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18:15 16.04.2016
Annette Lux, Angelika Keil und Ilka Feierabend heißen jeden im Verein „Lebenswelten“ willkommen. Quelle: Franziska Mohr
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Königs Wusterhausen

„Nun reiß dich mal zusammen!“, wie oft hat die gelernte Finanzbuchhalterin Annette Lux diesen Satz sowohl in ihrem Arbeits- als auch in ihrem Privatleben schon gehört. Sie hasst ihn, wollwissend, dass er ihr in ihren depressiven Phasen nicht einen Millimeter weiter hilft. Im Gegenteil, er verstärkt ihre Depressionen meist noch. Umso mehr schätzt die Frau mittleren Alters, die Betroffene und zugleich Vorstandsmitglied ist, das Angebot des 1992 von Psychologen, Ärzten und Sozialarbeitern gegründeten Vereins „Lebenswelten – psychosozialer Hilfsverein Königs Wusterhausen“. In der Einrichtung im Amtsgarten 6 ist jeder willkommen, der psychische Probleme beziehungsweise Erkrankungen wie Depressionen, Burn-Out, Angststörungen, Psychosen oder Traumafolgestörungen hat.

Viele Betroffene finden den Weg zu den Angeboten des Vereins nicht selten nach Klinikaufenthalten anfangs in Begleitung eines Betreuers. „Das Schöne ist, dass man sich hier nicht verstecken muss. Im Verein wird Verständnis gegeben. Da wird jeder so akzeptiert, wie er ist. Niemand muss sich für seine Erkrankung schämen“, sagt Lux. Da herrschten weder Konkurrenz noch Leistungsdruck oder Hektik. Jeder kann kommen und gehen, wann er will. Wer möchte, kann anonym bleiben.

Breitgefächerte Angebotspalette

In der von Land und Kreis finanzierten Kontakt- und Beratungsstelle bieten Rehabilitationspädagogen wie Ilka Feierabend oder Angelika Keil täglich die unterschiedlichsten Beschäftigungen vom Gedächtnis- und Körpertraining über kreatives Gestalten und Kreistanz bis zum gemeinsamen Singen und Backen an. Wer Lust hat mitzumachen, schließt sich an, wer nicht, der lässt es – auch das ist in Ordnung. „Sehr wichtig, um sich Stück für Stück wieder ein bisschen Lebensqualität zurückzuerobern, ist auch der Austausch der Betroffenen untereinander“, sagt Angelika Keil. Viele lernten erst hier, offen über ihre Krankheit zu reden. Zumal sie aus den unterschiedlichsten Berufen vom Hilfsarbeiter über den Installateur bis zum Lehrer kämen. „Im Sinne der Krankheitsbilder sind unsere Angebote sehr barrierefrei“, sagt Ilka Feierabend. Der erste Schritt in das Haus falle vielen Betroffenen sehr schwer. „Nicht wenige bekennen später offen, dass sie anfangs erst dreimal vorbeigelaufen sind, ehe sie sich in die Vereinsräume getraut hätten.“

Auch Ausflüge in die nähere Umgebung stehen auf dem Programm

Dabei versuchen die Betreuer, die Gäste mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten stets dort abzuholen, wo sie gerade sind. Ganz wichtig sind diesbezüglich kleine Erfolgserlebnisse. Der Wochenplan weist dabei für jeden deutlich sichtbar aus, was wann angeboten wird. Auch Ausflüge in die nähere Umgebung oder ein gemeinsames Frühstück stehen auf dem Programm. Ziel ist es, langwierige Klinikaufenthalte zu vermeiden und bei den Betroffenen, viele sind zumindest teilweise berufsunfähig, wieder den Mut und die Kraft zum Leben zu entwickeln. Ihnen die Chance zu eröffnen, nach einem Crash einen Neustart zu wagen. Zumal nicht wenigen der Betroffenen der familiäre Rückhalt fehlt. Viele haben die 40 überschritten und sind alleinstehend. Nicht selten entstehen in den Vereinsräumen auch neue Freundschaften, mit denen der Alltag besser gemeistert werden kann.

Info: Die Kontakt- und Beratungsstelle im Amtsgarten 6 ist montags bis donnerstags von 9 Uhr bis 17 Uhr sowie freitags von 9 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Von Franziska Mohr

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