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Dahme-Spreewald Nicht abwarten, sondern loslegen
Lokales Dahme-Spreewald Nicht abwarten, sondern loslegen
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00:26 14.12.2015
Klaus Burmeister und Cornelia Gronau gehören zur Initiative. Quelle: Andrea Müller
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Schulzendorf

Fünfzehn Schulzendorfer haben genug vom Warten. Während der Runde Tisch seit Wochen sitzt und berät, wie im Ort Flüchtlinge untergebracht werden können, haben sie angefangen, etwas zu tun. Sie gründeten die Initiative „Schulzendorf hilft“.

„Wir erleben jeden Tag, dass Not am Mann ist und Hilfe gebraucht wird“, so Cornelia Gronau. Um zu helfen brauche keiner zu warten, bis es Flüchtlinge in Schulzendorf gibt. „Das können wir heute schon tun“, ergänzt Klaus Burmeister. Beide gehören zu den Initiatoren der Gruppe. Angefangen hatte alles mit einem Treffen in der Butze, der Heimstatt des Kultur-Klubs Schulzendorf. Viele kamen, ein Umfragezettel wurde erarbeitet und in der Gemeinde verteilt. „Damit konnten wir die Leute direkt ansprechen, fragen, wer Interesse hat, uns zu unterstützen und klären, auf welche Weise“, erläutert Burmeister.

Inzwischen sind einige Spenden bereits in die Unterkünfte nach Pätz, Wernsdorf und Massow gegangen. Burmeister hat aus dem eigenen Hausstand – seine Frau ist erst kürzlich verstorben – vieles sortiert und was nicht mehr gebraucht wird, den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Unzählige Töpfe, Radios, Koffer und Einkaufstaschen gehören dazu. Am Sonntag bei der Seniorenweihnachtsfeier möchte er Äpfel und noch von seiner Frau handgestrickte Schals verkaufen. „Der Erlös kommt ebenfalls den Flüchtlingen zugute“, sagt der engagierte Rentner. Er hat in Zusammenarbeit mit einem Köriser auch dafür gesorgt, dass Fahrräder für die Flüchtlinge aufgearbeitet werden. Inzwischen seien es mehr als 80 Stück.

„Jetzt aber müssen wir sehen, dass wir gezielter Spenden sammeln“, sagt Cornelia Gronau. Gesucht würden von der Initiative „Schulzendorf hilft“ derzeit vor allem Wintersachen. Mäntel und Jacken für Damen und Herren, Winterschuhe und Stiefel in allen Größen, warme Unterwäsche. Darüber hinaus werden weiterhin Kochtöpfe und Backbleche angenommen, ebenso wie Bettwäsche und Handtücher. „Die Leute können uns einfach anrufen“, sagt Gronau. Wenn die Sachen gebraucht werden, würden sie sogar abgeholt.

Der Gruppe geht es aber nicht nur um Spenden. „Es geht darum, dass wir auch soziale Kontakte herstellen“, erklärt Burmeister. Das sei ganz wichtig für die Flüchtlinge, die oft nicht die Möglichkeit hätten, außerhalb der Heime Menschen kennenzulernen. Deswegen fahren Leute aus der Schulzendorfer Initiative auch immer wieder in die Unterkünfte, nehmen frisch gekochten Kaffee und Kuchen mit, Tassen und Teller, um Leute vor Ort zum Kaffeekränzchen einzuladen. Andere begleiten sie bei Einkäufen oder Behördengängen. Und das Engagement geht noch weit darüber hinaus. „Es werden Leute gesucht, die Flüchtlinge und besonders Flüchtlingsfamilien bei sich aufnehmen können“, sagt Gronau. Klar sei damit auch eine große Verantwortung verbunden, denn diese Leute hätten in der Regel Schlimmes erlebt, bräuchten jetzt vor allem Ruhe und Stabilität. Das zu geben – und nicht nur vorübergehend – sei ganz sicher keine leichte Aufgabe. Dennoch hätten sich inzwischen Leute aus der Gruppe entschieden, Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen. Am Samstag wird eine Frau aus dem Irak nach Schulzendorf ziehen und dort ein neues Zuhause finden. Sie ist der erste Flüchtling in Schulzendorf.

Info: Wer Spenden abgeben möchte, kann sich bei Klaus Burmeister unter Telefonnummer 03 37 62/4 01 43 oder Cornelia Gronau unter der Telefonnummer 03 37 62/4 05 09 melden.

Von Andrea Müller

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