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Niedrige Preise gefährden Landwirte

22. Verbandstag des Bauernverbandes Südbrandenburg Niedrige Preise gefährden Landwirte

In Luckau traf sich der Bauernverband Südbrandenburg zu seinem 22. Verbandstag. Mit dabei waren Minister Jörg Vogelsänger und Landesbauernverbands-Präsident Udo Folgart. Wichtige Themen des Tages waren unter anderem die niedrigen Lebensmittelpreise und mangelnde Liquiditätsbeihilfen.

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Das Präsidium des Verbandstages mit Vertretern des Landes- und Deutschen Bauernverbandes sowie Landwirtschaftsminister Vogelsänger (2.v.r.).

Quelle: Philip Ziche

Luckau. Es ging um niedrige Preise, um sinkende Erlöse, um Liquidität und um den Wolf: Der Bauernverband Südbrandenburg veranstaltete am Montag in Luckau seinen 22. Verbandstag. Zu diesem Anlass versammelten sich rund 200 Gäste in der Gaststätte Schlossberg, um die Bilanz des Vorjahres zu hören und über Pläne zu diskutieren.

Das Präsidium des Verbandstages setzte sich neben dem Verbandsvorsitzenden Thomas Goebel und seinen Vertretern Frank Neczkiewicz und Holger Jonas zusammen aus Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD), Udo Folgart (SPD), Präsident des Landesbauernverbandes (LBV), LBV-Vizepräsident Heiko Terno, Werner Schwarz, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und Reiner Wittkowski vom Bundesinstitut für Risikobewertung. Zudem war Landrat Stephan Loge (SPD) anwesend.

Viele der wichtigen Anliegen des Verbandes sprach Thomas Goebel in seiner Ansprache zur Jahresbilanz an. Ein wichtiger Aspekt war die Forderung nach höherer Liquiditätsbeihilfe, da die bisherigen Zahlungen nicht ausreichen würden. Die schlechte wirtschaftliche Situation hat laut Goebel ihren Ursprung in gefallenen Preisen im Einzelhandel und im Russland-Embargo. Letzteres schade der deutschen Landwirtschaft und spiele Russlands Präsident Wladimir Putin in die Hände. Starke Einnahmensverluste hätten einige Landwirte in Südbrandenburg dazu gebracht, aus der Schweinemast und der Milchproduktion auszusteigen. Wie sehr die niedrigen Preise im Lebensmitteleinzelhandel die Landwirte belasten, zeigte der Applaus, den ein Sprecher aus dem Publikum bekam: „Es ist ein Skandal, zu welchen Billigpreisen Lebensmittel verramscht werden“, sagte er und kritisierte den geringeren Anteil, den die Bauern erhielten. Udo Folgart griff das Thema auf und erklärte, der Lebensmittelhandel müsse auf Dumpingpreise verzichten.

Minister Jörg Vogelsänger bestätigte die Notwendigkeit der Liquiditätsbeihilfe. Zudem sagte er, dass die Brandenburger Landwirte durch geringe Niederschlagsmengen und Bodenwertzahlen benachteiligt wären und erklärte, dass Ausgleichszahlungen wichtig seien, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch die Aufgabe von Milchproduktion und Schweinemast gingen auch viele Arbeitsplätze verloren, so Vogelsänger weiter.

Aus dem Publikum gab es viele Anregungen und Forderungen. Ein Schafsbauer aus Dahmetal forderte unter zustimmenden Rufen der anderen Gäste Ersatzzahlungen für von Wölfen angerichtete Schäden, Torsten Woitke vom Wasser- und Bodenverband „Dahme-Notte“ erkundigte sich nach dem neuen Wassergesetz und den Erhalt von kommunalen Brücken. Carmen Lorenz, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Südbrandenburg, konfrontierte Minister Vogelsänger mit Pachterhöhungen und dem Vorschlag, die Beihilfe vorzeitig auszuzahlen. Von Vogelsängers Antworten waren aber weder sie noch die Zuschauer überzeugt.

Abseits der wirtschaftspolitischen Diskussionen nahmen die Anwesenden Abschied von Udo Folgart, der nach 13 Jahren vom Amt des LBV-Präsidenten zurücktritt. Sein Nachfolger wird auf dem Landesbauerntag am Donnerstag gewählt.

Von Philip Ziche

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