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Dahme-Spreewald Notfall am Notte-Kanal
Lokales Dahme-Spreewald Notfall am Notte-Kanal
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10:08 08.06.2015
Großeinsatz für die Bereitschaften: Die Hüpfburg auf dem Kinderfest ist zusammengebrochen. Verletzte müssen versorgt werden. Quelle: Fotos: Heidrun Voigt (5)
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Königs Wusterhausen

Die neunjährige Lina sitzt kreidebleich im Gras. In ihren Hals hat sich ein Angelhaken gebohrt. Ein Angler hat das Mädchen aus Versehen beim Auswerfen getroffen. Vier junge Sanitäter kümmern sich um das verletzte Kind und den unter Schock stehenden Mann.

Am Sonnabend fand der Kreiswettbewerb der Bereitschaften und Wasserwachten des DRK statt. Die Angelszene war Station 8 des Parcours. Dort wie an den anderen Stationen mussten die Rettungskräfte zeigen, was sie alles gelernt haben. Acht Mannschaften aus Jüterbog, Ludwigsfelde, Wildau und Zossen sowie eine vom Partnerkreisverband Paderborn waren zum Wettstreit angetreten.

Die Bereitschaften durchliefen am Vormittag den Parcours, während die Wasserwachten in der Kristall-Therme Ludwigsfelde zum Kräftemessen antraten. In der Mittagspause trafen auch die Rettungsschwimmer in Königs Wusterhausen ein. An der Feldküche des DRK gab es deftigen Kesselgulasch zur Stärkung. Familie Krüger versorgt seit zehn Jahren die Helfer ehrenamtlich mit der Feldküche bei deren Einsätzen.

Frisch gestärkt absolvierten die Rettungsschwimmer danach den Parcours und die Bereitschaften traten zu einer gemeinsamen Sonderübung an. Die jüngsten Rettungsschwimmer kamen aus Jüterbog. Die Acht- bis Sechszehnjährigen zeigten in ihrem Einsatz reife Leistungen. „Hut ab. Ihr habt eure Sache gut gemacht und bis jetzt als Einzige an die Handschuhe zum Selbstschutz gedacht“, lobte Martina Griephan an der Station Herz-Lungen-Wiederbelebung die jüngste Kindergruppe.

Die unterschiedlichen Stationen reichten von Erste Hilfe in Theorie und Praxis über den Sanitätsdienst bis zum Wissenstest Blutspende. Der Parcours zog sich über die Bahnhofstraße und entlang des Notte-Kanals hin. In der Nähe des Wasserspielplatzes kam auch ein Rettungsboot zum Einsatz. Schiedsrichterin Katja Ziems erklärte dort den Teilnehmern ihre Aufgaben: „Es muss eine verletzte Person vom Boot geholt werden, Erste Hilfe geleistet und ein Notruf abgesetzt werden“, sagte die junge Frau vom DRK-Ortsverband Königs Wusterhausen. Wie sie sorgten viele Helfer für den reibungslosen Ablauf des Wettbewerbs. So auch Bernd Malter vom Ortsverband Bestensee. „Ich bin seit 25 Jahren dabei und vertrete auch die Ortsverbände im Kreispräsidium. Es macht mir einfach Spaß“, erzählte er.

Während die Wasserwachten den Parcours absolvierten, hatten die Bereitschaften die Aufgabe, auf der Wiese am Notte-Kanal eine Hilfsstelle zur Versorgung von Verletzten eines fiktiven Unfalls beim zeitgleich stattfindenden Kinderfest aufzubauen. Was die Teilnehmer nicht wussten: Täuschend echt geschminkte Leichtverletzte kamen zur Wiese und mussten versorgt werden.

Mit blutigen „Schürfwunden“ und in „Schockzuständen“ saßen die „Verletzten“ am Notte-Kanal und warteten auf ihren Einsatz. „Mitglieder vom Ortsverein stellen den Notfall realistisch dar und wir haben noch andere Mimen mitgebracht“, sagte Sigrun Gericke. Sie verwies darauf, dass der Ortsverein von einer 6. Klasse des Friedrich-Schiller-Gymnasiums unterstützt werde und dieser mit den Schülern als Dank einen Erste-Hilfe-Kurs durchführt.

Der Kreisvorsitzende Harald-Albert Swik beobachtete, wie die Sanitäter agierten. „Ich finde toll, was hier geleistet wird. Es zeigt, dass das Ziel nicht nur ist, dass eine Mannschaft gewinnt, sondern es darum geht, dass alle zusammenarbeiten und helfen.“ Zufrieden war auch Kreisbereitschaftsleiter Detlef Pudlitz. Über den 1. Platz beim Wettbewerb konnten sich bei der Bereitschaft die Ludwigsfelder und bei der Wasserwacht die Zossener freuen.

Freude gab es auch im DRK-Blutspende-Bus, der im Zuge des Wettbewerbs in der Bahnhofstraße stand. Mehr als 50 Spender hatten sich dort Blut abzapfen lassen. Zu ihnen gehörte Karin Paul vom DRK-Ortsverband Gussow, die als Schiedsrichterin im Einsatz war. Auch viele Königs Wusterhausener nutzten die Gelegenheit.

Von Heidrun Voigt

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