Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Neues Lernkonzept im Jugendbildungszentrum
Lokales Dahme-Spreewald Neues Lernkonzept im Jugendbildungszentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:15 02.10.2017
Juliane Jesse vom Jugendbildungszentrum Blossin wirbt für bewegte Seminararbeit. Quelle: Dietrich von Schell
Blossin

Für viele Lehrer wäre es der Alptraum, im Jugendbildungszentrum Blossin wird es gefordert: Wer etwas lernt, soll sich bewegen. Im Fachjargon redet man von interaktiver und bewegter Seminararbeit. Dafür wurden auf dem Gelände des Jugendbildungszentrums eigens ein Raum eingerichtet und die dazugehörigen Methoden zusammengestellt.

Juliane Jesse beschreibt die Idee des Lernkonzeptes mit einem Satz, der das Gegenteil ausdrückt: „Wir bringen Kindern mühsam das Laufen bei, um sie später dazu aufzufordern, still zu sitzen.“ Juliane Jesse ist beim Jugendbildungszentrum Blossin für das Marketing zuständig. „Die Konzeptidee haben wir gemeinsam mit dem Brandenburgischen Sportbund umgesetzt“, erzählt sie.

Startschuss war Mitte September, als 45 Gäste, überwiegend selbst Bildungsreferenten, der Einladung folgten, das Ganze auszuprobieren. Schon beim Kennenlernen geht es zur Sache. Etwa beim Speeddating, bei der eine Person sich im großen Kreis kurz vorstellt und ein Gegenüber die Aussagen schriftlich festhält. Eine andere Methode ist das Memoryspiel: Jeder schreibt etwas Spannendes über sich auf und legt den Zettel verdeckt auf den Boden. Dann greifen sich alle wahllos eine Karte heraus und raten, zu wem die Information gehört.

Vorschläge im Methodenkoffer

„So lernen sich Seminarteilnehmer kennen, verlieren die Scheu und kommen ins Gespräch“, erklärt Juliane Jesse. Welche der verschiedenen Methoden angewandt wird, hängt vor allem von der Größe der Gruppe und der verfügbaren Zeit ab. Gesammelt wurden die 30 Vorschläge zum bewegten Lernen in einem Methodenkoffer.

Er enthält auch witzige Übungen, etwa das Warm-up „Mongolische Begrüßung“, bei der erst eine Person in die Hocke geht und sich vorstellt, dann zwei, anschließend drei Seminarteilnehmer. „Das lockert nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Stimmung“, sagt Juliane Jesse.

Ziel ist es, die starre Form von Seminaren und Vorlesungen aufzulockern. „Die Teilnehmer stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung, und es ist ja bekannt, dass Bewegung Lernerfolge und Leistungsfähigkeit steigert.“

Der Seminarraum selbst macht einen unspektakulären Eindruck, am auffälligsten sind die verschiedenen Tafeln: Whiteboard, Pinnwand, Kreidetafel, die für die Visualisierung des Erlernten gebraucht werden. In einem weiteren kleinen Raum werden Materialen wie Stifte, Bälle, Matten und anderes aufbewahrt. „Nichts Besonderes“, sagt Juliane Jesse, „aber alles an einem Ort zusammengetragen.“ Schließlich gibt es eine Terrasse für Aktivitäten an der frischen Luft.

Die Idee entwickelt hat Alexandra Moll, Bildungsreferentin beim Brandenburgischen Sportbund. Von der Idee bis zur Eröffnung des Seminarraums dauerte es ein Dreivierteljahr. Kostenpunkt: 3000 Euro. Für Interessenten stellt das Jugendbildungszentrum das gesamte Konzept unter dem Titel „Begreifen braucht Bewegung“ vor.

www.blossin.de

Von Dietrich von Schell

Der Wasserturm neben der Autobahn ist das Wahrzeichen von Niederlehme. Über seine Geschichte informiert jetzt eine neue Tafel, die am Freitag enthüllt wurde.

02.10.2017

Als er vom Einkauf im A10-Center kam, traute er seinen Augen nicht: Einem Besucher des Einkaufszentrums ist das Auto direkt vom Kunden-Parkplatz gestohlen worden.

01.10.2017

Die Wasserbüffel-Damen Cleopatra, Madonna, Gina, Lena und Bruni weiden seit Mai auf den Dahme-Wiesen in Wildau. Fünf Jahre lang sollten sie über Monate auf dem Gebiet bleiben. Doch um die Wiesen ist lange ein Streit entfacht – und die Stadtverwaltung hatte die Büffel offenbar ohne Zustimmung des Besitzers angesiedelt.

03.10.2017