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Neue Technik führt durch altes Städtchen

Mittenwalde-Fan Veikko Jungbluth schuf einen virtuellen Rundgang Neue Technik führt durch altes Städtchen

"Ist das nicht ein wunderschönes Ackerbürgerstädtchen", fragt sich Veikko Jungbluth beim Rundgang durch Mittenwalde nicht wirklich. Denn er kennt die Antwort längst.

Mittenwalde. "Diese Stadt braucht sich nicht zu verstecken", bemerkt er. "Sie bietet ein herrliches Altstadt-Ensemble."

Der 49-Jährige ist gewissermaßen auf Kontrollgang. 2012 hatte er für Mittenwalde einen virtuellen historischen Stadtführer erstellt. "Er kann von jedermann kostenlos genutzt werden", wie er betont. Jetzt will er schauen, ob etwas geändert oder ergänzt werden muss. Zunächst kann er alles beim Alten belassen. Denn unübersichtlich soll es nicht werden und die Einträge für das Stadtgebiet umfassen bereits 19 Positionen ‒ wovon allerdings acht andere Ortsteile betreffen und damit zweimal auftauchen.

Jungbluth hat eine App entwickelt, die über eine spezielle Software auf ein Smartphone geladen werden kann. Mit wenigen Fingerbewegungen hat der Mittenwalde-Besucher so eine kartographische und textliche Übersicht der wichtigsten Sehenswürdigkeiten vor sich, zu denen ihm sein eigener Standort angezeigt wird.

Bei der Zusammenstellung der geschichtlichen Grundlage halfen ihm der Mittenwalder Heimatverein und Töpchins Ortschronist Siegfried Hannig. Um die technische Seite kümmerte er sich selbst. "Toll ist, dass die Technik auch reale Kamerabilder mit der Einblendung von Zusatzinformationen ermöglicht", schwärmt Mittenwalde-Fan Jungbluth.

"Schade, dass die kommunale Internet-Seite keine Verbindung zu meinem historischen Stadtrundgang ermöglicht", bedauert er. "Zudem vermisse ich im städtischen Internet-Auftritt detaillierte oder weiterführende Hinweise", bemängelt der Eichwalder. "Ohnehin habe ich nicht den Eindruck, dass sich die Kommune sehr um Touristen bemüht."

Umso stärker kann er sich ins Zeug legen. "Über hundert brandenburgische Orte habe ich bereits mit ihrer Vergangenheit ins Netz gestellt", bilanziert er. Jetzt kommen die kleinen dran. Vor wenigen Tagen besuchte er Haselberg, ein 300-Seelen-Dorf im Oderbruch. "Mein Ziel ist, flächendeckend für Deutschland stadthistorische Fakten abrufbar zu machen", sagt der gelernte Maschinen- und Anlagenmonteur. "Für Hotels und Restaurants gibt es das schon, aber noch nicht für die Historie und auch nicht für Radwege."

Die liegen dem passionierten Fahrradfahrer ebenso am Herzen. So zählen zu seinem Internet-Angebot auch 22 Radler-Touren südlich von Berlin. Die Piste über Telz nach Zossen an der B 246 gehört nicht dazu. "Da sind Millionen für einen Weg an einer Hauptverkehrsader mit steilen Anstiegen ausgegeben worden, anstatt eine viel angenehmere Route durch eine schöne Landschaft bei Gallun auszuweisen", kritisiert er.

Nach Motzen und Töpchin sei mit dem Rad aus Norden leider nur auf einer gefährlichen Landstraße zu kommen, merkt er noch an. Trotzdem hat er sein Mittenwalde-Paket jetzt mit bislang noch fehlenden Angaben zu diesen Ortsteilen erweitert. Nun lassen sich dort auch Chronist Hannigs Geschichten und Sagen von Teufel, Natur und Feuerwehr in Kurzform nachlesen.

Von Klaus Bischoff

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