menschen zur Fauna und Flora. Sein Kampf für die Natur und die Flucht aus Landschaften, die durch das Wirken des Menschen für ihn unwirtlich geworden sind, sind in diesem Jahr die großen Themen des Filmreigens.

Eröffnet wird das Programm an diesem Freitag um 20 Uhr mit der Dokumentation „Magie der Moore“. Fünf Jahre hat Jan Haft für diesen Film an rund 80 Orten gedreht, die Biotope in der Vielfalt der Jahreszeiten eingefangen, akribisch das Werden und Wachsen beobachtet. ,Wir machen zum Moorschutz eine ganze Menge“, erläutert Tim Ness, warum gerade dieser Film als Start der Waldkino-Saison ausgewählt wurde.

Österreichischer Künstler hat Filmreihe mitkonzipiert

Konzipiert worden ist die Filmreihe von dem unter anderem in Groß Köris lebenden österreichischen Künstler Wolfgang Georgsdorf, der seit mehr als zehn Jahren bereits eng mit Tim Ness und dessen Kollegen in Hammer kooperiert. Der seit Jahren beliebte Wanderweg „Lesefährte Waldweisen“ ist ein weiteres der ungewöhnlichen Projekte, die durch diese Zusammenarbeit entstanden sind. Längst ist das Waldkino in Hammer, das seit einigen Jahren auch vom Amt Schenkenländchen unterstützt wird, eine Institution in der Region. Die Besucher kommen sogar aus Niederlehme, Baruth oder Lieberose, weiß Georgsdorf aus den vielen entspannten Gesprächen, die sich nach den Filmen am Lagerfeuer entspinnen.

Gemeinsam tüfteln Georgsdorf und Ness Jahr für Jahr das Waldkino-Programm aus. Während Ness’ persönlicher Favorit gleich der erste Film über die Moore ist, freut sich Georgsdorf, dass er Edgar Reitz’ Epos „Die andere Heimat“ zeigen kann. Ende Juni läuft in Hammer dieser Film, der den verzweifelten Weg von Auswanderern aus dem Hunsrück nach Brasilien in der Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt. „Es geht um Menschen auf der Flucht vor Armut, Krankheit und Unterdrückung“, sagt Georgsdorf über das außergewöhnliche und viel prämierte Drama des Regisseurs, der mit seiner dreiteiligen „Heimat“-Saga eine deutsche Chronik des 20. Jahrhunderts geschaffen hat. Brasilien ist der saftiggrüne Sehnsuchtsort der Menschen, die fliehen vor einer Natur, die ihnen nichts mehr geben kann.

De Funès auf der Leinwand

Mit dem Louis-de-Funès-Film „Fisch oder Fleisch“ kommt am 29. Juli nun auch mal eine Komödie auf die Leinwand in der Försterei- Scheune. „De Funès gibt dort einen Wilderer“, erzählt Tim Ness. Diese Räuber-und-Gendarm-Geschichte entstand 1958, de Funès spielte hier eine seiner ersten Hauptrollen. Durch Filme wie diesen wurde er schnell zu einem der bedeutendsten Filmkomiker. Er spielt einen Händler, der auf dem Markt Pilze verkauft und sich durch illegal geangelte Fische und erlegtes Wild etwas dazuverdienen will. Da seine zahlreichen Kunden ihm die Treue halten, kommen die Gesetzeshüter ihm nur schwerlich auf die Schliche. Ein heiterer Abend steht den Besuchern also bevor, die wie immer vor und nach den Filmvorführungen Gelegenheit haben, am Lagerfeuer etwas zu essen und zu trinken.

Um das Thema Aufforstung geht es am 26. August, wenn der Dokumentarfilm „Chinas grüne Mauer“ vorgestellt wird. Es ist das größte Aufforstungsprojekt, das jemals initiiert worden ist. In China soll damit das Fortschreiten der Wüste verhindert werden.

Drama schließt die Filmreihe ab

Der Dürre entfliehen die Menschen im letzten Film des langen Waldkino-Sommers, der am 30. September gezeigt wird: das Drama „Der Marsch“. „Ein prophetischer Film“, kommentiert Wolfgang Georgsdorf. „Menschen aus der Sahelzone machen sich zu Fuß auf den Weg nach Europa. Es geht um die totale Abwesenheit von Wald, die die Menschen in die Flucht schlägt.“ Vor 26 Jahren gedreht, werden dort Fragen des Klimawandels verhandelt, die damals noch als Zukunftskatastrophe inszeniert worden waren.

Von Karen Grunow

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